Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

Informationen über die Stadt

Das Erlangen-Haus in Wladimir

Das Erlangen-Haus ist in gut zweijähriger Renovierungszeit als zentrales gemeinsames Projekt der Städtepartnerschaft entstanden. Mit der Sanierung des gegen Ende des 19. Jahrhunderts gebauten ehemaligen Kaufmannshauses, von dessen architektonischem Typ es in ganz Wladimir nur noch vier Exemplare gibt, wollten beide Städte nicht nur ein Beispiel für gelungene Erhaltung historischer Bausubstanz geben, sondern auch der Partnerschaft neue Entwicklungsmöglichkeiten und ein Dach für die Wirtschaftsförderung bieten.

Die kostspielige und arbeitsaufwendige Sanierung wurde nur möglich durch eine Bausteinaktion, großzügige Sach- und Geldspenden aus Erlangen seitens der Stadtwerke, der Betriebe Mauss und Niersberger, OBI und Pillipp, um nur einige zu nennen, besonders aber dank der oft ehrenamtlichen Einsätze der Erlanger Monteure und insbesondere dem persönlichen Engagement der Bauleitung – Kira Limonowa und Helmut Eichler – sowie der damaligen Partnerschaftsbeauftragten der Städte Wladimir und Erlangen, Tatjana Garischina und Peter Steger. Wladimir hat seinen Anteil in der Hauptsache durch die Verlegung bzw. Erneuerung der gesamten Anschlüsse für das Haus, die Unterbringung und Verpflegung der Erlanger Monteure und die Bereitstellung eigener Fachleute erbracht, und auf dem Umweg über eine Tombola (die fünf Hauptgewinner erhielten mit Partner eine Einladung für eine Woche zur Bergkirchweih; daneben gab es viele Sachpreise) konnte sich auch die Bevölkerung selbst beteiligen.

Eine Broschüre gibt nähere Auskunft über die Dienstleistungen des Erlangen-Hauses, dessen erste Entwürfe vom seinerzeitigen Stadtrat Claus Uhl, F.D.P., und den Stadtarchitekten Johannes Tuczek und Jürgen Schwandner 1992 aufs Reißbrett gebracht wurden. Zu den großen Jubiläen des Erlangen-Hauses reisen alle fünf Jahre Erlanger Delegationen mit der Stadtspitze an. „Das Wunder von Erlangen und Wladimir“, das Erlangen-Haus, ist von Anfang an ein gemeinsames Projekt, das so viele Bürger in den beiden Städten verbunden hat und immer noch verbindet.

Erlangen-Haus Frühling

Das Erlangen-Haus wurde im Mai 1995 eröffnet und ist das Zentrum der Partnerschaft, die „Erlanger Botschaft“, wo die Wladimirer Informationen über Erlangen und Deutschland erhalten können. Träger des Erlangen-Hauses ist eine Stiftung nach russischem Recht, gegründet und paritätisch besetzt von Vertretern beider Städte. Zweck der Einrichtung ist die Förderung von wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Kontakten. Stiftungsgewinne werden dem Unterhalt des Hauses sowie den Personalkosten zugeführt.

Im ersten Stock stehen vier Doppelzimmern und eine kleine Wohnung Besuchern aus aller Welt offen. Im Erdgeschoss und im Keller sind Unterrichtsräume und eine kleine Bibliothek. Das Erlangen-Haus wurde zum besten Hotel in der Kategorie bis 20 Betten in Wladimir gewählt.

Von besonderer Bedeutung sind die ausgezeichneten Deutsch-Kurse, fachlich betreut von Reinhard Beer, Volkshochschule Erlangen, und vom Goethe-Institut Moskau auf ein Niveau gebracht, das kein Vergleich zu scheuen braucht. Wegen der Qualität seines Unterrichts genießt das Erlangen-Haus seit April 2001 den Status eines Sprachlehrzentrums des Goethe-Instituts, wo jeder auch Deutschprüfungen des Goethe-Instituts verschiedener Niveaus ablegen kann. Es gibt bereits die zweite Generation im Erlangen-Haus, die dort die Sprache von Goethe und Schiller mit einer unglaublichen Begeisterung lernt. Jeden Sommer kommen die Deutsch-Studenten aus dem Erlangen-Haus nach Erlangen, um hier an der Volkshochschule einen Deutschkurs zu besuchen. In der Dozentin Heide Thies haben die Studenten eine richtige „Spachfee“ gefunden, die ihnen in einer unterhaltsamen und sehr interessanten Art und Weise die Sprache und ihre Feinheiten seit Jahren beibringt.

Im Garten des Erlangen-Hauses steht die Skulpturengruppe „Begegnung“ von Johannes Koch und ein von Stefan Schnetz bearbeiteter Stein, eine Mauer wurde von einer gemischten Künstlergruppe gestaltet. Otto von der Gablentz, der damalige deutsche Botschafter, trug sich bei der Eröffnung des Hauses mit folgenden Worten ins Gästebuch ein: „... Was Erlangen hier zwischen den Menschen in Wladimir und in Erlangen schafft, wird unsere Zukunft in Europa mitgestalten“. Gouverneur Nikolaj Winogradow nannte das Haus ein „Symbol der Freundschaft“, eine Wladimirer Zeitung titelte „Außen russisch – innen deutsch“, und der Besucher aus Deutschland erkennt hier schlicht ein Stück Heimat wieder.

2002 zeichnete Bundespräsident Johannes Rau das Erlangen-Haus mit dem 1. Preis für bürgerschaftliches Engagement in Russland aus.

Leitung: Irina Chasowa und Peter Steger.

Vorstandsmitglieder:
Erlangen: OB Dr. Florian Janik, Birgitt Aßmus und Ursula Lanig
Wladimir: OB Olga Dejewa, Wiktor Malygin und Olga Dugina

Näheres auch unter www.german-vladimir.ru und im persönlichen Blog von Peter Steger: http://erlangenwladimir.wordpress.com

30.01.2020
» zurück zur Übersicht