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Berichte

Ein Doppeltreffen in Erlangen und Komotau

So etwas soll beim nächsten Bundestreffen der Heimatvertriebenen aus Komotau und den umliegenden Dörfern nicht mehr passieren. Obwohl es ja durchaus auch seinen Charme hatte. Die einen trafen sich hier, die anderen dort.

Gedenken am Mahnmal

In Erlangen gedachte man der Opfer des Unrechts, und in Komotau stellten die Erlanger Fotoamateure aus. Ingrid Albrecht berichtet dazu:

Erlanger Fotoamateure in Komotau

Am Freitag, den 19. September, fuhr Peter Steger sechs Mitglieder der Erlanger Fotoamateure mit ihren ca. 40 gerahmten Bildern nach Chomutov, das einstige Komotau. Nach drei Stunden Fahrt wurden wir herzlich begrüßt vom Direktor des Regionalmuseums, Stanislav Děd. Herr Steger brach leider wegen dringender Termine sofort wieder nach Erlangen auf. Wir EFAs haben unterdessen mit fleißigen Helfern in ca. zwei Stunden unsere Fotos in der Katharinenkirche aufgehängt.

Ausstellung Erlanger Fotoamateure Katharinenkirche Komotau

Am Samstag um 11 Uhr wurde unsere Ausstellung „Effekte“  eröffnet. Herr Děd freute sich in seiner Rede über unsere jahrelangen guten  Kontakte, die wir auch weiter pflegen wollen. Außerdem waren vier Mitglieder der "Gruppe Plus" des Kunstvereins Erlangen unter der Leitung von Irene Hetzler angereist, die ebenfalls zukünftig die Kontakte pflegen wollen und in ca. zwei Jahren eine Ausstellung in der Galerie Speicher planen. Übersetzer war wieder Kurator Hr. Jan Hirsch vom Museum. Und als besonderes Highlight bekamen wir nachmittags eine Sonderführung von Renata Gubikova, der Kuratorin u.a. der Gotikausstellung im Museum. Alle waren begeistert. Am Sonntag reiste EFA mit dem Zug gemütlich zurück nach Erlangen. – Ein schönes Wochenende war vorüber.

Gedenken am Mahnmal Komotau mit Hedwig Gemmrig

Am gleichen Wochenende also auch das Bundestreffen der Komotauer in Erlangen. Nicht mehr mit den 8.000 Teilnehmern wie in den ersten Jahren der Patenschaft vor mehr als sechs Jahrzehnten, auch mit keinen Zeitzeugen mehr der Einweihung des Mahnmals für die Vertriebenen aus Komotau, 1963 aufgestellt an der Siglitzhofer Straße vor der Adalbert-Stifter-Schule, aber mit Angehörigen und Nachfahren der Opfer von damals, mit Menschen, deren Schmerz, wie es Oberbürgermeister Florian Janik in seinem Grußwort am Sonntag ausdrückte, uns heute angesichts der Flüchtlinge aus aller Welt wieder ganz gegenwärtig ist.

Florian Janik, Bundestreffen Komotau 2014

Florian Janik bekennt sich zur großen Freude der versammelten Komotauer, in der Tradtion seiner vier Vorgänger klar dazu, das Erbe des Heimatkreises in der Patenstadt zu bewahren und lädt schon jetzt zum nächsten Treffen in zwei Jahren ein. Dann wird auch Karin Günther, die in Komotau geborene Vorsitzende der Erlanger Fotoamateure, wieder dabei sein. Versprochen. Die Termine sind schon abgesprochen.

Hedwig Gemmrig und Florian Janik

An beiden Tagen kamen rund 100 Komotauer aus der ganzen Bundesrepublik im Frankenhof zusammen, um sich zu sehen und Erinnerungen auszutauschen. Der Kontakt zu vertrauten Menschen ist für sie unverzichtbar. Heimatskreisbetreuerin, Hedwig Gemmrig, sagte in Ihre Begrüßungsrede am Sonntag, die Patenstadt Erlangen sei für ihre Landsleute seit über 60 Jahren ein Stück neuer Heimat geworden. Und weiter: "Unsere Geschichte, inzwischen  ein Teil der Geschichte von  Erlangen, soll auch später dort noch  zu finden sein. Das kultursoziale Wirken der Stadt Erlangen für die Vertriebenen nach dem 2. Weltkrieg werde damit dankend  festgehalten."

Peter Steger, 22. September 2014

11.10.2014
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