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Kunstmuseum – Ausstellungsarchiv

Renate von Mangoldt
Berlin – Erlangen, hin und zurück

100 Schwarz-weiß-Photographien

Ausstellung im Kunstmuseum Erlangen

12. Oktober 9. November 2008

Vernissage am Sonntag 12. Oktober um 11 Uhr

Renate von Mangoldt, 1940 in Berlin geboren, von 1950 bis 1960 in Erlangen zuhause, wurde durch den Erlanger Bildhauer und Fotografen Helmut Lederer zum Fotografenberuf angeregt. Sie hatte ihn, der ihr in künstlerischer Hinsicht ein großes Vorbild wurde, Anfang der 60er Jahre zusammen mit ihrem Freund Ernst Neukamp kennengelernt.

Renate von Mangoldt, fot. von Ernst Neukamp, Erlangen 1961

Von 1961 bis 1963 besuchte sie die Bayerische Staatslehranstalt für Photographie in München. Sie begann bei den „Internationalen Theaterwochen der Studentenbühnen“ zu fotografieren, entdeckte die Landschaft als schwarzweiße Struktur und (zusammen mit Neukamp und Lederer auf einer Reise ins Tessin) die Schönheit und Präsenz der Steine, wie später auf Korsika die der Dolmen und Menhire. Auch der Einfall, die Hopfenstangen längs der Autobahn Erlangen – München in Höhe der Holledau foto-graphisch zu gestalten, war dem künstlerischen Einfluss der beiden zu verdanken.

1963 begegnete sie in Erlangen während einer „Theaterwoche“ Walter Höllerer, Professor für Literaturwissenschaft an der TU Berlin (1959 – 1988), der sie bald darauf als Fotografin nach Berlin in sein neugegründetes „Literarisches Colloquium“ holte. Sie heirateten 1965.

Gesteinsformationen, Val Verzasca/Tessin 1961Berlin, Alt-Rixdorf/Neukölln, Oktober 1975

Die Thematik der Fotografie Renate von Mangoldts wandte sich in Berlin ganz dem Wort zu zuerst dem gesprochenen, wie auch in Erlangen, dem Theater, dann immer mehr dem geschriebenen Wort, den Autoren, die Walter Höllerer mit den Zeitschriften „Akzente“ und „Sprache im technischen Zeitalter“, mit dem „LCB“ und all seinen Aktivitäten, wie Großveranstaltungen und Filmen, um sich versammelte. So wurde aus der Steine-, Hopfenstangen- und Theaterfotografin, die Renate von Mangoldt in Erlangen gewesen war, eine Berliner Autorenfotografin mit Abstechern zur Dokumentation Berlins und der Berliner S-Bahn.

Der Schwerpunkt liegt klar auf den „Menschenfotos“, und hier auf den Fotos von Schriftstellern. Bezieht man Renate von Mangoldts Fotos aus der Studiobühnen-Zeit mit ein, sind es über 45 Jahre, die sie mit zunehmendem Einfühlungs- und Gestaltungsvermögen diesem Thema gewidmet hat.

Mit Recht konstatiert Hans-Joachim Neubauer: „Nur wenige Fotografinnen oder Fotografen haben das Bild – und damit das Gedächtnis – der jüngeren deutschen Literatur seit den 60er Jahren so geprägt wie Renate von Mangoldt. Sie gehört zu den großen Chronistinnen ihrer Generation […]. Wer an Autoren wie Ingeborg Bachmann, Paul Celan, Uwe Johnson oder Heiner Müller [oder Günter Grass] denkt, hat ihre Bilder vor Augen. […] und einige ihrer Fotos gelten als die gültigen Interpretationen auch der verborgenen Seiten im Gesicht der Literatur.“ (Aus: Ein Haus in der Mitte der Literatur. Berlin 2003, S. 19)

Zur Vernissage sprechen:

Begrüßung: Bernd Nürmberger
Einführung: Dr. Jürgen Sandweg, Kurator

Zur Ausstellung ist auch ein 24-seitiges, reich bebildertes Begelitheft erschienen (10 €).

Die Ausstellung wurde unterstützt von der Kulturstiftung Erlangen.

 

 

 

 

 

08.09.2013
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