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Informationen über die Stadt

Was Sie über Wladimir wissen sollten

Was Sie über Wladimir wissen sollten:

1. Wladimir und Erlangen sind 1983 das erste Partnerschaftspaar zwischen der UdSSR und Bayern.

2. Wladimir nannte sich früher Wladimir an der Kljasma und Wladimir hinterm Wald, um Verwechslungen mit der gleichnamigen Stadt im Südwesten des Russischen Reiches, Wladimir Wolynskij, in Wolhynien (heute Ukraine) gelegen, zu vermeiden.

3. Wladimir ist eine der ältesten russischen Städte, doch bis heute streiten sich zwei Fürsten um den Titel des Gründervaters: Wladimir der Täufer im Jahr 990 und Wladimir Monomach im Jahr 1108.

4. Wladimir war nach dem Fall Kiews und vor dem Aufstieg Moskaus vom 12. bis 14. Jahrhundert Hauptstadt des Russischen Reiches.

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5. Am Stadtrand von Wladimir liegt Sungir mit Ausgrabungen aus dem Jungpaläolithikum (25.000 bis 30.500 Jahre v.Chr.) und ca. 70.000 Funden aus der Frühzeit des Menschen.

6. Die Wladimirer Gottesmutter, eine wundertätige und besonders verehrte Ikone, soll Moskau vor dem Angriff Tamerlans im Jahr 1395 gerettet haben, als er mit seinem Reiterheer ohne erkennbaren Grund bei Jelzo umkehrte, ohne weiter auf die künftige Hauptstadt vorzurücken, wo sich damals das Heiligenbild befand. Seither gilt die Wladimirer Gottesmutter als Schutzpatronin des ganzen Landes und kehrte nie mehr in die alte Hauptstadt zurück. Das Original ist heute in der Tretjakow-Galerie zu sehen.

7. Der weltbekannte Ikonenmaler Andrej Rubljow gestaltete die berühmte Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Wladimir aus und schuf damit sein größtes zusammenhängendes Fresko, deren zentraler Teil das Jüngste Gericht darstellt, wo die traditionell so bedrohliche Szene sich in ein lichtes Fest des Triumpfes von Gerechtigkeit und Glorie verwandelt, ein Beleg für den spirituellen Wert des Menschen.

8. Alexander Newskij, ein später heiliggesprochener Feldherr, regierte elf Jahre lang Wladimir und wurde dort auch im Weihnachtskloster begraben, bevor man seine sterblichen Überreste unter Zar Peter I nach Sankt Petersburg überführte. Der Großfürst wurde im Jahr 2008 beim Wettbewerb „Der Name Rußlands“ von Internetnutzern, Fernsehzuschauern und Radiohörern zum Sieger gewählt.

9. Der italienische Architekt Aristotele Fioravanti baute in den 70er Jahren des 15. Jahrhunderts die Entschlafens-Kathedrale im Moskauer Kreml nach dem Vorbild der gleichnamigen Kirche in Wladimir.

10. In Wladimir gab es früher fünf oder sogar sieben Tore. Heute steht nur noch das Goldene Tor, der Einlaß in das prächtige Innere der Stadt.

11. In den 60er Jahren drehte Andrej Tarkowskij in Wladimir einen Film von Weltruf: „Andrej Rubljow“.

12. In Wladimir gibt es drei Bauten, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen: das Goldene Tor, die Demetrius-Kathedrale und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale.

13. Einzigartig an der Demetrius-Kathedrale – ihre dekorative Fassadengestaltung. Der gesamte obere Teil ist wie von einem Teppich von Steinmetzarbeiten bedeckt, Figuren und Gestalten, die auch nach acht Jahrhunderten noch Rätsel aufgeben. Was bedeuten die galoppierenden Reiter, was sagt uns der auf einem Thron sitzende biblische König David, warum steigt Alexander der Große in den Himmel auf, wozu zeigt Herakles hier seine berühmten Heldentaten, welche Funktion haben die die Löwen, Vögel, Greife und Fabelwesen?

14. Das Goldene Tor in Wladimir ist das einzige Denkmal, das drei Funktionen in sich vereint: Triumphbogen, Verteidigungsanlage und Turmkirche.

15. Eine der bekanntesten Legenden der Stadt hängt mit dem Besuch von Zarin Katharina II im Jahr 1767 zusammen, die – nach der einen Version – mit ihrer Kutsche im Goldenen Tor steckenblieb, obwohl es fünf Meter breit ist, oder – wie eine andere Überlieferung behauptet – einfach die Durchfahrt fürchtete, weil das Gebäude in einem baufälligen Zustand war. Jedenfalls befahl die Herrscherin eine Renovierung und den Abriß des Teils vom Befestigungswall, der damals noch unmittelbar bis zu den Mauern des Goldenen Tors reichte, um ungehindert in die Stadt gelangen zu können.

16. Unbekannt ist das Schicksal der alten Flügel des Goldenen Tors, angefertigt in der Technik der Feuervergoldung. Im Februar 1238 hatten sie die siegreichen Mongolen abmontiert und entweder eingeschmolzen oder an den Hof des Chan verbracht. Es geht aber auch die Legende, man habe die Kunstwerke in der Kljasma versenkt, wo man sie jetzt nur noch finden müsse. Dies ist allerdings bisher nicht gelungen, auch nicht bei Versuchen im 20. Jahrhundert.

17. Das Goldene Tor und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale sind auf Goldmünzen mit dem Nominalwert von 20.000 Rubeln abgebildet, die 2017 in Umlauf kamen.

18. Gespensterhaus nennt man ein Gebäude aus dem späten 18. Jahrhundert, in dem heute ein Ausstellungssaal untergebracht ist und das ursprünglich als Verwaltungstrakt geplant war, in das dann aber 1796 der Gouverneur einzog. Offenbar hatte man beim Bau gepfuscht, und so hörte man „Stimmen“ aus einem Zwischenraum hinter den Wänden. Einer anderen Version zufolge fühlten sich die Einheimischen von den Beamten in dem Gebäude an Gespenster erinnert, die sich wie hörbare Schatten hinter den Vorhängen der Fenster zuschaffen machten.

19. Der offiziellen Statistik zufolge ist kein einziger Fluchtversuch aus dem Wladimirer Zentralgefängnis gelungen. Allerdings gibt es eine Legende, wonach in den 70er und 80er Jahren zwei Häftlingen gelungen sein soll, die Gefängnismauer mit Stacheldraht zu überwinden. Doch damit waren sie statt in der Freiheit auf dem Exerzierplatz des nebenan gelegenen Juristischen Instituts gelandet und blieben von den Studenten und Dozenten nicht unbemerkt. Oft hört man auch, einer der Begründer der Roten Armee, Michail Frunse, sei aus dem Gefängnis geflohen. Er floh tatsächlich, allerdings nicht aus dem Gefängnis, sondern aus dem Gerichtsgebäude in der Nähe des Kathedralenplatzes. Wegen der zu Zeiten der Sowjetunion hier einsitzenden Dissidenten gab es in Erlangen Überlegungen, die Partnerschaft gar nicht erst zu begründen.

20. Als eines der Wunder von Wladimir gilt der Patriarchengarten. Dank einer einmaligen Lage und seinem Mikroklima konnte hier eine reichhaltige Sammlung von Pflanzen gedeihen. Der Überlieferung nach wurde der Garten schon in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von Fürst Andrej Bogoljubskij angelegt, der oberhalb davon seine Residenz erbaute.

21. In Wladimir gibt es das wohl weltweit einzige Kirschendenkmal, errichtet 2014 am Eingang zum Patriarchengarten als Symbol der Stadt mit einer alten Obstbaukultur.

22. Fürst Wladimir Monomach hatte die Kirschen (Weichselkirschen), ohne die man sich heute Wladimir gar nicht mehr vorstellen mag, aus Kiew mitgebracht und mit ihnen die Tradition, am Fürstenhof und in Klöstern Kirschgärten anzulegen. Ein Nachklang davon ist in Anton Tschechows Stück „Der Kirschgarten“ zu hören.

23. In Wladimir wurde Michail Lasarew geboren, der an jener Expedition teilnahm, die den sechsten Kontinent, die Antarktis, entdeckte.

24. Aus Wladimir stammt der Komponist Sergej Tanejew, der eine ganze Plejade von berühmten Musikern ausbildete, darunter Sergej Prokofjew, Sergej Rachmaninow und Alexander Skrjabin.

25. Im Wladimirer Priesterseminar studierten Michail Speranskij, ein großer Reformator, Gesetzgeber und Begründer der russischen Rechtswissenschaften, sowie Iwan Zwetajew, Philologe, Kunstwissenschaftler und Gründer des Puschkin-Museums in Moskau für Schöne Künste – sowie Vater der Lyrikerin Marina Zwetajewa.

26. Wladimir ist die Heimatstadt von Nikolaj Andrianow, dem absoluten Rekordhalter im Turnen mit 15 Olympischen Medaillen, wofür er einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde erhielt.

27. Im Wladimirer Planetarium befindet sich landesweit das einzige Diorama, das zeigt, wie das sowjetische Raumschiff Energie-Buran aufstieg.

28. Am Steuer des ersten Autos in Wladimir – es war ein Ford – saß häufig eine Frau.

29. Die Stimme, mit der man bis heute in den Nachfolgestaaten der UdSSR die Nachrichten von der Front des Zweiten Weltkriegs verbindet, stammt aus Wladimir und heißt Jurij Lewitan.

30. Fast alle Gewässerbezeichnungen und viele Ortsnamen in der Region gehen auf finnougrische Wurzeln zurück, also auf eine Zeit vor der Besiedlung durch die Slawen.

03.04.2017
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