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Schimmel im Wohnraum

Schimmelpilze im Wohnraum gedeihen immer dort, wo es zu feucht ist. Die Ursache für feuchte Wände ist eine Ursache zu hoher Luftfeuchte.

Wie entstehen Schimmelpilze?

Schimmelpilze brauchen Feuchtigkeit. Diese Feuchtigkeit kann auf verschiedene Wege in die Wohnräume gelangen:

  • Bauwerksschäden wie undichte Rohre, Schäden am Dach, Risse in der Außenwand oder mangelnde Abdichtungen im Keller oder am Balkon
  • Überschwemmungen oder Rohrbrüche
  • Mangelhafte Wärmedämmung oder bauphysikalische Fehler
  • Neubaufeuchte, die durch zu frühe Möblierung, Fußleisten usw. nicht entweichen kann
  • Heiz- und Lüftungsfehler


Egal was die Ursache ist, sie muss gefunden und beseitigt werden.


Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass in jedem Haushalt Wasserdampf in großen Mengen produziert und von der Luft aufgenommen wird. In einem 3-Personen-Haushalt können pro Tag 6-14 Liter Wasser freigesetzt und von der Luft aufgenommen werden.

 

Feuchtigkeitsabgabe pro Tag durch:

Menge

Mensch
1,0-1,5 Liter
Kochen 0,5-1,5 Liter
Duschen, Baden (pro Person) 0,5-1,0 Liter
Wäschetrocknen (4,5 kg)
geschleudert
tropfnass
1,0-1,5 Liter
2,0-3,5 Liter
Zimmer- bzw. Topfpflanzen 0,5-1,0 Liter



Diese Feuchtigkeit muss weggelüftet werden. Die häufigste Ursache für Schimmel in Gebäuden entsteht nämlich durch Heiz- und Lüftungsfehler.
Die Luft kann in Abhängigkeit von der Temperatur nur eine begrenzte Menge Wasserdampf aufnehmen. Warme Luft kann wesentlich mehr aufnehmen als kalte.
Die relative Luftfeuchtigkeit sollte deshalb während der Heizperiode zwischen 40 und 60 % liegen. Je schlechter die Wärmedämmung des Gebäudes ist, desto niedriger sollte die relative Feuchtigkeit sein.
Die Schwankungen der Luftfeuchte kann man im Gegensatz zur Temperatur meist nicht wahrnehmen.


Tipp

Sie können die Feuchtigkeit in ihrer Wohnung mit einfachen Feuchtigkeits Messgeräten (Hygrometer) selbst messen.

Wie vermeidet man Schimmelpilze?

Wenn keine Bauschäden der Grund sind, können durch die richtige Beheizung und das richtige Lüftungsverhalten auch weniger gut gedämmte Häuser und Wohnungen schimmelfrei bleiben.



Tipps zum richtigen Lüften

  • Lüften Sie nach Möglichkeit so, dass Durchzug entsteht und die Luft schnell ausgetauscht wird. Je nach Außentemperatur und Windstärke reichen schon wenige Minuten dafür aus. Nur die warme feuchte Luft soll gegen kühlere Außenluft ausgetauscht werden, ohne dass Wände, Decken und Möbel dabei auskühlen können. So bleibt der Energieverlust gering.


Monate notwendige Lüftungsdauer für einen Luftwechsel
bei ganz geöffnetem Fenster (Stoßlüftung)
Dezember, Januar, Februar 4 bis 6 Minuten
März, November 8 bis 10 Minuten
April, Oktober 12 bis 15 Minuten
Mai, September 16 bis 20 Minuten
Juni, Juli, August 25 bis 30 Minuten


  • Lüften Sie 3-4-mal täglich, wenn Sie berufstätig sind mindestens 2-mal täglich. Auch wenn es draußen neblig und regnerisch ist, in der Heizperiode wird dadurch immer Feuchtigkeit abgeführt.
  • Vermeiden Sie während der Heizperiode Dauerlüften, zum Beispiel durch Kippen des Fensters.
  • Lüften Sie sofort nach dem Duschen oder Baden oder wenn größere Dampfmengen durch das Kochen entstanden sind.


Achtung: Beim Keller gilt eine andere Lüftungsregel:

Im Sommer Kellerfenster / -türen geschlossen halten, da sonst die warme Luft an den kühlen Kellerwänden kondensiert und die Räume feuchter werden (Ausnahme: beheizte Keller z.B. Hobbyräume). Im Winter für Durchzug sorgen, damit die trockene Außenluft die feuchte Innenluft verdrängt. Das Gleiche gilt auch für Waschkeller.

Tipp:

Lüften Sie im Keller nur, wenn die Außentemperatur geringer ist als die Wandtemperatur im Innenraum.


Tipps zum richtigen Heizen

  • Heizen Sie gleichmäßig. Die Temperatur in Wohnräumen sollte zwischen 19° und 21 °C betragen.
  • Der Temperaturunterschied zwischen den Räumen sollte nicht mehr als 5 °C betragen.
  • Türen zu kühleren Räumen geschlossen halten, z.B. zum unbeheizten Schlafzimmer, damit sich keine warme, dadurch auch feuchtere Luft aus den übrigen Räumen an den kalten Wänden niederschlagen kann.
  • Wenn Sie die Wohnung verlassen: Heizung nicht abstellen, sondern nur ca. 2-3 °C absenken.
  • Die Heizkörpern nicht durch Möbel zustellen oder mit Vorhängen verdecken.



    Weitere Tipps

    Möbel vor kalten Außenwänden mit mindestens 5 cm Abstand zur Wand aufstellen. Nach Möglichkeit diese Wände jedoch frei von Möbeln halten.

  • Keine Einbauschränke in Neubauten (Baufeuchte). Besonders gefährdet sind: Bad, Küche, Flur und Schlafzimmer.
    Müssen Einbauküchen trotzdem in Neubauten eingebaut werden, sollte die Sockelblende noch eine Heizperiode lang offen bleiben.
  • Nach dem Duschen Fliesen / Duschwände mit einem Wischer abziehen oder abtrocknen.
  • Wäsche nach Möglichkeit draußen trocknen - auch im Winter.

     

    Wie beseitigt man Schimmelpilze?

    Der Schimmel muss beseitigt und dessen Ursache ermittelt und behoben werden. Eine Schimmelpilzsanierung ohne Beseitigung der Ursachen ist nicht sinnvoll, da früher oder später mit einem erneuten Schimmelwachstum zu rechnen ist.

    Stark befallene Stellen sollten möglichst rasch saniert werden, da durch jede Luftbewegung Schimmelpilzsporen aufgewirbelt werden.

    Wichtig:

    Schimmelpilze müssen vollständig entfernt werden. Es reicht nicht sie nur zu töten, denn auch abgestorbene Schimmelpilze können allergische und reizende Wirkungen auslösen.

    Befallene poröse Materialien, wie Tapeten, Gipskartonplatten oder Holzverkleidungen, können nicht gereinigt, sondern müssen entfernt werden. Da Polstermöbel und Textilien auch nur sehr schwer zu sanieren sind, sollten sie je nach Anschaffungskosten entsorgt werden.
    Sanierungen kleineren Umfangs, etwa lediglich oberflächlicher Befall oder wenn die befallene Fläche kleiner ist als 0,4 m2, kann man im Allgemeinen selber machen. Dabei sind vorsorglich Schutz Handschuhe, Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.

    Allergiker/innen oder Personen mit chronischen Erkrankungen der Atemwege oder geschwächtem Immunsystem sollten auf keinen Fall eine Sanierung selbst durchführen oder sich währenddessen im Raum aufhalten.


    Beispiele für die Eigensanierung:

    Kleineren Schimmelbefall (bis 0,4 m2) können Sie in der Regel selbst entfernen. Dabei sollten Sie auf folgende Regeln achten:

    • Befallene Tapeten oder Siliconfugen entfernen.
    • Oberflächlich befallene Stellen, z.B. auf Metall, Keramik, Glas oder lackiertem Holz, mit einem Haushaltreiniger abwaschen oder die befallenen Flächen mit einem dafür geeigneten Staubsauger absaugen und den Staubsaugerbeutel entsorgen.
    • Geeignete Staubsauger sind beispielsweise Industriestaubsauger mit Abluft nach draußen oder Haushaltsstaubsauger mit HEPA-Filter, die nach EN 1822 z.B. durch das DMT (Deutsche Montan Technologie GmbH) geprüft wurden oder das TÜV-Zeichen „für Allergiker geeignet“ tragen.
    • Anschließend die gereinigten Flächen mit 70-80 %igem Ethylalkohol abreiben und gut durchtrocknen lassen.



    Vorsicht beim Umgang mit hochprozentigem Alkohol: Explosionsgefahr! Gut lüften! Nicht rauchen! Kein offenes Feuer!

    Im Anschluss daran die sanierten Flächen und deren Umgebung feucht reinigen, damit auch der verteilte Feinstaub entfernt wird.
    Die bei der Sanierung anfallenden, mit Schimmelpilz belasteten Abfälle, können - in Plastikbeutel verpackt - mit dem Hausmüll entsorgt werden.

    Auf chemische Spezialmittel zur Schimmelpilz-Entfernung sollte verzichtet werden. Sie enthalten oft bedenkliche Chlorverbindungen, gesundheitliche Risiken sind nicht auszuschließen.

    Umfangreiche Arbeiten sollten von Spezialfirmen (Asbest- oder Bausanierungsfirmen) ausgeführt werden, die mit solchen Sanierungsarbeiten, den hierbei auftretenden Gefahren, den erforderlichen Schutzmaßnahmen und den zu beachtenden Vorschriften vertraut sind. Zur Erfolgskontrolle sollte nach der Sanierung eine Raumluftmessung durchgeführt werden, wobei eine Vergleichsmessung der Außenluft unbedingt erforderlich ist. Denn: die Raumluft kann normalerweise nicht „besser“ als die Außenluft sein.

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