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Berichte

Mariä Schnee zum Jubiläum in Erlangen

65 Jahre ist es nun her, seit die Stadt Erlangen die Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus Brüx übernommen hat. Der damalige Oberbürgermeister, Michael Poeschke, sagte damals: "Mögen unsere Brüxer Gäste aus diesem Heimattreffen die Kraft schöpfen, die notwendig ist, den Lebenskampf an ihren jetzigen Wohn- und Arbeitsorten zu bestehen." Mit dem damaligen Bekenntnis zu den "Flüchtlingen", wie sie häufig genannt wurden, ist eine Verpflichtung verbunden, der sich Erlangen bis heute bewußt bleibt.

Mahnmal Vertrieben Ehrenfriedhof

Auch wenn es heute längst nicht mehr um den Überlebenskampf geht. Auch wenn die Vertriebenen in der neuen Heimat längst angekommen sind, wofür Peter Wesselowsky, Obmann des Heimatkreises Brüx, als Altbürgermeister von Ochsenfurt, das beste Beispiel liefert.

Kranz Ehrenmal Brüx

Auch wenn es längst nicht mehr um Eingliederung geht, wie seinerzeit früher Integration nannte: Die ursprüngliche Heimat ist leider für immer verloren, und weder Politik noch Gesellschaft in der Tschechischen Republik zeigen sich bereit, das an den ehemaligen Mitbürgern begangene Unrecht wieder gutzumachen oder wenigstens die moralische Verantwortung dafür zu übernehmen.

Treffen am Denkmal für Brüx

Da ist und bleibt es wichtig, wenn Birgitt Aßmus, Fraktionsvorsitzende der CSU im Stadtrat Erlangen, stellvertretend für Oberbürgermeister Florian Janik und die gesamte Lokalpolitik bekräftigt: Brüx hat in Erlangen sein Zuhause. Und dann der Hinweis, auf den alle gewartet haben: "Auch wenn in den nächsten Jahren der Frankenhof, wo Sie Ihre Heimatstuben gemeinsam mit den Vertriebenen aus Komotau haben, umgestaltet wird, Ihre Räume dort können Sie - abgesehen von der Periode des Umbaus - als gesichert betrachten. Wir werden auch in Zukunft zu unserer Patenschaft stehen."

Heimatkreis Brüx mit Birgitt Aßmus

Ein Gottesdienst im Zeichen von Mariä Schnee, dem zentralen Fest der Brüxer, ein Totengedenken, die Mitgliederversammlung, ein Fränkischer Abend füllten das Wochenende für die Angereisten aus dem ganzen Bundesgebiet, die sich in Erlangen zu Hause fühlen. Und Erlangen darf stolz sein auf seine Wahlbürger, wenn die auch größtenteils immer nur für wenige Tage zu Gast sind. Denn es waren und sind gerade die Vertriebenen, die Deutschland nach dem Krieg entscheidende Impulse gegeben haben und die Gesellschaft bis heute prägen. Dafür ist nicht nur an dieser Stelle der Ort, Danke zu sagen für eine großartige Lebensleistung. Mehr unter www.kreis-bruex.de

Peter Steger, 4. August 2014

04.08.2014
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