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Archiv "Partnerstädte"

Mehr als nur ein Anfang

Donc!

Auch an einem Wochenende, wo sich alle und alles dem Motto „Tout Rennes Court“ unterordnen, gibt es ein Leben jenseits der Laufstrecke, jenseits der Vorbereitung auf den Wettkampf, jenseits der Freude über die gelungene Teilnahme, wenngleich gerade letztere freilich alles andere überstrahlt und durchwebt.

           Tout Rennes court Elisabeth Preuß und Peter Steger

Bürgermeisterin Elisabeth Preuß und Partnerschaftsbeauftragter Peter Steger treffen alte Freunde und lernen bezaubernde neue Menschen kennen, machen aber auch überraschende Entdeckungen. Ein kleiner Rückblick möge hier genügen, um möglichst viel Raum für eigene Erfahrungen in dieser charmantesten aller Erlanger Partnerstädte zu machen.

Da ist ein Willkommensabend für die Teilnehmer am Stadtlauf aus den beiden Partnerstädten Erlangen und dem japanischen Sendai, das im Frühjahr von dem Seebeben so hart getroffen wurde. Sendai, das seit Jahrzehnten auch Partnerstadt von Riverside in Kalifornien ist, mit dem Erlangen dieser Tage eine Vereinbarung über eine bürgerschaftliche Zusammenarbeit unterzeichnet, dieses Sendai hat nach der Katastrophe gerade auch aus Rennes große Unterstützung und viel Solidarität erfahren, ebenso wie von den amerikanischen Freunden. Hier wie dort gibt es einen agilen Partnerschaftsverein, und gerade der Sportaustausch spielt eine wichtige Rolle bei den Beziehungen mit den Japanern. Die haben denn auch ein ausgesprochen starkes Pärchen geschickt, Koki und Mariya, die auf der Zehn- bzw. Fünf-Kilometer-Distanz Zeiten gelaufen sind, wie das nur Profis können und von denen wir deshalb an diesem Ort beschämt schweigen wollen.

Rennes Koki und Mariya aus Sendai

Betreut werden die Gäste aufs Liebevollste von Bürgermeisterin Roselyne Lefrançois, mit der Elisabeth Preuß seit vielen Jahren bestens bekannt ist, und dem Team von Tangui Oulc’hen, neuerdings verstärkt durch Agnès Anzemberg, die sich mit viel Herzblut der Sache der Partnerschaft widmet, auch wenn sie noch nie in Erlangen war.

Rennes Tangui et Agnes

Die Sprache macht keine Probleme, Elisabeth Preuß parliert ein Französisch, das sich hören läßt, und wenn wirklich einmal eine Vokabel fehlt, ist ja die angehende Dolmetscherin Eva Brönner zur Stelle, der die Homepage bereits ein eigenes Portrait gewidmet hat.

Rennes Elisabeth Preuß, Roselyne Lefrancois et Tapashi

Anderntags trifft sich Nadja Steger, von Beruf Französischlehrerin, mit ihren Schwestern von Soroptimist International. Rasch ist Freundschaft geschlossen, und man erkundet Möglichkeiten einer Reise des Frauenklubs aus Erlangen nach Rennes im nächsten Jahr zu veranstalten. Auch ein Erfahrungsaustausch kommt wohl schon bald in Gang, möglicherweise entstehen sogar gemeinsame Projekte. In jedem Fall will man in Zukunft nach dieser ersten Kontaktaufnahme gemeinsam innerhalb der Städtepartnerschaft aktiv auftreten und eigene Initiativen entwickeln. Der Anfang ist gemacht, ein guter Anfang.

Rennes SI Erlangen et Rennes

Vom Sonntag, dem Tag des Laufes, war hier bereits ausführlich die Rede. Deshalb nur einige Worte zum Empfang. Schön zu sehen, wie Altoberbürgermeister Edmond Hervé mit seinem Nachfolger Daniel Delaveau auf der Bühne steht, wie sie einander rhetorisch die Bälle zuwerfen, wie gute Traditionen fortgesetzt werden.

Rennes Daniel Delaveau, Elisabeth Preuß et Peter Steger

Schön zu sehen, wie eine Stadt all die ehrt, die zum Gelingen des 30. Stadtlaufes beigetragen haben. Schön zu sehen, wie bevorzugt die Gäste aus Erlangen und Sendai behandelt werden, wenn sie zusammen mit Bürgermeisterin Lenaïc Briéro, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit, ganz vorne an der Bühne Platz nehmen dürfen.

Rennes Lénaic Briéro et Elisabeth Preuß

A propos Bühne: Dort sorgt TRiWAP mit einem bunten Mix aus Eigenkompositionen für großartige Stimmung. Das Trio wechselt virtuos die Instrumente ebenso rasch wie die Tempi und Rhythmen, den Stil und das Timbre. Alles mit ausgelassenem Spielwitz und brillanter Körperbeherrschung dargeboten. Kein Wunder, wenn das Publikum gar nicht genug von dem köstlichen Allerlei der Melodien bekommt.

Rennes Die Erlanger Delegation mit TRiWAP

Bevor es am Montag wieder nach Hause geht, kommen noch der pensionierte Journalist Yvon Lechevestrier und Paul Nicolas, Präsident der Mousquetaires à roulettes (Rollstuhl-Musketiere), ins Hotel. Mit den beiden hat es seine besondere Bewandtnis. Der Verein, erst seit drei Jahren existent, stellt erstaunliche Reisen zusammen. Stockholm und Brüssel standen schon auf dem Programm. Nun soll es im Frühjahr 2012 Erlangen sein. Eine kleine Gruppe will in Begleitung des ehrenamtlichen Betreuers Yvon Lechevestrier sehen, wie Behinderte in der Partnerstadt leben. Ein richtiges Projekt ist schon ausgearbeitet unter dem Titel „En route vers Erlangen“ (Unterwegs nach Erlangen). Die Lebenshilfe hat schon signalisiert, für Unterbringung und Betreuung der Gäste zu sorgen, und auch das Zentrum für Selbstbestimmtes Leben beteiligt sich an der Programmgestaltung. Da darf man bereits jetzt sicher sein, was den Erfolg angeht, und bestimmt bringen die Musketiere keinen Fehdehandschuh mit, sondern sprechen eine Gegeneinladung aus. Auch hier also ein Anfang, ein guter.

Rennes Les Mousquetaires à roulettes   

Eine angenehme Pflicht ist vor der Abreise noch zu erfüllen: Mal sehen, wo in Rennes die rue d’Erlangen ist, wo die Place d’Erlangen liegt. Beide befinden sich in einem Neubaugebiet mit multikultureller Bevölkerung, einem Kindergarten, einer Kirche, nichts Auffälliges, ganz normal, mitten im Leben einer Stadt. Gut gewählt für die Partnerstadt mit dem Motto „Offen aus Tradition“, wie die Besucher finden.

            Rennes Place d´Erlangen

Am Ende sollte man immer noch einmal auf den Anfang zurückblicken. Der Anfang dieser Reise lag im Stadtlauf „Tout Rennes Court“. Ein guter Anfang, an dessen Ende das Versprechen steht, zum nächsten Rennen im nächsten Jahr wieder nach Rennes zu kommen. Voilà!

            Tout Rennes court garcon

Peter Steger, 11. Oktober 2011

08.09.2012
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