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Veranstaltungen und Ausstellungen

Alona Rodeh. Architecture of the Nights

Ausstellung im Kunstpalais vom 16. März bis zum 10. Juni 2019

Alona Rodeh, The Curves of Jaffa, 2017, Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Licht, Bewegung und Sound: In raumübergreifenden, performativen Installationen übersetzt die Künstlerin Alona Rodeh (*1979 in Tel Aviv, Israel) das nächtliche Design unserer Städte in ästhetische Erfahrungsräume. Mit Architecture of the Nights zeigt das Kunstpalais ihre erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland. Ausgehend vom Begriff der „Architecture of the Night“, geprägt im Jahr 1930 durch den US-amerikanischen Architekten Raymond Hood, entwickelt Rodeh ihren künstlerischen Zugang zur urbanen Illumination. Dieser beruht sowohl auf intensiver Auseinandersetzung mit technischen Komponenten als auch auf tiefgehenden kulturhistorischen Forschungen zum Gebrauch von künstlichem Licht.

Rodeh studierte Kunst an der Bezalel Academy of Arts and Design in Tel Aviv und darüber hinaus am Londoner Royal College of Art und an der Akademie der Bildenden Künste Wien. In den vergangenen Jahren erhielt sie zahlreiche Stipendien, darunter für ein sechsmonatiges vom ZK/U in Berlin und Artecitya gefördertes Projekt als artist in residency, bei dem die Künstlerin rund um die Uhr den Arbeitsalltag verschiedener Berliner Feuerwehren begleitete. Eine Videoarbeit, die im Verlauf dieses Aufenthalts entstand, ist nun auch in der Ausstellung im Kunstpalais zu sehen. Rodehs Kunst wird insgesamt befeuert durch ihr besonderes Interesse an den Eigenschaften von Materialien und Objekten, die unsere visuelle Umgebung mal dezent und fast verborgen, mal leuchtend und alle Aufmerksamkeit auf sich ziehend prägen. Nicht selten sind es Gegenstände, in denen sich Aspekte von Sicherheit und Sichtbarkeit verschränken, wie zum Beispiel Warnwesten oder Beleuchtung im Straßenverkehr. Fluoreszierende Farben und reflektierende Kleidung spielten dabei in ihren Arbeiten bereits eine zentrale Rolle.

In ihren jüngsten Werken betreten LED-Elemente, denen die Künstlerin subtile Choreographien einprogrammiert, als neue Akteure die Bühne ihrer „Performances ohne Performer“. Als monolithische und zugleich filigran wirkende Installationen, die ein leuchtendes Eigenleben führen, erfüllen sie das Dunkel in den Gewölben des Kunstpalais mit enigmatischer Präsenz.

Der die Ausstellung begleitende Katalog SAFE AND SOUND: THE THIRD DIMENSION erscheint als dritter Band in Rodehs fortlaufender Reihe von Kunstpublikationen. Im Titel des Katalogs klingt ein Zitat des Bauhauslehrers László Moholy-Nagy an, der bereits im frühen 20. Jahrhundert von mechanischen Apparaturen träumte, mit denen sich durch Leucht- und Farbeffekten Lichtstrukturen frei im dreidimensionalen Raum komponieren ließen. Alona Rodeh schöpft aus diesem künstlerischen Erbe und überführt es in zeitgenössische Verhältnisse.

 

 

06.03.2019
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