Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

A

Anerkennung ausländischer Ehesachen (Antrag)

Beschreibung

Auch im Ausland geschlossene Ehen werden grundsätzlich anerkannt, wenn die Trauung in der für das jeweilige Land üblichen und vorgeschriebenen Form von den zuständigen Stellen durchgeführt worden ist. 

Die ausländische Heiratsurkunde ist von der jeweils zuständigen Stelle (Standesamt, Zivilstandesbeamter, Registeroffice, Familienministerium) auszustellen, unterschrieben und zu siegeln. Bei einer Eheschließung in den USA ist neben der Heiratsurkunde (mit Apostille) auch die Heiratsbewilligung (marriage licence) im deutschen Standesamt vorzulegen.

Sollte diese Urkunde nicht auf einem internationalen Dokument ausgestellt sein, ist immer eine Übersetzung von einem in Deutschland öffentlich bestellten und vereidigten Dolmetscher mit vorzulegen. Wer dazu ermächtigt ist erfahren Sie unter: http://www.justiz-dolmetscher.de/suche.jsp.

In einigen europäischen Staaten bedürfen die Urkunden keiner förmlichen Beglaubigung.

In Mitgliedsstaaten des Haager Übereinkommens vom 05. Oktober 1961 zur Befreiung ausländischer öffentlicher Urkunden von der Legalisation muss die Heiratsurkunde mit einer sog. Apostille versehen sein. Die Apostille ist die förmliche Überbeglaubigung der Urkunde und wird durch die übergeordnete innere Behörde im Herkunftsland der Urkunde ausgestellt. Sie kann entweder auf der Urkunde selbst (Stempel) oder auf einem besonderen Blatt, das mit der Urkunde fest verbunden wird, angebracht werden.

Außerdem sollten Sie beachten, dass ausländische Heiratsurkunden im Inland möglicherweise erst nach einer amtlichen Überbeglaubigung (Legalisierung) durch die jeweilige deutsche Auslandsvertretung anerkannt werden. Eine Legalisation dient lediglich dem Nachweis der Echtheit ausländischer Urkunden. Die Legalisation bezieht sich jedoch nicht auf die inhaltliche Richtigkeit der Urkunde. Mit der Legalisation wird ausschließlich die Unterschrift des Ausstellers bestätigt.

Antrag auf Beurkundung in einem deutschen Eheregister:

Die ordnungsgemäß überbeglaubigte und übersetzte Heiratsurkunde hat die volle Beweiskraft für die im Ausland geschlossene Ehe. Sie haben aber die Möglichkeit, einen Antrag auf eine Beurkundung im deutschen Eheregister (gebührenpflichtig) zu stellen. Der Antrag kann von demjenigen Ehegatten gestellt werden, der deutscher Staatsangehöriger ist. Zuständig ist das Standesamt in dessen Zuständigkeitsbereich der Antragsteller seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat. Es bedarf die Vorlage der gleichen Unterlagen, die für die Eheschließung im Inland ebenfalls gefordert würden.

Vorzulegende Unterlagen (immer im Original und falls erforderlich mit entsprechender Übersetzung):

  • Ausweis/oder Reisepass
  • aktuelle (nicht älter als ein Jahr) beglaubigte Abschrift aus dem Geburtenregister (erhältlich beim Geburtsstandesamt) oder
  • ausländische Geburtsurkunde (mit entsprechender Überbeglaubigung)
  • Eheurkunde (mit entsprechender Überbeglaubigung)
  • bei etwaigen Vorehen: aktuelle (nicht älter als ein Jahr) beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister  o. beglaubigte Abschrift aus dem als Heiratseintrag fortgeführten Familienbuch mit dem Auflösungsvermerk, Eheurkunde (mit entsprechender Überbeglaubigung, falls Eheschließung ebenfalls im Ausland stattfand)
  • evtl. vollständiges Scheidungsurteil mit Rechtskraftvermerk
  • evtl. Einbürgerungsurkunde oder Staatsangehörigkeitsurkunde
  • evtl. Registrierschein und Vertriebenenausweis und evtl. Nachweis über Namenserklärungen nach § 94 BVfG/Art. 47 EGBGB

Diese Aufzählung der Unterlagen ist nicht abschließend. Aufgrund des jeweiligen Einzelfalls sollten Sie sich bei dem zuständigen Standesamt vorab telefonisch informieren.

Da im Ausland häufig nicht die im deutschen Recht vorgesehenen Namenswahlmöglichkeiten gegeben sind bzw. diese Behörden die rechtsverbindliche Namenserklärung entgegennehmen können, sollten Sie nach Rückkehr in die Bundesrepublik (vorherige Terminvereinbarung erforderlich) mit Ihrer Heiratsurkunde beim Standesamt gemeinsam vorsprechen und eine gemeinsame Namenserklärung abgeben.

Auskünfte zur Namenswahl kann Ihnen ebenfalls die zuständige Standesbeamtin unter der Tel. (09131) 86-2478 geben.

 

Kosten:

  • Beurkundung der im Ausland geschlossenen Ehe: 50,-- €
  • zusätzlich 20,-- € je Ehegatten, für den das ausländische Recht zu beachten ist
  • Überprüfung einer ausländischen Entscheidung in Ehesachen durch das Standesamt oder die Standesamtsaufsicht: 40,-- €
  • Namenserklärung: 25,-- €
  • beglaubigte Abschrift aus dem Eheregister, Eheurkunde, mehrsprachiger Auszug aus dem Eheregister, Bescheinigung über die Namensänderung: je 10,-- €

 

Rechtsgrundlagen

§§ 34 ff Personenstandsrechtsreformgesetz (PStRG), Art. 11 Abs. 1 Einführungsgesetz zum Bürgerlichen Gesetzbuch (EGBGB). 

05.11.2018
» zurück zur Übersicht

Weiterführende Informationen

eDienste & Anwendungen
Dienstleistungen der Stadt

Kontakt