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Zusätzliche Artikel

Glossar zu Fachbegriffen aus der städtebaulichen Planung

Abwägungsgebot

Es hat in vielen gesetzlichen Regelungen seinen Niederschlag gefunden, u.a. für das Planfeststellungsverfahren und die Aufstellung der Bauleitpläne: "Bei der Aufstellung der Bauleitpläne sind die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen" ( 1 Abs. 6 Baugesetzbuch). Es verlangt, daß der Planungsträger
-seinen Abwägungsspielraum erkennt,
-die Belange berücksichtigt, die nach Lage der Dinge relevant sind,
-ihre Bedeutung nicht verkennt und
-sie in einer Weise gewichtet und gegeneinander abwägt, wie es objektiv vertretbar ist.

Altlasten

Abfall- und Schadstoffablagerungen, verursacht durch Produktionsverfahren, unsachgemäße Lagerung oder Emissionen; meist mit Boden- und Grundwasserverunreinigungen verbunden. Um Altlasten nach den Bundesbodenschutzgesetz (BbodSchG) handelt es sich, wenn durch Altablagerungen und Altstandorte schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden. Je nach angestrebter Folgenutzung dieser Flächen bzw. bei einer direkten Gefährdung von Schutzgütern wie Grundwasser oder Menschen sind Maßnahmen bei Altlastenflächen erforderlich (z.B. Bodenaustausch, Versiegelung der betroffenen Flächen.)

Arrondierung

Abrundung, Neuordnung, Zusammenlegung von Flächen; nachträgliche oder zusätzliche Bebauung im Zusammenhang mit bestehenden Siedlungsbereichen.

Außenbereich

Alle Flächen der Stadt, die außerhalb von im Zusammenhang bebauten Ortsteilen liegen (§ 35 BauGB).

Ausgleichsflächen

Werden durch die geplante Bebauung bislang unbebaute Bereiche in Anspruch genommen, gehen dadurch ökologische Werte und Funktionen verloren. Hierfür verlangt der Gesetzgeber einen Ausgleich, der z.B. durch die Neuanlage eines Biotops im Baugebiet erfolgen kann.

Baufläche

Eine im Flächennutzungsplan für die Bebauung vorgesehene und nach der allgemeinen Art ihrer baulichen Nutzung dargestellte Fläche; nach der Baunutzungsverordnung werden unterschieden: Wohnbauflächen (W), gewerblicheBauflächen (G), Gemischte Bauflächen (M) und Sonderbauflächen(S).

Baugebiet

Eine im Bebauungsplan nach der besonderen Art ihrer baulichen Nutzung festgesetzte Baufläche. Die Baunutzungsverordnung unterscheidet: Kleinsiedlungsgebiete (WS), reine Wohngebiete (WR), allgemeine Wohngebiete (WA), besondere Wohngebiete (WB), Dorfgebiete (MD), Mischgebiete (MI), Kerngebiete (MK), Gewerbegebiete (GE), Industriegebiete (GI), Sondergebiete (SO).

Baugesetzbuch (BauGB)

Das BauGB ist die wesentliche Grundlage des Städtebaurechts für alle gemeindlichen Planungen.

Bauleitplanung

Im Baugesetzbuch (BauGB) geregeltes Verfahren in der Planungshoheit der Stadt zur vorausschauenden Ordnung der städtebaulichen Entwicklung durch Regelungen zur baulichen und sonstigen Nutzung der Grundstücke. Die Bauleitplanung ist zweistufig angelegt: Es wird unterschieden zwischen vorbereitendem Bauleitplan (Flächennutzungsplan) und verbindlichen Bauleitplänen (Bebauungsplan). Die Bauleitplanung soll die bauliche und sonstige Nutzung vorbereiten und leiten.

Baunutzungsverordnung (BauNVO)

Die BauNVO enthält detaillierte Vorschriften für die Darstellung in Flächennutzungsplänen und Festsetzungen in Bebauungsplänen. Sie regelt u.a. die "Art der baulichen Nutzung" z.B. reines Wohngebiet (WR), allgemeines Wohngebiet (WA), Mischgebiet (MI), Gewerbegebiet (GE), Industriegebiet (GI), Sondergebiet (SO) sowie das "zulässige Maß der baulichen Nutzung". Die BauNVO ist lediglich für die Verwaltung bindend, die Bürger werden nur indirekt mit entsprechenden Festsetzungen z.B. im Bebauungsplan hiervon berührt.

Bauweise

Die Bauweise betrifft das Verhältnis des Baukörpers zu den seitlichen Grundstücksgrenzen. Die Wesentlichen sind die offene Bauweise mit seitlichem Grenzabstand und die geschlossene Bauweise ohne diesen Abstand.

Bebauungsplan (B-Plan)

Aus dem Flächennutzungsplan zu entwickelnder, rechtsverbindlicher Bauleitplan. Er enthält rechtsverbindliche Festsetzungen für die städtebauliche Ordnung und die Nutzung der Grundstücke in einem abgegrenzten Gebiet. Der Bebauungsplan wird als Satzung beschlossen und erlangt damit Rechtskraft. Die Bebauungspläne sind i.d.R. aus dem Flächennutzungsplan zu entwickeln. Die verbindlichen Festsetzungen des Bebauungsplanes (B-Plan) dienen der städtebaulichen Ordnung und sind für die Verwaltung wie auch für die einzelnen Bürger oder Investoren verbindlich (§ 30 BauGB).

Behördenbeteiligung

Behörden und sonstige Träger öffentlicher Belange sind entsprechend den jeweiligen Regelungen bei raumbedeutsamen Planungen zu beteiligen.

Besiedelte Fläche

Die besiedelte Fläche ist die Summe der Gemeindeflächen, die nicht landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt werden und nicht Wasserflächen oder Ödland sind. Zur besiedelten Fläche gehören die Baugebiete, die Verkehrsflächen, die Erholungs- und Freiflächen sowie die Flächen für Versorgungsanlagen.

Biotop

Lebensraum einer bestimmten Tier- oder Pflanzengesellschaft von einheitlicher, gegenüber seiner Umwelt abgegrenzter Beschaffenheit (z.B. Teich, Moor).

Brache

Fläche, die nicht mehr ihrer ursprünglichen Zweckbestimmung (z.B. Industrie, Bahngelände, Acker) entsprechend genutzt ist, sondern über einen längeren Zeitraum sich selbst überlassen wurde.

Bruttobaugebiet

Das Bruttobaugebiet ist das Nettobauland zuzüglich der Gemeinbedarfsflächen, der Flächen für die innere Erschließung des Baugebiets und der öffentlichen Grünflächen.

Bruttogeschoßfläche

Die Summe der von den Außenflächen eines Gebäudes begrenzten Flächen aller anzurechnenden Geschosse.

Dorfgebiet (MD)

Ein in dem § 5 BauNVO definiertes Baugebiet. Es dient der Unterbringung land- und forstwirtschaftlicher Betriebe, sowie der dazugehörigen Gewerbe- und Handwerksbetriebe.

Einwohnerdichte

Anzahl der Einwohner pro Flächeneinheit, zumeist Einwohner pro Hektar

Emissionen

Die von einer Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Wärme- und andere Strahlungen und sonstigen Einwirkungen auf den Menschen und das Ökosystem.

Emittent

Anlage, die schädliche Stoffe, Stahlen, Lärm, Gerüche und Erschütterungen in die Umgebung abgibt. Solche Anlagen können Industrie- und Gewerbebetriebe, Kraftfahrzeuge oder Heizungen sein.

Erschließung

Anschluss eines Grundstücks oder Baugebiets an Verkehrswege und Einrichtungen der Ver- und Entsorgung (Straßen, öffentliche Verkehrsmittel, Leitungen für Strom, Gas und Wasser, Anschluss an die Kanalisation)

extensiv

Geringe Nutzung, Ausnutzung oder Benutzung einer landwirtschaftlichen oder Erholungsfläche; Gegensatz zu intensiv.

Fachplanung

Aufstellung von Plänen zur Durchführung fachbezogener Aufgaben (z.B. Bau von Verkehrswegen) auf der Grundlage besonderer gesetzlicher Vorschriften. Gleichbedeutend mit sektoraler Planung, Gegenteil von Querschnittsplanung bzw. integrierter Planung.

Flächennutzungsplan (FNP)

Der Flächennutzungsplan ist der vorbereitende Bauleitplan. Im FNP ist für das gesamte Gemeindegebiet die sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung ergebende Art der Bodennutzung nach den voraussehbaren Bedürfnissen der Gemeinde in den Grundzügen dargestellt. Der FNP ist den Zielen der Raumordnung anzupassen. Er bedarf der Genehmigung der höheren Verwaltungsbehörde. Der FNP ist verwaltungsintern bindend, anders als beim Bebauungsplan kann der einzelne Bürger aus dem Flächenutzungsplan jedoch keine Rechtsansprüche ableiten. Die Bebauungspläne sollen aus dem Flächennutzungsplan entwickelt werden.

Flächenrecycling

"Das Flächenrecycling, das ohne neuen Landverbrauch Siedlungs- und Naturraum bereitstellen soll, wird als nutzungsbezogene Wiedereingliederung solcher Grundstücke in den Wirtschafts- und Naturkreislauf definiert, die ihre bisherige Nutzung verloren haben - wie stillgelegte Industrie- oder Gewerbebetriebe, Militärliegenschaften, Verkehrsflächen u.ä. - mittels planerischer, umwelttechnischer und wirtschaftspolitischer Maßnahmen." (DIFU, Flächenrecycling als kommunale Aufgabe, 2001, S. 13) Unter Gebäuderecycling versteht man die Umnutzung leerstehender Gebäude bzw. deren Wiederverwendung.

Flächensparendes Bauen

Konzepte maßvoll verdichteter, kostengünstiger und angesichts begrenzter Flächenreserven freiflächenschonender Bebauungen insbesondere im Wohnungsbau.

Freiraumstruktur

Gliederung des Freiraums durch die Geschichte der Stadtentwicklung. Neben den naturgemäßen Landschaftselementen sind während der Siedlungsentwicklung neue, kulturgeprägte Landschaftselemente entstanden.

Gemeinbedarfsfläche

Flächen für Anlagen und Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen. Man unterscheidet zwischen übergeordneten Gemeinbedarfseinrichtungen (Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser, Verwaltungen, Post, Polizei, Militär), Einrichtungen des wohnungsbezogenen Gemeinbedarfs (Kindertagesstätten, Grundschulen, Spielplätze, Jugendfreizeiteinrichtungen) sowie Einrichtungen mit besonderer Zweckbestimmung (z.B. Messegelände). Gemeinbedarfseinrichtungen werden in Bauleitplänen dargestellt bzw. festgesetzt.

Gemengelage

Historisch überkommenes, dichtes nebeneinander von Wohnen und Gewerbe. Problematisch sind oft die Beeinträchtigungen der Wohnnutzung durch Emissionen und die geringen Entwicklungsmöglichkeiten für das Gewerbe.

Geographisches Informationssystem (GIS)

Gesamtheit der Hard- und Softwarekomponenten, die zur Erfassung, Instandhaltung, Auswertung und Darstellung von raumbezogenen Daten notwendig ist. Geographische Daten werden mit Sachdaten (beschreibende Daten) gemeinsam verarbeitet und innerhalb eines GIS miteinander verknüpft.

Geschossfläche

Summe der Flächen aller Geschosse eines Gebäudes, ermittelt nach den Außenmaßen.

Geschossflächenzahl (GFZ)

Maß der baulichen Dichte; Summe der Geschossflächen aller Gebäude auf einem Baugrundstück im Verhältnis zur Grundstücksfläche.

Geschütze Landschaftsbestandteile

Rechtsverbindlich festgesetzte Teile der Natur und Landschaft, deren Schutz der Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes, der Pflege des Landschaftsbildes und der Erholung dient.

Gewerbegebiet (GE)

Baugebiet, das der Unterbringung von nichterheblich belastenden Gewerbebetrieben dient ( 8 BauNVO). Daneben sind Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude, Tankstellen und Vergnügungsstätten zulässig.

Gewerbliche Baufläche

Geplante und bereits vorhandene Gewerbe- und Industriegebiete.

Grundflächenzahl (GRZ)

Maß für die Überbaubarkeit eines Grundstücks; Verhältnis der bebauten Fläche eines Grundstücks zur Gesamtfläche des Baugrundstücks.

Immission

Einwirkung auf einen Ort, ein Grundstück, ein Gebäude oder Lebewesen durch Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen, Strahlen, Wärme und andere Emissionen.

Individualverkehr (IV)

Alle einzeln oder mit privaten Fahrzeugen durchgeführten Ortsveränderungen. Der Verkehr mit Kraftfahrzeugen wird als motorisierter Individualverkehr (MIV) bezeichnet.

Industriegebiet (GI)

Ein in dem § 9 BauNVO vorgesehener Typ von Baugebieten, der ausschließlich der Unterbringung von Gewerbebetrieben dient, vorwiegend solchen, die in anderen Baugebieten unzulässig sind, also auch erheblich belästigende Anlagen. Daneben sind Tankstellen allgemein, sonstige bauliche Anlagen nur ausnahmsweise zulässig.

Infrastruktur

Technische und soziale Einrichtungen für die Daseinsvorsorge der Bevölkerung und die wirtschaftliche Entwicklung eines Gebietes (z.B. Anlagen für Verkehr, Kommunikation, Ver- und Entsorgung, Soziale Dienste, Gesundheitswesen, Sport und Erholung). Es wird unterschieden in soziale und technische Infrastrukturen.

Innenbereich

Gesamtheit der im räumlichen Zusammenhang bebauten Teile des Stadtgefüges (§ 34 BauGB).

intensiv

Hier begriff aus der Landwirtschaft bzw. Landschaftspflege. Flächen, die unter hohem Einsatz von Kapital und Arbeit genutzt und gepflegt werden, Gegensatz zu extensiv.

Kerngebiet

Ein Baugebiet, das vorwiegend der Unterbringung von zentralen Einrichtungen des Handels, des Gewerbes, der Wirtschaft, der Administration sowie der Errichtung von Anlagen zur sozialen und kulturellen Versorgung der Bevölkerung dient.

Konversion

Im weiteren Sinne umfasst der Begriff "Konversion" alle Aktivitäten, die das Ziel der Bewältigung der wirtschaftlichen, sozialen, räumlichen und ökologischen Folgen der Reduzierung militärischer Streitkräfte haben. Im engeren Sinne wird unter Konversion die städtebauliche Möglichkeit verstanden, ehemalige militärische Liegenschaften wiederzunutzen.

Landesplanung

Die Bundesländer stellen übergeordnete, zusammenfassende Programme und Pläne auf, die bei allen raumwirksamen öffentlichen Planungen und Investitionen zu beachten sind.

Landschaftselement

Teil einer Landschaft (Hangkanten, Hügel usw.)

Landschaftspflege

Maßnahmen zur Erhaltung und Sicherung der Kulturlandschaft sowie Beseitigung vorhandener Schäden.

Landschaftsraum

Ein zusammenhängender Bereich, der von einzelnen oder mehreren, die Landschaft prägenden Elementen gebildet wird.

Landschaftsplan

Zur Lösung aktueller landschaftspflegerischer Probleme stellt der Landschaftsplan die Erfordernisse und Maßnahmen des Naturschutzes und der Landschaftspflege in Text, Karte und Begründung dar.

Landschaftsschutzgebiet (LSG)

Rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die wegen ihrer Vielfalt, Eigenart oder Schönheit, aus wirtschaftlichen oder naturgeschichtlichen Gründen oder wegen besonderer Bedeutung für Naturschutz oder Erholung unter Landschaftsschutz gestellt wurden. Im Gegensatz zu Naturschutzgebieten können in Landschaftsschutzgebieten wirtschaftliche Nutzungen wie Land- und Forstwirtschaft stattfinden.

Leitbild

Städtebauliche Leitbilder umfassen die Zielvorstellungen von Struktur, Gestalt und Entwicklung einer Gemeinde und entspringen geistigen, politischen, gesellschaftlichen und ideologischen Motiven. Kommunale Leitbilder beschreiben Ziele, die erreicht werden sollen. Leitbilder können nicht beschreiben, wie die Stadt in 30 Jahren aussieht, sie können keine starren Ziele formulieren, aber Leitbilder können einen Weg beschreiben, um Ziele zu erreichen. Leitbilder sind ein Weg, den man begründet gehen will.

Lokale Agenda 21

Der Begriff Agenda kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Was getan werden soll". Die Agenda 21 ist inzwischen ein feststehender Begriff für das Aktionsprogramm der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro (Juni 1992). Sie spricht alle wesentlichen Politikbereiche einer umweltverträglichen und nachhaltigen Entwicklungen an und gilt sowohl für Industrie- als auch Entwicklungsländer.

Mischgebiet(MI)

Baugebiet, das nach § 6 BauNVO dem Wohnen und der Unterbringung von Gewerbebetrieben dient, die das Wohnen nicht wesentlich stören.

Mischnutzung

Mischung von Wohn- und Gewerbenutzung auf zusammenhängenden Flächen.

Modal split

Verteilung der Verkehrsabwicklung auf die unterschiedlichen öffentlichen und privaten Verkehrsmittel. Im Nahverkehr sind dabei auch nicht-motorisierte Formen der Verkehrsteilnahme (Zu-Fuß-Gehen, Radfahren) von Bedeutung.

Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung ist mittlerweile die gebräuchlichste Übersetzung für substainable development. Gleichbedeutend werden auch die Begriffe zukunftsfähige, dauerhafte, dauerhaft-umweltgerechte Entwicklung verwandt. Auch in der Stadtentwicklungsplanung gewinnen die Gedanken der Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung.

Naturschutz

Maßnahmen zum Erhalt der landschaftlichen, pflanzlichen und tierischen Vielfalt und damit zum Erhalt des biologischen Gleichgewichts und einer erlebnisreichen Landschaft als Lebensgrundlage für den Menschen.

Naturschutzgebiet (NSG)

Flächen, die in ihrer Ausstattung und Vielfalt besonders seltene Qualitäten aufweisen, können unter Naturschutz gestellt werden, um den nachhaltigen Schutz zu gewährleisten und mögliche Störungen auszuschließen. Jede wirtschaftliche Tätigkeit, Beschädigung oder Veränderung ist verboten.

Nettobauland

Unter Nettobauland versteht man die überbaute und nicht überbaute Grundstücksfläche einschließlich der privaten Stellplätze, der Freiflächen sowie der Wege und Nebenanlagen. Nicht Gegenstand der Nettobaufläche sind die öffentlichen Grünflächen sowie die öffentlichen Straßenflächen.

Nutzungsmischung

Mischung von Wohn- und Gewerbenutzung, Handels- und Dienstleistungseinrichtungen usw. innerhalb einer begrenzten Raumeinheit.

Ökologie

Wissenschaft von den Beziehungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt.

Ökologischer Ausgleichsraum

Landschaftsraum mit möglichst intakten Umweltbedingungen, der gegenüber Gebieten mit beeinträchtigten Umweltbedingungen eine Ausgleichsfunktion wahrnehmen soll (z.B. Erholung, Klimaausgleich, Biotop- und Artenschutz).

ÖPNV

Öffentlicher Personennahverkehr (z.B. Busse, Taxis)

Planfeststellungsverfahren

Die nach den Fachplanungsgesetzen (Bsp.: Bundesfernstraßengesetz, Allgemeines Eisenbahngesetz, Telegraphenwegegesetz, Luftverkehrsgesetz, Personenbeförderungsgesetz, Abfallgesetz, Wasserhaushaltsgesetz) durchzuführenden Planfeststellungsverfahren dienen der Planung und Entscheidung über die Zulassung eines konkreten Vorhabens. Der Planfeststellungsbeschluß ist im Flächennutzungsplan nachrichtlich zu übernehmen bzw. zu vermerken.

Prognose

Prognosen sind in die Zukunft gerichtete Voraussagen, die bei entsprechenden Annahmen mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes eintreten werden. Prognosen arbeiten i.d.R. mit Zahlenwerten, Daten und vorausschauenden und zukunftsrelevanten Annahmen.

Querschnittsplanung

Fachübergreifende Planung, die alle im Plangebiet raumwirksamen Vorhaben, Entwicklungen und Aspekte einbezieht. Gegensatz zu Fachplanung bzw. sektoraler Planung.

Raumordnungsverfahren

Förmliches Verfahren zur Prüfung eines raumbedeutsamen Vorhabens auf seine Übereinstimmung mit den Zielen und Erfordernissen der Raumordnung und zur Abstimmung mit raumbedeutsamen Vorhaben anderer Planungsträger.

Region

Region bezeichnet das Gebiet eines großflächigen, weitgehend miteinander verflochtenen Lebens- und Wirtschaftsraumes.

Regionale Grünzüge

Regionale Grünzüge sind landschaftsräumlich zusammenhängende Bereiche mit besonderen ökologischen, dem Ressourcenschutz dienenden oder mit naherholungsbezogenen und siedlungsgliedernden Funktionen außerhalb von Siedlungs- und Verkehrsflächen. Im Bereich der regionalen Grünzüge dürfen nur Vorhaben zugelassen werden, die die Funktionen nicht beeinträchtigen.

Regionalplanung

Regionalplanung ist die überörtliche, überfachliche und zusammenfassende Landesplanung im Gebiet einer Region, bei der Land, Gemeindeverbände und Gemeinden zusammenwirken.

Rekultivierung

Behebung nutzungsbedingter Schädigungen von Natur und Landschaft.

Renaturierung

Wiederherstellung von natürlicher, ursprüngliche Form und Ansehen eines Objekts, z.B. die Renaturierung eines begradeten Baches durch Entfernen des Betonbettes.

Reservefläche

Fläche, die erst bei Bedarf für einen festgelegten Nutzungsanspruch genutzt wird.

Ressourcen

Vorräte materieller und ideeller Art, die in der Regel nur im begrenzten Umfange vorhanden sind. Natürliche Ressourcen (Wasser, Boden, Luft) sind nicht vermehrbare Naturgüter.

Sanierung

Durchführung von Maßnahmen zur Verbesserung eines bestehenden, als problematisch empfundenen Zustandes mit dem Ziel, gesunde Wohn-, Arbeits- und Umweltbedingungen zu schaffen. Beispiele sind die Stadtsanierung zur Verbesserung von Altbaugebieten sowie die Altlastensanierung zur Vermeidung der Verunreinigung von Boden und Grundwasser durch Schadstoffe.

Schutzgebiete

Flächen, für die aus Gründen des Natur-, Landschafts- oder Wasserschutzes bestimmte Nutzungseinschränkungen und/oder Entwicklungsmaßnahmen vorgeschrieben sind.

Segregation

Räumliche Trennung insbesondere durch Konzentration von Angehörigen unterschiedlicher sozialer Gruppen und Schichten oder Gruppen unterschiedlicher kultureller Herkunftsbereiche in verschiedenen Stadtteilen (soziale Segregation). Das Gegenteil der sozialen Segregation ist die soziale Mischung von Wohngebieten.

Sektorale Planung

Planung für ein bestimmtes fachlich definiertes Problemfeld (z.B. Verkehrsentwicklungsplanung); gleichbedeutend mit Fachplanung; Gegensatz zu Querschnittsplanung.

Siedlungsband

Linear verdichtete, räumliche Abfolge von Siedlungsgebieten, meist dem Verlauf vorhandener oder geplanter Verkehrswege folgend; kann durch Freiräume gegliedert sein.

Siedlungsstruktur

Gefüge der unterschiedlichen Flächennutzungen, Verkehrswege, Grünräume und Gestaltungs- und Ordnungselemente einer Siedlung.

Sondergebiet, Sonderbaufläche

Baugebiet der Baunutungsverordnung für besondere Zwecke, z.B. für Hochschulen oder Kliniken, Einkaufszentren und Verbrauchermärkte.

Soziale Infrastruktur

Einrichtungen zur Versorgung der Bevölkerung mit sozialen Diensten wie Schulen, Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Seniorenbetreuung, Anlagen für Sport, Erholung usw.

Sozialstruktur

Sozialstruktur umschreibt die soziale Zusammensetzung einer Stadt oder eines Stadtteils, wobei zur Unterscheidung auf Merkmale wie Einkommen, berufliche Stellung, Ausbildung, Alter, Geschlecht, Familiengröße, Wohneigentum u.a. zurückgegriffen wird. Erkenntnisse über die Sozialstruktur sind z.B. bei der Planung von sozialen Infrastruktureinrichtungen, Wohnfolgeeinrichtungen sowie der Sanierung von Stadtteilen oder der Qualifizierung des öffentlichen Raumes erforderlich und hilfreich.

Splittersiedlung

Nicht selbstständige kleine Wohnsiedlung außerhalb von Städten und Ortschaften, die städtebaulich meist nicht mit einer geschlossenen Siedlungseinheit verbunden sind. Das Entstehen solcher Splittersiedlungen soll verhindert werden, da es der Zersiedlung der Landschaft Vorschub leistet.

Städtebau (städtebauliche Planung, Stadtplanung)

Umfaßt alle Planungen und Maßnahmen zur städtebaulichen Ordnung und Entwicklung. Zum Städtebau gehören u.a. die Aufstellung, Sicherung und Realisierung der Bauleitpläne, die Bodenordnung, Enteignung und Erschließung, die städtebaulichen Gebote. Grundlage für konkrete städtebauliche Pläne ist in vielen Fällen eine kommunale Entwicklungsplanung bzw. eine teilräumliche Rahmenplanung. Die städtebauliche Planung im ländlichen Raum wird als Dorfplanung bezeichnet.

Stadtentwicklungsplanung (STEP)

Die Stadtentwicklungsplanung verfolgt die räumliche Entwicklung der Gesamtstadt. Sie wird in Form sektoraler Teilpläne für Nutzungen wie Wohnen, Gewerbe, Verkehr oder Freiflächen, aber auch für besondere Aspekte wie Stadtgestaltung erarbeitet. Die Stadtentwicklungspläne haben Empfehlungscharakter für alle an der Planung beteiligten Stellen und sind Grundlage für alle weiteren Pläne. Kriterien, die eine kommunale Entwicklungsplanung erfüllen sollte: "Dazu gehört, dass in der Planung die verfügbaren Ressourcen, z.B. Finanzen, Flächen und Personal einbezogen werden müssen. Weiterhin muss die Entwicklungsplanung Zeitpunkt oder Zeiträume angeben, in denen bestimmte Maßnahmen realisiert sein sollen. Die Einbeziehung der Zeit und der Ressourcen hat zur Folge, dass für die einzelnen Maßnahmen eindeutige und nachvollziehbare Prioritäten gesetzt werden müssen. Ein weiteres Kriterium für die Entwicklungsplanung ist die Forderung nach einer einheitlichen Grundlage für alle kommunalen Aufgabenbereiche ... Die einzelnen Fachplanungen dürfen auch nicht separat voneinander geplant werden, sondern müssen aufeinander abgestimmt sein (horizontale Integration). Ferner muss Entwicklungsplanung auch die Vorgaben und Absichten übergeordneter Gebietskörperschaften ... in die Planung mit einbeziehen (vertikale Integration") (Braam, Stadtplanung, S. 190)

Stadtregion

Gebiet, das durch eine enge wirtschaftliche und soziale Verbundenheit zwischen der Stadt und ihrem Umland charakterisiert ist und überwiegend durch nicht landwirtschaftlich genutzte Erwerbsstrukturen gekennzeichnet ist; die Konzentration der Arbeitsplätze und Gemeinbedarfseinrichtungen vollzieht sich in den Zentrenbereichen. Eine Stadtregion umfasst den engeren Verflechtungsraum einer Stadt mit ihren Umland.

Suburbanisierung

Wachstumsprozess eines Raumes, der gekennzeichnet ist durch starke Entwicklung der Umlandgemeinden, die zu ausgedehnten Wohnvororten heranwachsen, jedoch weiterhin von den Kernstädten abhängig sind; führt i.d.R. zur Zersiedlung und erzeugt ein hohes Verkehrsaufkommen.

Technische Infrastruktur

Alle Arten von Verkehrsanlagen, Kommunikationseinrichtungen sowie die Anlagen der Ver- und Entsorgung

Tertiärer Sektor

Bezeichnung für denjenigen Wirtschaftssektor, dem die staatlichen und privaten Dienstleistungen zugerechnet werden.

Überschwemmungsgebiete

"Soweit es die Regelung des Wasserabflusses erfordert, sind die Gebiete, die bei Hochwasser überschwemmt werden, zu Überschwemmungsgebieten zu erklären. Für solche Gebiete sind Vorschriften zu erlassen, die den schadlosen Abfluß des Hochwassers sichern." ( 32 Wasserhaushaltsgesetz)

Umlegung

Bei einer Umlegung werden die Grenzen von Grundstücken in unbebauten und bebauten Gebieten so verändert, dass eine Nutzung gemäß dem Bebauungsplan möglich wird. Eine Umlegung wird i.d.R. von der Gemeinde durchgeführt. An dem Verfahren werden die Erschließungsträger und die Grundstückseigentümer beteiligt.

Umweltprüfung (UP)

Die Umweltprüfung umfasst die Ermittlung, Beschreibung und Bewertung der voraussichtlich erheblichen Auswirkungen eines Vorhabens auf Menschen, Tiere und Pflanzen, Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft - einschließlich der jeweiligen Wechselwirkungen - sowie auf Kultur- und sonstige Sachgüter. Eine UP ist bei raumbedeutenden Vorhaben durchzuführen.

Urbanisierung

Verstädterung; Ausbreitung städtisch geprägter Siedlungs-, Wirtschafts- und Verkehrsformen in bis dahin ländlich geprägte Gebiete.

Verdichtungsräume

Gebietskategorie in der siedlungsstrukturellen Typisierung, die durch eine erhöhte Konzentration von Einwohnern und Arbeitsplätzen gekennzeichnet ist. Als Ordnungsräume werden die Verdichtungsräume und die eine starke Pendlerverflechtung mit diesen aufweisenden Randgebiete bezeichnet.

Verkehrsfläche

Fläche, die dem fließenden und ruhenden Verkehr dient (Straße, Wege, Parkplätze, Bahngelände, Flugplätze etc.

Versiegelung

Bedeckung des Bodens mit wasserundurchlässigem Material wie Asphalt, Beton u.ä.

Vorhaben- und Erschließungsplan (VEPl)

Dringende bauliche Investitionen, die unverzüglich verwirklicht werden sollen, können über einen Vorhaben- und Erschließungsplan zugelassen werden. Dieser Weg kann beschritten werden, wenn der Investor (Vorhabenträger) einen ausgearbeiteten VEPl vorlegt. Die Gemeinde entscheidet dann, ob der vorgelegte Plan, ggf. mit Änderungen, gebilligt oder abgelehnt wird. Der Vorhabenträger muß sich verpflichten, den VEPl innerhalb einer bestimmten Frist zu verwirklichen.

Wasserschutzgebiet

Durch Rechtsverordnung festgelegte Fläche, auf der Handlungen zu unterlassen sind, die sich nachteilig auf das Wasser auswirken können. Wasserschutzgebiete werden in der Regel in III Zonen gegliedert:
I = Fassungsbereich;
II = engere Schutzzone;
III = weitere Schutzzone.
Diese Angaben sollen in die Bauleitpläne übernommen werden.

Wohnbaufläche

Eine Baufläche, die vorwiegend oder ausschließlich dem Wohnen dient oder hierfür im FNP vorgesehen ist.

Wohngebiete

Baugebiete, die vorwiegend dem Wohnen dienen. Die Baunutzungsverordnung unterscheidet reine Wohngebiete (WR), allgemeine Wohngebiete (WA), Kleinsiedlungsgebiete (WS) und besondere Wohngebiete (WB).

Wohngebiet, allgemeines (WA)

Baugebiet, das nach § 4 BauNVO vorwiegend dem Wohnen dient. Neben Wohngebäuden sind hier Läden, Restaurants, nichtstörende Handwerksbetriebe und Anlagen für kirchliche, kulturelle, gesundheitliche und soziale Zwecke zulässig.

Wohnumfeld

Nahbereich eines Wohngebiets. Ein Gütemerkmal ist die Versorgung mit Freiflächen, Gemeinbedarfseinrichtungen, Grünflächen etc. in zumutbarer Entfernung.

Zersiedlung

Prozess des Ausuferns der Siedlungsflächen und der übermäßigen Inanspruchnahme der freien Landschaft durch konzeptlose, meist gering verdichtete Siedlungserweiterungsflächen in den Randbereichen der Verdichtungsräume.
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