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Projekte und Berichte

Humanitäre Hilfe und das Rot-Kreuz-Zentrum

Von 1990 bis 1993 hat Erlangen auf Bitten der Partner massive humanitäre Hilfe geleistet. Die gesamte Hilfsaktion wurde vom Bayerischen Roten Kreuz Erlangen-Höchstadt geplant, koordiniert und durchgeführt. Die Aktion "Hilfe für Wladimir" hat das deutsche Außenministerium als modellhaft eingestuft, und viele ähnliche Maßnahmen anderer Städte nutzten die Erfahrungen der Erlanger. Binnen dreier Jahre konnten unter Federführung des Bayerischen Roten Kreuzes Erlangen-Höchstadt Hilfsgüter im Wert von ca. 3 Mio. DM nach Wladimir gebracht werden, die spürbare Erleichterung verschafften. Parallel dazu begann, wiederum vom Roten Kreuz initiiert, ein intensiver Medizineraustausch, der sich bis heute fortsetzt.

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Die Kindernotfallklinik Wladimir erhielt aus den Spendenaktionen des Roten Kreuzes ein neues Labor, eine Wasseraufbereitungsanlage damit neben Trinkwasser höchster Qualität medizinische Lösung hergestellt werden konnten, Röntgengeräte und vieles mehr.

Von 1993 bis 1997 konnte die materielle Hilfe weitgehend eingestellt werden, gleichzeitig erfuhren allerdings die medizinischen Fachkontakte eine gewaltige Intensivierung (Dermatologie, Venerologie, Stomatologie, Gynäkologie, HNO, Orthopädie, Pädiatrie, Kardiologie, Kinderpsychiatrie, Allgemeinmedizin) und werden vor dem Hintergrund der Entwicklung Erlangens zur Bundeshauptstadt für Medizin weiter eine herausragende Rolle spielen.

Ein weiterer Schwerpunkt in der medizinischen Kooperation ergab sich in den Bereichen Psychiatrie nachdem Josefa Üblacker als Vertreterin des Roten Kreuzes erstmals ein Kontakt mit entsprechenden Einrichtungen in Wladimir gelang. Diese Begegnungen und die Berichte hierüber führten dazu, daß für die Verbesserung der Situation in der Psychiatrie zweckgebunden fast 200.000 Mark zur Verfügung gestellt werden konnten, die durch Vermittlung des BRK zur Verbesserung der Situation der in der Psychiatrischen Abteilung des Gefängnisses in Wladimir inhaftiert Menschen zum Einsatz kamen. Aus diesen ersten Kontakten entwickelt sich seit 1999 eine enge und erfolgreiche Kooperation mit der Einrichtung der Barmherzigen Brüder in Gremsdorf.

 

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Anfang Januar 1998 lief eine bis dahin beispiellose Aktion an, die in vielem den Charakter eines Experiments trug: Nach Absprache mit dem Wladimirer Roten Kreuz in Person von Larissa Rjabowa und Dr. Leonid Kowenskij wurden im Großhandel vor Ort mit den Spendengelder Lebensmittelrationen geordert und bereits gepackt. Abgestimmt mit allen Wohlfahrtsverbänden Wladimirs konnte die Verteilung über sechs Ausgabestellen und einen Zulieferdienst für bettlägerige Bedürftige innerhalb von zwei Tagen abgewickelt werden. Dieser Ansatz des BRK erwies sich als wegweisend aus einer Reihe von Gründen: Unterstützung des russischen Handels und Nahrungsmittelgewerbes als kleines Gegengewicht zu der Importflut; hoher Identifizierungsgrad mit der Hilfe für die vor Ort beteiligten Organisationen; Wegfall von Transportkosten und Zollformalitäten; Vereinfachung der Logistik für die deutschen Helfer; Hilfe zur Selbsthilfe im Geiste der Partnerschaft. Und so wurde anläßlich der 15-Jahr-Feier der Städtepartnerschaft vom BRK Erlangen-Höchstadt der "Verein zur Förderung des Wladimirer Roten Kreuzes" aus der Taufe gehoben, dessen vorrangiges Ziel es ist, die ambulante Pflege wiederzubeleben.

Als im September 1998 Oberbürgermeister Igor Schamow seinen Amtskollegen Dr. Siegfried Balleis offiziell darum bat, die humanitäre Hilfe vor dem Hintergrund der Krise wieder aufzunehmen, schmiedeten Stadt und BRK binnen weniger Tage ein breites "Bündnis der Hilfe", zu dessen Gelingen sämtliche Wohlfahrtsverbände, das Industrie und Handelsgremium, die Handwerkskammern, die Gewerkschaften, die Kirchen, die "Kinderhilfe Wladimir" und verschiedene Vereine beitrugen. Die Spendengelder die das Rote Kreuz Erlangen-Höchstadt einwarb - bis Mai 1999 ca. 500.000 Mark wurden in fünf Einzelaktionen unmittelbar vor Ort gemeinsam mit den russischen Partnern zum Ankauf und zur Verteilung von Lebensmitteln und Medikamenten eingesetzt.

Neben der laufenden Hilfsaktion ist es gelungen, mit Fördermitteln des Deutschen Roten Kreuzes in Höhe von ca. DM 35.000, die von der Stadt Wladimir zur Verfügung gestellten Räume für ein Rot-Kreuz-Zentrum zu renovieren und mit Möbeln und der gesamten weiteren Büroausstattung im Herbst 1999 zu eröffnen. Hier soll auch die Unterstützung des "Vereins zur Förderung des Wladimirer Roten Kreuzes" greifen und helfen, den mobilen Pflegedienst mit bis zu einem Dutzend beschäftigter Krankenschwestern einzurichten.

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All diese Anstrengungen blieben auch international nicht ohne Wirkung. So wurde im April 2000 das Gouvernement Wladimir als eine von fünf Regionen in Rußland für ein Pilotprojekt des Internationalen Roten Kreuzes ausgewählt und Maßnahmen zur Bekämpfung der TBC eingeleitet.

Im Juli 2001 schlossen die Rot-Kreuz-Gesellschaften von Erlangen und Wladimir eine Vereinbarung über ein weiteres Projekt, die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe. Bereits im September 2001 entsandte das Rote Kreuz aus Erlangen Fachkräfte zur Schulung der russischen Partner und leistete Mithilfe beim Aufbau der hierfür erforderlichen Strukturen. Neben den notwendigen Schulungsmaterialien und Übungsgeräten trägt das Rote Kreuz aus Erlangen die gesamten Personal- und Sachkosten der russischen Partnerorganisation.

Das herausragende bürgerschaftliche Engagement des Roten Kreuzes Erlangen wurde durch die Verleihung des Förderpreises 2001 vom Deutsch - Russischen Forum e.V. gewürdigt. Stolz konnten die Vertreter des Roten Kreuzes aus der Hand des Bundespräsidenten Johannes Rau den 1. Preis im Schloß Bellevue entgegennehmen.

An das Rote Kreuz Wladimir flossen zur Finanzierung der Personal und Sachkosten ab dem Jahr 2001 jährlich rund 40.000 bis 45.000 Euro. Diese finanzielle Unterstützung wurde 2007 eingestellt.

Nach den uns vorliegenden Arbeitsberichten wurden 2006 rund 90 Personen ambulant gepflegt bzw. erhielten hauswirtschaftliche Leistungen. Unter den zu Pflegenden waren 31 Patienten mit onkologischen Leiden.

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Im Bereich der Ausbildung in Erste Hilfe nahmen neben Vertretern der Polizei und der Feuerwehr auch Bürger aus Betrieben und Jugendliche aus Schulen teil. Genaue Teilnehmerzahlen liegen der neuen Vorsitzenden, Irina Sokolowa, vor.

Gegenwärtig bemüht sich der Förderverein Rot-Kreuz-Zentrum um eine Weiterführung der Projekte, die nach Möglichkeit auf Ebene des Gouvernements ausgeweitete werden sollen.

Nähere Angaben auch zur Mitgliedschaft in dem Verein beim stellv. Vorsitzenden unter peter.steger@stadt.erlangen.de od. 09131/861345

21.08.2009
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Weiterführende Informationen

Auch für das Rote Kreuz schließt sich der Kreis

Krankenwagen Rotes Kreuz

„Genau weiß ich es nicht mehr, aber gegen 7 Uhr am Samstag nach dem Mauerfall muß es gewesen sein, daß mich OB Hahlweg zu Hause anrief und meinte, ich wüßte ja, was in der Nacht geschehen sei. Wir müßten uns auf Besuch aus Jena einstellen. Aber was dann passierte, konnte sich keiner vorher ausmalen“, erinnert sich Jürgen Üblacker, Direktor des BRKs, Kreisverband Erlangen - Höchstadt.

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