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Projekte und Kontakte

Aufbruch nach Erlangen

Das Jahr 1990 war für uns an der Volkshochschule Jena ebenso wie in allen anderen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens der DDR ein Jahr des Umbruchs. Die bisherige Leiterin wurde durch ihren Stellvertreter, Herrn Voss, abgelöst, neue Aufgabenfelder sollten sich uns erschließen, und es galt, die kommunale Zuordnung unserer Einrichtung neu zu regeln. Dass es eine Städtepartnerschaft zwischen Erlangen und Jena seit 1987 gab, wussten wir. Schließlich wurde unsere damalige Leiterin wochenlang auf eine Fahrt mit einer Delegation nach Erlangen vorbereitet. Nur erzählen durfte sie uns nichts von ihrem Besuch.

              VHS Jena 2

Anfang 1990, genauer gesagt am 13. Februar 1990, fuhren einige Kolleginnen und ich halb privat zur Volkshochschule Erlangen. So viele Fragen hatten wir, z. B.:

-Gibt es Kurse, die zum Abitur führen? (Wir hatten zu DDR-Zeiten sogar das Prüfungsrecht für Schulabschlusskurse, aber würden wir das behalten?) Welche Werke werden im Deutschunterricht gelesen?

-Welche Lehrmittel und Abschlüsse gibt es im Bereich Deutsch als Fremdsprache?

-Welche Mindestteilnehmerzahlen sind festgelegt? Wie sieht die Gebührenordnung aus?

-Welche Computerkurse werden angeboten? Wie sind sie aufgebaut? Gibt es auch dort Prüfungsmöglichkeiten?

VHS Jena 6

Geduldig beantworteten uns die damaligen und teilweise noch heute tätigen Kollegen alle Fragen, voran der Leiter, Dr. Klaus Wrobel, den wir jetzt am 3. Oktober 2010 wieder in Jena begrüßen konnten. Weiterhin Herr Hellhammer, Frau Brandis, Herr Sponsel, Frau Kuhles, Frau Heyer und später Herr Beer, Frau Kaluza.

VHS Jena

Eine kleine Begebenheit am Rande: Als wir in der VHS wehmütig das Kopiergerät sahen, meinten unsere Erlanger Kollegen: „Wenn das einen halben Tag außer Betrieb ist, können wir nicht mehr richtig arbeiten.“ Wir kannten nur das stark riechende Ormig-Verfahren, bei dem jede einzelne Kopie genehmigt werden musste. Wenige Monate später verstanden wir diese Abhängigkeit. Dank einer Initiative des damaligen Bundesbildungsministers, Herrn Möllemann, wurden alle Volkshochschulen in den Neuen Bundesländern mit einem Kopiergerät einschließlich Wartungsvertrag ausgestattet.

Unser erstes Programmheft nach der Wende wurde von Erlangen aus gedruckt und finanziert. Auch das Geld für Kursleiter für Italienisch und Weiterbildungen der Deutschlehrer. Wir lernten sowohl die Vorzüge des Frankenhofes kennen als auch die schönen Seiten des Sommerfestes der Erlanger VHS. Begriffe wie Budgetierung und Plafonierung erklärte uns Dr. Wrobel beizeiten. 2008 trafen wir uns mit den Erlanger Kollegen in Jena, 2009 in Erlangen. Für uns, die wir in der Wendezeit und kurz danach die kollegiale Unterstützung der Erlanger Kolleginnen und Kollegen erlebt haben, wird es ganz sicher immer eine besondere Beziehung bleiben.

21.10.2010, Gudrun Luck (VHS Jena)

21.10.2010
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