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Überwachung von Kleinfeuerungsanlagen in besonderen Fällen

Die 1. Bundesimmissionsschutzverordnung (1. BImSchV) oder Kleinfeuerungsverordnung regelt die Errichtung und den Betrieb von Kleinfeuerungsanlagen. Dazu zählen die Feuerungsanlagen in Privathaushalten und Wohnanlagen, aber auch die meisten Feuerungsanlagen von Betrieben, Industrie und Gewerbe. Aufgrund der hohen Anzahl dieser Anlagen tragen diese erheblich zur Schadstoffbelastung der Luft bei (Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Stickstoffoxide, Feinstaub).

In der 1. BImSchV wird vorgeschrieben, welche Brennstoffe in welchen Feuerungsanlagen eingesetzt werden dürfen.

In Abhängigkeit vom eingesetzten Brennstoff werden für die Feuerungsanlagen Emissionsgrenzwerte vorgeschrieben.

Für Öl- und Gasfeuerungen wird durch die Begrenzung der Abgasverluste (§ 10 der 1. BImSchV) ein effizienter Einsatz des Brennstoffes vorgeschrieben.

Für Feuerungsanlagen mit
• festen Brennstoffen und
• Öl- und Gasfeuerungen mit einer Feuerungswärmeleistung > 1 MW wird die erforderliche Schornsteinhöhe in § 19 der 1. BImSchV  vorgeschrieben (nicht in der Feuerungsanlagenverordnung (FeuV)).

Es ist geregelt wann und wie die Feuerungsanlagen erstmals und wiederkehrend durch Emissonsmessungen überwacht werden (§ 12 bis 18 der 1. BImSchV). Zuständig dafür sind die Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger.

Novelle der 1. BImSchV 2010

Die wichtigsten Änderungen werden im Folgenden kurz zusammengefasst:
Die 1. BImSchV wurde letztmals 2010 geändert. Der – im Interesse des Klimaschutzes gewünschte -  Einsatz erneuerbarer Energien insbesondere in  Form von Holz ist aber ohne emissionsmindernde Maßnahmen mit höheren Schadstoffemissionen, wie Feinstaub, verbunden. Um der Verschlechterung der Luftqualität zu begegnen, wurden die Emissionsgrenzwerte für Feststofffeuerungsanlagen verschärft und zwar in zwei Stufen (siehe § 5 der 1. BImSchV):
• Stufe 1: seit 22. März 2010
• Stufe 2: ab 01. Januar 2015

Feststofffeuerungsanlagen, die als Zentralfeuerungsanlage mit einem flüssigen Wärmeträgermedium betrieben werden, sollen mit einem Pufferspeicher ausgerüstet sein.

Für Altanlagen gibt es eine Übergangsregelung in 3 Stufen (§ 25 der 1. BImSchV).

Für die Errichtung und der Betrieb von Einzelraumfeuerungen für feste Brennstoffe bestehen spezielle Reglungen (§ 4 Abs. 3 der 1. BImSchV). Für Einzelraumfeuerungen ist keine regelmäßige Überwachung durch Emissionsmessungen vorgesehen. Durch eine Typprüfung des Herstellers ist nachzuweisen, dass sie unter Prüfbedingungen die Anforderungen an die Emissionsgrenzwerte und den Mindestwirkungsgrad nach Anlage 4 der 1. BImSchV einhalten. Die Anforderungen werden ebenfalls in zwei Stufen verschärft:

• Stufe 1: seit 22. März 2010
• Stufe 2: ab 01. 01. 2015

Für einen emissionsarmen Betrieb einer Einzelraumfeuerung ist von wesentlicher Bedeutung, dass die Feuerungswärmeleistung der Anlage nicht überdimensioniert ist, so dass ein häufiger Schwachlastbetrieb vermieden wird. Deshalb muss die Feuerungswärmeleistung ein einer Einzelraumfeuerungsanlage auf den Wärmebedarf des Aufstellungsraumes abgestimmt sein (siehe dazu Bericht über Auslegungsfragen zur 1. BImSchV des Länderausschuss Immissionsschutz (LAI).

05.07.2012
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