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Berichte

Vergessene Helden | Wanderausstellung im Rathaus

Einladung

Am Mittwoch, den 5. November 2014, eröffnet Oberbürgermeister Dr. Florian Janik um 17.00 Uhr im Foyer des Rathauses Erlangen die Wanderausstellung Vergessene Helden. Die Schautafeln werden dort bis zum 13. November zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen sein.

Wir dürfen Sie herzlich zur Ausstellungseröffnung einladen, bei der neben dem Bohemisten Prof. Dr. Karl-Heinz Plattig auch Tomáš Okurka, Leiter des Museums Ústí nad Labem, sowie Dr. Christian Hoyer, Vorsitzender des Bubenreutheum-Vereins, sprechen werden.

Eine besondere Verbindung zu Erlangen hat diese Ausstellung zum einen, weil Otto Seidl, der Begründer der Partnerschaft mit dem schwedischen Eskilstuna, dort einen Platz hat, vor allem aber auch wegen der seit mehr als 60 Jahren gepflegten Patenschaft für die Heimatvertriebenen aus Brüx und Komotau, in der Region von Ústí nad Labem, dem früheren Aussig an der Elbe, gelegen.

Mehr zu der Ausstellung entnehmen Sie bitte dem Informationsblatt.

Museum Aussig

Vergessene Helden

Eine Wanderausstellung zum Thema deutsche NS-Gegner in den böhmischen Ländern

Gegner des Nationalsozialismus findet man auch unter den deutschsprachigen Bürgern der ehemaligen Tschechoslowakei. Im Jahre 1938 traten sie gegen die Hitleranhänger auf und waren bereit, die Tschechoslowakische Republik zu verteidigen. Während der nationalsozialistischen Besetzung beteiligten sie sich an der Widerstandsbewegung in der Heimat und im Ausland. Manche von ihnen wurden durch das nationalsozialistische Regime inhaftiert oder hingerichtet. Nach dem Krieg fanden diese Menschen in der Regel nicht die ihnen gebührende Anerkennung. Sie waren im Gegenteil als Mitglieder der deutschen „Täternation“ dem Hass der tschechischen Gesellschaft preisgegeben und wurden wiederum verfolgt.

Stiftung

Im August 2005 verabschiedete die tschechische Regierung eine Resolution, in der sie den deutschen NS-Gegnern gegenüber tiefe Anerkennung und zugleich ihre Reue aussprach. Die Resolution setzte ferner Finanzmittel für ein Projekt frei, das folgenden Titel trägt: „Dokumentation der Schicksale aktiver NS-Gegner, die nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges von den Maßnahmen betroffen waren, die in der Tschechoslowakei gegen die so genannte feindliche Bevölkerung ergriffen wurden“. Dies umfasste die Sammlung von zahlreichen Zeitzeugenberichten, die Durchführung von Archivforschung, die Einrichtung einer Datenbank der deutschen Antifaschisten, die Veranstaltung wissenschaftlicher Konferenzen und Vorlesungen, die Herausgabe von Publikationen usw.

Bubenreutheum

Zum Projekt gehört auch die große Wanderausstellung Vergessene Helden. Die Autoren der Ausstellung sind das Institut für Zeitgeschichte der Tschechischen Akademie der Wissenschaften, das Museum der Stadt Ústí nad Labem und das Nationalarchiv. Die breite Öffentlichkeit kann durch diese Ausstellung von der Problematik der deutschen NS-Gegner in den böhmischen Ländern erfahren. Der allgemeine Teil stellt die Lage der deutschen Minderheit in der Tschechoslowakischen Republik in der Zwischenkriegszeit, die zunehmende Sympathie der meisten Deutschen für den Nationalsozialismus, die Verfolgung der deutschen NS-Gegner nach der Angliederung von Sudeten an Deutschland im Jahr 1938, deren Teilnahme am Widerstand gegen das nationalsozialistische Regime, neuerliche Diskriminierung in der Nachkriegstschechoslowakei und die Umstände, unter denen die meisten deutschen NS-Gegner die Tschechoslowakei verließen, dar. Viel Raum wird den dramatischen Schicksalen einzelner Zeitzeugen gewidmet. Sie werden nicht nur in Texten, sondern auch durch Fotografien und in einem Dokumentarfilm dargestellt. Ferner wird die Atmosphäre der Zeit durch zeitgenössische Plakate, Bekanntmachungen und authentische Filmaufnahmen dokumentiert. Alle Texte sind auf Tschechisch und Deutsch.

12.11.2014
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