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Projekte und Kontakte

Die Chorvereinigung vor dem Tag der deutschen Einheit

Geplant war das Wochenende zum 3. Oktober – doch für eine Gruppe von etwa 100 Leuten eine Übernachtsmöglichkeit und eine Bewirtung im Mainfränkischen für dieses Wochenende zu finden, das war, wie unser Organisator Stefan Barth verkünden musste, unmöglich! So trafen wir uns mit unserem Partnerchor aus Jena, dem „Singekreis Ziegenhainer Tal“ am 24./25. September, einem wunderschönen, sonnigen Wochenende, mit 40 Sängern aus unserer Partnerstadt im unterfränkischen Dettelbach. Es lag uns daran, den Freunden unser schönes Frankenland zu zeigen. Dettelbach ist ein lauschiges altfränkisches Städtchen mit malerischen engen Gassen und hübsch anzusehenden Fachwerkhäusern. Die 2008 neu sanierte Pfarrkirche St. Augustinus imponiert u.a. mit einem Altarbild von Michael Triegel.

Jena Chor Dettelbach

Nach der Stadtbesichtigung ließen wir uns ein gut fränkisches Mittagessen in der Klostergaststätte schmecken. Anschließend trafen wir uns alle wieder vor der Wallfahrtskirche „Maria im Sand“, wo uns ein Franziskanerpater aus dem dicht daneben liegenden „Kloster Dettelbach“ die Geschichte der Kirche und des Klosters erzählte und uns in dem Gotteshaus die Liebe Gottes auf so einnehmende und auch weltliche Art und Weise predigte, dass wir alle sehr angetan waren. Die beiden Chöre sangen in der Wallfahrtskirche gemeinsam das „Cantate Domino“ von Johann Crüger und ein „Ave Maria“ (Dirigent: Knut-Wulf Gradert) sowie das „Alta trinita“ und das „Ave verum“ von Mozart unter dem Dirigat von Thomas Julich. Der Kosbacher Stad’l Chor brachte das „Jubilate Deo“ von Orlando di Lasso und den russischen „Cherubimischen Lobgesang“ von Dmitrij Bortnjanskij zu Gehör.

Es muss noch erwähnt werden, dass uns ein Freund unseres Chorleiters aus seiner Jugendzeit, Hans-Udo Kurr, der Enkel des Architekten unserer Grundschule Büchenbach, der schon sehr lange in den USA lebt, mit seiner Familie begleitete. Dessen zwei (eigentlich Englisch sprechenden) Kinder, Matthias und Thomas (7 und 5 Jahre alt), sangen mit hellen und klaren Kinderstimmen, die von der wunderbaren Akustik der Kirche getragen wurden, „Stille Nacht, heilige Nacht“. Wirklich anrührend.

Nun machten wir uns auf den Weg nach Neuses am Berg, wo wir in der Häckerwirtschaft „Düll“ unseren gemeinsamen Abend verbringen wollten. Am Ziel war für uns eine Weinbergführung organisiert, bei der uns die fränkischen Traubensorten vorgestellt wurden. Wir hatten bei strahlendem Sonnenschein eine wunderbare Sicht auf das unterfränkische Weinbaugebiet um Dettelbach und Sommerach.

Der kurzweilige und eigentlich auch zu kurze Abend verging bei einer Brotzeit, bei Wein, Gesang und einer von Anni Hirsch und Lisa Köhler vorbereiteten Verlosung wie im Fluge. Adam Franz erheiterte alle Anwesenden mit seinem Lied „Morgenrot“ (Kantate über eine tote Sau).

Am nächsten Morgen trafen sich beide Chöre um 11.00 Uhr in Bamberg beim „Gobelmo“ (Gabelmann, Nähe altes Rathaus). Durch diese märchenhafte 1000-jährige Bischofsstadt begleiteten uns drei Fremdenführer, die uns, jeder auf seine besondere Weise, die Stadt mit ihren Sehenswürdigkeiten nahe brachten, wobei wir auch wundersame Geschichten erzählt bekamen. So wusste beispielsweise bisher kaum einer von uns, wie das „Schlenkerla“ zu seinem Namen kam oder warum die Stadt sowohl von der Pest als auch von den Bombeneinschlägen während des letzten Krieges verschont geblieben ist, usw.! Alle drei Gruppen hatten somit ihre eigenen Bamberg-Eindrücke und trafen sich um 12.30 Uhr in der Gaststätte „Klosterbräu“, wo wir uns im Kellergewölbe die fränkische Küche und das Brauereibier schmecken ließen.

Nun war unser gemeinsames Wochenende schon fast wieder zu Ende. Um 15.00 Uhr wartete der Bus, der unsere Gäste aus Ziegenhain wieder nach Hause bringen sollte, auf dem Schillerplatz in der Innenstadt. So schnell ließen wir unsere Sänger-Partner jedoch nicht ziehen. Alle Kosbacher und Ziegenhainer, ca. 90 Personen aus „Ost“ und „West“, bildeten auf dem Schillerplatz Hand in Hand einen großen Kreis und sangen unsere nun schon seit 22 Jahren gemeinsame Nationalhymne, womit wir natürlich auch die Aufmerksamkeit der Passanten erregten, die teils neugierig, teils bewegt stehen blieben und zuhörten.

Nach der obligatorischen Verabschiedung (die Gastgeber stehen in einer langen Reihe, die Gäste bilden ein Schlange und können so jedem Einzelnen Lebewohl sagen) winkten wir Kosbacher mit flatternden Taschentüchern, sichtlich gerührt, dem abfahrenden Bus hinterher. Auch an dieser Stelle möchten wir es nicht versäumen, Stefan Barth nochmals für die Organisation dieses erlebnisreichen Wochenendes herzlich zu danken.

24.10.11, Knut-Wulf Gradert

 

08.04.2012
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