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Projekte und Kontakte

Grußwort 60 Jahre Beutenberg nach der Wiedervereinigung am 9.12.10

Ich freue mich über das Jubiläum „60 Jahre Wissenschaft am Beutenberg“, ich grüße Sie und unsere besonderen Gäste und danke Hartmut Bartelt und Herrn Knorre für den guten Start. Ich beginne mit der Wiedervereinigung. Sie war eine große Chance, wirbelte gute Leute und Ideen durcheinander und brachte Gestaltungsfreiraum. Man brauchte das öfters oder müsste es neu erfinden. Ich selbst war seit 1993 dabei und hatte mich aus guten Gründen für Jena und das Institut für Physikalische Hochtechnologie entschieden, wie das neu benannte Physikalisch-Technische Institut hieß. Prof. Elschner, Jena sehr verbunden, war Geburtshelfer. Ich vertraute ihm sehr aus vielen Jahren gemeinsamer Arbeit im Sonderforschungsbereich Festkörperspektroskopie in Frankfurt und Darmstadt.

Auch von meiner Wissenschaft her hatte ich guten Grund, nach Jena zu gehen, war doch Prof. Albrecht, der Gründer des Physikalisch-Technischen Instituts PTI ein international anerkannter Supraleitelektroniker, und diese Profession hatte ich ja in den USA am CALTECH gelernt und in Frankfurt und dann bei Siemens für Forschung genutzt und in der Medizintechnik praktiziert.

Damals war der Beutenberg beherrscht durch das Hans-Knöll-Institut und das Institut für Molekulare Biotechnologie IMB, die beide hauptsächlich östlich der Straße in damals noch alten Bauten residierten. Hier, westlich der Straße, war damals noch wenig, außer unserer Mikrofabrikation, betrieben gemeinsam mit der Angewandten Physik der Universität und dem Neubau des Technologie- und Innovationsparks TIP (seit 1991). Beim TIP hatte sich die Stadt sehr engagiert, und das gefiel mir sehr! (bis heute 60 Unternehmen, 750 Jobs). Prof. Karthe war mein Kollege hier draußen. Er hatte bereits 1992 hier das Fraunhofer Institut begründet und begann die Konzeption eines Neubaus; ich machte mich mit meiner Mannschaft hier an den Reinraum-Neubau und Neubau des Instituts, das ja noch unten im Physikareal der Universität bestand.

Parallel wurden hochgezogen der Fraunhofer-Ausbau und der Ausbau der Angewandten Physik der Universität, die Erneuerungen des Hans-Knöll-Instituts und des Instituts für Molekulare Biotechnologie, dann die beiden Max-Planck-Institute Chemische Ökologie und Bio-Geo-Chemie, die Virologie und das Zentrum fürMolekulare Biomedizin der Universität und schließlich der Zentralbau. Das Bio-Instrumente-Zentrum entstand dank Herrn Ullrichs und Herrn Schmalbrocks unermüdlichem Einsatz, um ganz spezifisch Biotechnologie-Gründungen die erforderliche Infrastruktur zu bieten. Das gelang auch mit großem Erfolg und brachte 2006 den großen Preis. Die Aufbauarbeit brauchte viele Ideen auf allen Seiten incl. Stadt und Firmen, weitsichtige Berufungspolitik in der Universitätsleitung und im Kultusministerium, aufmerksame Forschungsorganisationen und faire Geldgeber bei Bund und Land, gute Selbstorganisation und professionellen öffentlichen Auftritt, international und hier vor Ort bei allerhöchstem Besuch. Der von uns gegründete Campus Verein war dafür Gold wert. Herr Boland und ich (und Frau Meyer) mit den Institutschefs im Rücken unterstützten uns gegenseitig so, dass es eine Freude war z. Bsp. bei der Präsentation im Miraikan in Tokyo.

Strategisch hatten wir uns für unsere Arbeit beraten: Bioinstrumente und Licht und Mikrotechnik sollten es sein, jedenfalls die besonderen Jenaer Stärken, möglichst im Verbund. Wer hatte sich beraten? Die Institutsleitungen von HKI (Prof. Knorre) und IMB (Prof. Schuster), die Universitätsleitung (Prof. Machnik), der Bürgermeister, aber auch Dr. Späth für die Jenaer Firmen!

                     Jena Stadt der Wissenschaft

Jetzt komme ich zu zwei Beispielen auf der Strategielinie, wo ich die Hand im Spiel hatte:

(Es gibt zum Glück noch mehr davon)

Mir half beim CLONDIAG-Beispiel ungemein das sehr gute Verständnis insbesondere mit Albert Hinnen vom Hans-Knöll-Institut. Unsere Mikrotechnik mit Michael Köhler als Kopf, Ideen- und Patent-Lieferant und Herrn Ermantrauts Ideen und Geschick mit Biotech-Material des Hans-Knöll-Instituts befruchteten sich äußerst ergiebig. Geboren wurde die CLONDIAG mit ihrer DNA-Microarray-Technik. Alle Achtung, Albert Hinnen, dann aus der Institutsleitung in die Firma zu gehen und den jungen Leuten, auch Torsten Schulz und Herr Hempel sind hier zu nennen, zum großen Erfolg zu verhelfen. Alle Achtung, da verdanken wir Dir und Herrn Saluz sehr viel für das Aushängeschild des Campus: Aus kombinierten Wissenschaften heraus in die Firmengründung mit fortbestehender gegenseitiger Befruchtung. Michael Köhler ging als Professor nach Ilmenau, Herr Fritzsche hält hier im IPHT mit Nanotechnologie weiter die Fahne hoch.

In dieser Zeit lief nebenan im Institut Molekulare Biotechnologie, heute Fritz-Lipman- Institut, äußerst erfolgreich Herrn Rosenthals großes nationales DNA-Projekt zum Humangenom. Der größte Teil aus Deutschland zum Humangenom kam von hier, d.i. weltweit ca. 10%! Gratulation besonders auch an Herrn Platzer!

Jetzt zum SUPRACON-Beispiel: Wir selbst im IPHT konnten den Jenaer Faden der Supraleiterelektronik aufnehmen und weiterspinnen: Die Meyers, Vater und Sohn, bauten hier die Forschungsgruppe und dann die Firma SUPRACON auf, ebenfalls von mir mit Begeisterung kräftig unterstützt und im Technologie- und Innovationspark begonnen. Mein herzlicher Dank geht an Herrn Margull, den TIP-Chef, der das großartig machte und macht.

Das ist etwas für die Zukunft: Supraleitende Elektronik ist menschengemachte makroskopische Quantenphysik und wird ganz sicher wichtig in der Nanotechnologie nach Ende des Moor’schen Gesetzes!

Als Einzelquanten-Detektoren, als Terahertz-Detektoren passt diese Forschung auch in die ganz neue Zeit der Photonics meets life sciences.

Genauso passen zu Photonics meets life sciences Hartmut Bartelts Fasersensoren und Laser-Fasern, Herr Tünnermanns Faser-Laser, die Nanopartikel-Reaktionen und -Charakterisierung von Herrn Fritzsche und die Biotech-Materialien, die medi- zinischen Aufgabestellungen und biochemischen Fragestellungen der Leibnitz- und Max-Planck-Institute des Campus und des Jenaer Umfeldes.

Das ging und geht doch sehr gut und darauf können wir hier stolz sein. Das ist nie zu Ende und kann und wird sich immer neu der internationalen Herausforderung stellen.

Gekrönt wurden unsere gemeinsame Arbeit und unser gemeinsames Auftreten mit der Universität, mit der Stadt durch den Titelgewinn „Jena, Stadt der Wissenschaft 2008“. Darüber habe ich mich gewaltig gefreut, und das hat uns allen mächtig Auftrieb gegeben.

Weiter so, kann ich vom nicht allzu weit entfernter Erlangen aus nur sagen, gehen Sie aufeinander zu mit Wissenschaft, mit Hightech-Werkzeugen in der Licht-Stadt und der Universitätsstadt ehrenvoller Tradition, die immer wieder neu zu gestalten ist.

Wir legen die Latte hoch und hatten zu unseren noblen Gesprächen wirklich Nobelpreisträger und wirklich Nobelpreisträger in spe., wie Herrn Zeilinger und sind sehr gespannt auf den heutigen wichtigen Vortrag in dieser Reihe.

09.12.2010, Prof. Dr. Eckhardt Hoenig

19.01.2011
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