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Veranstaltungen und Ausstellungen

Julius von Bismarck und Julian Charrière. I'm afraid I must ask you to leave

Ausstellung im Kunstpalais vom 2. Dezember 2018 bis zum 24. Februar 2019

Julian Charrière und Julius von Bismarck, Snow (Kunst), 2013, Copyright the artists, VG Bild-Kunst, Bonn

Julius von Bismarck und Julian Charrière sind jeweils herausragende Künstler. Sie sind beste Freunde. Und manchmal sind sie Partner in ihrer künstlerischen Arbeit. Wenn beide Künstler zusammenarbeiten, entstehen Werke, die gleichermaßen wissenschaftlich, sinnlich, kurios, auratisch, gelehrt, humorvoll und – im allerbesten Sinne – größenwahnsinnig sind. Die erste große Ausstellung dieser beiden als Duo findet nun Ende 2018 im Kunstpalais statt und integriert eine monumentale neue gemeinsame Arbeit.

Julius von Bismarck (*1983 in Breisach am Rhein, Deutschland) und Julian Charrière (*1987 in Morges, Schweiz), zwei Ausnahmekünstler unserer Zeit, vereint eine besondere Herangehensweise an das Kunstschaffen: mit weiten, teilweise unglaublichen Forschungsreisen, für die sie kein Risiko scheuen, und quasi-naturwissenschaftlichen Experimenten nähern sie sich dem Thema ihres Interesses, um ihren eigenen Hypothesen dazu schließlich in Skulptur, Video oder Fotografie Ausdruck zu geben.

Beide arbeiten intensiv an ihrem jeweils eigenen, individuellen künstlerischen Œuvre, und beide haben, auch in Anbetracht ihrer Jugend, bereits ein beeindruckendes Werk und eine große Anzahl an Ausstellungen und Auszeichnungen vorzuweisen. Seit sich Charrière und von Bismarck bei ihrem Studium bei Olafur Eliasson an der Universität der Künste in Berlin kennen lernten, teilen sie sich ein Atelier. Für ausgewählte Projekte finden sie sich auch in ihrem Werk zusammen und arbeiten gemeinsam an Projekten, bei denen ihr ähnlicher Ansatz, aber auch ihre ganz individuellen Blicke sie noch weiterbringen können. Von venezianischen Tauben, die, mit Lebensmittelfarben besprüht, zu Paradiesvögeln mutieren, über ein nuklear verseuchtes Gebiet, das sich in den Augen von Wildtieren spiegelt, bis hin zu Bergen, Kratern und Dschungeldickicht, das die Künstler mit großem Aufwand mit Graffiti beschriften – die Werke von Julian Charrière und Julius von Bismarck stoßen auf überraschende Art eine intensive Reflexion über das Verhältnis von Mensch und Natur an.

Die Ausstellung im Kunstpalais vereint nicht nur die bisherigen gemeinsamen Arbeiten der beiden Künstler zum ersten Mal an einem Ort. Zu dieser besonderen Gelegenheit haben von Bismarck und Charrière auch ein ganz neues Werk erschaffen, das im Kunstpalais zum ersten Mal zu sehen sein wird. Die mehrteilige Videoarbeit „I’m afraid I must ask you to leave“, die auch der Ausstellung den Titel gibt, spielt in imposanter nordamerikanischer Landschaft. Wie auch in der gesamten Ausstellung dreht sie sich um das entscheidende Charakteristikum des Anthropozäns: den Menschen, der die Natur zum Weichen zwingt - und den Menschen, der Schöpfungen der Natur uminterpretiert, sie für sich beansprucht und symbolisch auflädt. Wie es für die Arbeit der beiden Künstler typisch ist, haben sie für dieses Projekt eine aberwitzige, geradezu unglaubliche Idee mit großem Aufwand in die Tat umgesetzt – und das in höchster Perfektion.

 

22.11.2018
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