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Das Leben der Unseren

Der Umwelt zuliebe in Erlangen

(aus der Dokumentation „Das Leben der unseren“. Stadt Erlangen, 2007)

„Es war eine sehr schöne Zeit“, erinnert sich Heike Stötzner an ihre Monate in Erlangen. „Hätte es damals eine feste Stelle dort gegeben, hätte ich mich sofort beworben.“

Angefangen hat alles im Spätherbst 1990. Da gab es im Umweltamt Jena ein Jobangebot für das Umweltamt Erlangen. Aufgrund der Städtepartnerschaft wollte Erlangens Umweltamt einen Kollegen aus Jena einladen, um ihn in die nun geltenden Bundesgesetze einzuführen. „Mit dem Ziel, nach Erlangen zu gehen, habe ich mich dann im Umweltamt Jena beworben“, erzählt Heike Stötzner. Gerade erst hatte sie in Halle das Studium zur Diplom-Geographin abgeschlossen. „Schon wenige Wochen später trat ich dann die ausgeschriebene Stelle in Erlangen an“, erinnert sie sich. Das war im Dezember 1990, Heike Stötzner war damals 24 Jahre alt. Zuvor war die Jenaerin nie in Erlangen gewesen. Was waren also die ersten Eindrücke? „Als erstes sind mir die vielen Fahrräder aufgefallen. Die Radfahrer in Erlangen genießen eine hohe Priorität im Straßenverkehr, das ist in Jena nicht so.“ Außerdem gefiel ihr die Altstadt: „Das Umweltamt lag damals in der Altstadt, und da sind mir die vielen schönen Sandsteingebäude aufgefallen.“ Besonders ansprechend fand Heike Stötzner auch den Schloßgarten und die Kneipenkultur in Erlangen: „Damals gab es in Jena keine Cafés oder Kneipen, wo man auch draußen sitzen konnte. Die vielen Tische und Stühle vor den Cafés sind mir sofort aufgefallen.“

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(Jetzt führen alle Radwege auch nach Jena. Photo privat.)

Anfang Dezember war dann ihr erster Arbeitstag im Umweltamt Erlangen: „Ich wurde sofort herzlich von allem Kollegen aufgenommen und integriert. Es gab einen eigenen Schreibtisch für mich, und wir waren zu dritt in einem Bürozimmer, so daß ich nie mir selbst überlassen blieb. Ich habe mich absolut willkommen gefühlt.“ Gewohnt hat der Gast im Studentenwohnheim. Dafür hatte die Stadt Erlangen im Vorhinein gesorgt.

Stötzners Arbeitsbereich war in erster Linie der Immissionsschutz. „Hier habe ich eng mit der Kollegin Ursula Mann zusammengearbeitet. Sie hat mich in die Thematik eingeführt und angelernt. Zu meinem Aufgabenbereich gehörte beispielsweise die Überwachung von chemischen Reinigungsanlagen. Mit Ursula Mann habe ich außerdem die Lärmemissionen der Schausteller auf der Bergkirchweih gemessen“, erinnert sich Heike Stötzner. Neben ihrem Hauptbereich Immissionsschutz konnte die Jenaerin auch in andere Abteilungen hineinschnuppern: Sie arbeitete kurzzeitig im Bauamt oder auch im Planungsbereich.

Das Erlanger Jobangebot war ursprünglich auf ein halbes Jahr ausgelegt. Da ihr die Arbeit in Erlangen aber so gut gefallen hatte und auch die Erlanger Kollegen sich eine weitere Zusammenarbeit wünschten, verlängerte die Stadtverwaltung Jena die Abordnung um weitere vier Monate. Im Oktober 1991 ging es dann zurück nach Jena. „Ich wäre sehr gerne noch länger in Erlangen geblieben. Das Leben dort hat mir sehr gut gefallen, und ich habe viele Freundschaften geschlossen“, erzählt sie. Deshalb verbrachte sie nach der Rückkunft in Jena noch viele Wochenenden in Erlangen. „Einige Freundschaften bestehen noch heute. Deshalb bin ich noch immer mindestens einmal im Jahr dort.“

Zurück in Jena blieb Heike Stötzner ihrem Tätigkeitsbereich treu und arbeitet bis heute im Umweltamt. Auch dank ihrer Erlanger Erfahrungen konnte sie schließlich die Leitung des Sachgebietes Immissionsschutz übernehmen. Als besonders erfreulich empfand sie die andauernde Zusammenarbeit mit Erlangen: „Bei Fragen konnten wir uns jederzeit wieder an Erlangen wenden. Schließlich war für uns im Bereich Umwelt vieles neu nach der Wende.“ Heute ist das Umweltamt Jena selbst fit genug und braucht keine Unterstützung mehr aus Erlangen. „Die Telefonate mit Erlangen führe ich aber trotzdem noch. Nun nicht mehr dienstlich, dafür aber privat“, freut sich Stötzner.

Bis heute lebt Heike Stötzner mit ihrem Lebenspartner in Jena. Sie ist 41 Jahre alt und hat einen achtjährigen Sohn. Im September erwartet sie ihr zweites Kind.

Jennifer Jahns, Erlangen, FAU

Die Texte und Bilder sind ausschließlich für nichtgewerbliche Zwecke bestimmt. Alle Urheber- und Leistungsschutzrechte liegen bei der Stadt Erlangen. Zuwiderhandlungen ziehen rechtliche Konsequenzen nach sich.

29.07.2009
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