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Stoke-on-Trent

Bürgergruppe aus Stoke zu Gast

Begonnen hatte alles mit einem Brief von Irmgard Ralfs, Dozentin am College von Stoke-on-Trent, die am 20. Januar 1994 in einem Brief an Reinhard Beer, Leiter der Sprachenabteilung an der VHS Erlangen, zu Protokoll geben konnte: „Wie bereits versprochen, habe ich aus den verschiedenen Deutschklassen eine Reihe von Interessenten gefunden, die gern Kontakt mit Englischstudenten in Erlangen aufnehmen würden. Ihre Deutschkenntnisse sind verschieden, von Anfängern bis Fortgeschrittenen. Wie Sie von den Fragebögen ersehen können, scheinen einige nicht an einem Besuch in Erlangen interessiert zu sein. Bei näherem Nachfragen stellte sich jedoch heraus, daß dies finanziell oder zeitlich bedingt ist. Ich hoffe, daß es Ihnen an Hand der Fragebögen möglich ist, passende Partner zu finden, und wäre dankbar, wenn diese recht bald eine Karte oder einen Brief nach England senden könnten, damit wir noch in diesem Jahr einen Austausch arrangieren können.“

Stoke VHS

Auf die Idee zu dieser Art Austausch war die Deutschlehrerin bereits ein Jahr zuvor gekommen, als sie am Internationalen Jugendlager für Partnerstädte in Erlangen teilnahm. Aber da konnte sie noch nicht ahnen, welche Erfolgsgeschichte daraus werden würde. In Erlangen fanden sich nämlich in Klaus Wrobel, dem Leiter der VHS, jemand der zusammen mit Reinhard Beer gleich im nächsten Jahr eine Bürgerreise nach Stoke-on-Trent organisierte, und in der Englischdozentin Ulrike Lynn eine begeisterte Partnerin, die ihrerseits in den Englischkursen Hörer für den Austausch gewann. Familiensprachreisen nannte man das Unternehmen, weil die Unterbringung und ein großer Teil der Programmgestaltung bis heute Aufgabe privater Gastgeber ist. Besseres kann einem ja nicht passieren, wenn man die Fremdsprache praktizieren will.

Stoke VHS1

Doch mit dem Deutschen ging es in den letzten Jahren steil bergab in England. Mittlerweile wird die Sprache gar nicht mehr am College unterrichtet, Irmgard Ralfs genießt seit sechs Jahren ihren Ruhestand. Und dennoch: Auch wenn niemand mehr in der Gruppe Deutsch spricht, die in der vergangenen Woche Erlangen besuchte, das Interesse am Austausch ist geblieben, und dessen Initiatorinnen machen, organisatorisch großzügig unterstützt durch die VHS, ehrenamtlich weiter. Auch nach sieben Jahren Pause. Im Vorjahr war wieder eine Erlanger Gruppe in Stoke, und nun also der Gegenbesuch.

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Zwischen dem Meerrettich-Museum in Baiersdorf und dem Bamberger Dom, zwischen dem Siemens Forum und einem Brauerei-Besuch und natürlich bei einem Empfang im Rathaus mit Bürgermeister Gerd Lohwasser, vor allem aber beim Willkommens- und Abschiedstreff im gastfreundlichen Club International der VHS verrannen die Tage vom 22. bis 29. Oktober wie im Flug. Tom Protheroe, pensionierter Ingenieur und Rotarier, gab denn auch die passende Zusammenfassung des Aufenthalts: „Nicht genug Zeit für all die lieben Menschen und die schönen Dinge, denen wir hier begegnet sind.“ Da hilft nur mit großem Dank an die Organisatoren wiederkommen und den Austausch fortsetzen.

PS, 01.11.2010

21.02.2011
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