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Projekte und Kontakte

Schulen und Sport einmal anders

Wenn Elisabeth Preuß, im Erlanger Rathaus als Bürgermeisterin zuständig für das weite Feld des Sozialen, der Integration und des Internationalen, nach Jena kommt, ist das immer wie eine Heimkehr. Das war besonders am letzten Freitag im April zu spüren, als sie anläßlich der 100-Jahr-Feier der Ostschule zu einem Empfang mit einer kleinen Abordnung des Marie-Therese-Gymnasiums unter Leitung des stellvertretenden Direktors, Rudolf Neukum, ganz in der Nähe der Straße eintraf, wo ihre Großmutter lebte, wo sie seit den 70er Jahren immer wieder zu Besuch war, wo ihre Cousins die Schulbank drückten.

Jena Anger 4

Da ist es nicht zu hoch gegriffen, wenn die Besucherin aus Erlangen in ihrem Grußwort davon spricht, die Ostschule sei ein Teil ihres eigenen Lebens. Und ein wichtiger Teil der Städtepartnerschaft, denn seit November 2006 beherbergt das Gebäude das Angergymnasium, das seit 22 Jahren den Austausch mit dem Marie-Therese-Gymnasium pflegt. Geht es nach dem Gastgeber, Reinhard Niemann, sollen diese Kontakte durchaus intensiver werden. Da kann es nicht ausbleiben, daß Rudolf Neukum den Leiter der Partnerschule noch heuer zur 125-Jahr-Feier des Marie-Therese-Gymnasiums nach Erlangen einlädt.

Einfach köstlich, das Gedicht, in das Erwin Barth, Lehrer am MTG, die Gastgeschenke verpackt hat:

 

Ihr Düringer seid nedde Leid,

drum homm mir uns ganz saggrisch gfreid,

dass mir als MDG-Verdreeder

nouch Jena derfn bei demm Weeder

und hunnered Jouer mid eich feiern,

dou kummer mir schou gern ass Bayern.

 

Übrigens, mir senn midnander seelnverwandt,

di Düringer und ers Frankenland:

Ihr wissd, dass mir Erl-anger sinn,

dou schdeggd des Werdla „Anger“ drin,

deswegn senn mir in Baddnerschafd verbundn

seid nunmehr 180.000 Schdundn.

 

Wollmer gemeinsam nouch vurner schauer

und auf unsere Zukunfd bauer,

su dass nu mäier zammwachsd, woss zammkärd,

laut Willy Brandt.

Drum gänger ers MDG und am Anger

aa Hand in Hand!

 

Zum Jubiläum, wäi solldsn andersch saa,

hommir fier eich a Gschenk derbaa:

ä Bäier, aweng ern Frankenwein und ern Seggd. –

Mir hoffn, dass eich dess allers schmeggd.

Herzliche Gräiß, ä schäins Fesdla und ä

Freindlichs „Ade“

Soong mir eich als Delegierde vom MDGee!

 

Das Geschenk der Gastgeber war nicht weniger originell: ein Ginkgo. Von diesem erst jüngst für die Stadtwelt wiederentdeckten Baum steht ein wunderschönes Exemplar in dem von Goethe angelegten Botanischen Garten Jenas, und nun soll er als Zeichen der Partnerschaft bald im Schulhof des MTG wachsen. Passend, denn der wird ohnehin gerade umgestaltet.

Jena Anger 2

Bürgermeister Frank Schenker, verantwortlich für die Bereiche Bildung und Soziales, kann sich da nur freuen über die lebendigen Verbindungen zwischen beiden Schulen und Städten. Doch bei der Freude am Erreichten will er es nicht belassen. Vielmehr plant er einen engeren Erfahrungsaustausch mit Erlangen im Bereich Bildung, denn da gibt es nicht nur viel Gemeinsames, sondern auch immer viel zu tun. Am besten gemeinsam. Und besonders im Jubiläumsjahr der Partnerschaft.

Ob all das fränkische Bier, der Frankenwein und der Sekt ausgetrunken wurde, ist nicht überliefert, denn Elisabeth Preuß verließ nach einer guten Stunde die Schule, um gemeinsam mit Eric alias Elo Glasser aus Jena und dem Partnerschaftsbeauftragten Peter Steger als gemischtes Partnerteam „Franken Gazellen“ beim 7. Teamlauf des Round Table an den Start zu gehen.

Zweieinhalb Kilometer waren entlang der Saale in der Oberaue als Staffel zurückzulegen, für einen guten Zweck: den Kinderdialyse-Verein Jena. Mitlaufen wollte übrigens auch Oberbürgermeister Albrecht Schröter, der aber, gesundheitlich angegriffen, zwar zu der Veranstaltung kam, dann aber doch nur gemeinsam mit seiner Kollegin aus Erlangen die Eröffnungsworte sprach und sein „Team Albrecht“ ohne den Namensgeber auf die Strecke schickte. Er hat nämlich noch viel Energie zu mobilisieren für den Endspurt zur Stichwahl um den Posten des Oberbürgermeisters am 6. Mai.

Jena - Lauf 1

Ganz unerwartet gab es da übrigens noch eine verwandtschaftliche Begegnung: Preuß trifft Preuß. Elisabeth Preuß sah sich unvermutet ihrem Cousin Stefan Preuß gegenüber, der in einem anderen Team lief. Man läuft sich eben buchstäblich über den Weg in Jena.

So schön das Laufen mit 888 Teilnehmern war, noch mehr zählte der gute Zweck. Und den hat sich Round Table auf die Fahnen geschrieben. Der Serviceklub wurde, wie dessen Past-Präsident und Ansprechpartner für die Veranstaltung, Johannes Langer, berichtet,  1994 mit Erlanger Unterstützung aus der Taufe gehoben. Grund genug, noch in diesem Jahr auch wieder etwas gemeinsam mit den fränkischen Freunden zu machen. Aber braucht es denn überhaupt noch einen Grund bei diesen großartigen Grundlagen für die Bürgerpartnerschaft?

Jena - Lauf 2

 

Peter Steger, 28. April 2012

15.08.2012
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