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Archiv "Partnerstädte"

Riverlangen und der Schüleraustausch

Acht Wochen Schüleraustausch! Vom 10. Juli bis 5. August besuchten 18 Schüler und Schülerinnen aus Riverside in Begleitung von Patty Miller und Jenny Pietro ihre Partner in Erlangen, vom 6. August bis 5. September flogen 21 Schüler und Schülerinnen vom Albert-Schweitzer-Gymnasium und Ohm-Gymnasium in Begleitung von Dr. Rudolf Desch vom ASG nach Kalifornien.

Schüler aus Riverside in Erlangen

Die Amerikaner haben auf einigen Ausflügen Erlangen und die Umgebung kennengelernt, wobei auch Kultur und Geschichte nicht zu kurz kamen. Auf dem Programm standen unter anderem der Besuch des DOKU-Zentrums in Nürnberg,  eine zweitägige Exkursion nach München, an der auch fast alle deutschen Austauschpartner teilgenommen haben, sowie eine dreitägige Fahrt ins österreichische Wien. Daneben blieb noch genug Zeit für Aktivitäten mit den Gastfamilien, die von Baden am See, Chillen am Stadtstrand oder dem Annafest bis hin zu Kajaktouren sehr vielseitig waren. Es gab Gelegenheiten für die Austauschschüler, die bayerische Kost im Biergarten zu genießen, wodurch sie am Ende der vier Wochen zumindest die wichtigsten deutschen Wörter wie „Brezel“, „Bratwurst“ und „Ja“ gelernt haben. Die Kalifornier empfanden den Erlanger Sommer im Gegensatz zu ihrer Wüstenhitze als sehr angenehm, und es hat allen sehr gut gefallen. Sie waren von der Freiheit begeistert, mal eben unabhängig von den Eltern kleinere Unternehmungen wie Kino, Shoppen, etc. machen zu können, zumindest wenn man sich auf den Fahrradsattel schwingt, denn damit ist hier ja für unsere Verhältnisse alles zu erreichen.

Gemeinsamer Ausflug nach Banz

Zumindest die deutschen Schüler hatten nach der Abreise der amerikanischen Austauschpartner kaum Zeit, ihre neuen Freunde zu vermissen, denn schon am nächsten Morgen ging die Fahrt los. Nach mehreren Etappen über Frankfurt und London kamen wir viele Stunden später sicher am Flughafen in Los Angeles an, und dann war es (für amerikanische Verhältnisse) auch nicht mehr weit bis zu unserer Partnerstadt Riverside, wo wir sehr herzlich von unseren Gastfamilien empfangen wurden. Diese ausgeprägte Freundlichkeit konnten wir auch in den nächsten Wochen nicht nur in unseren Gastfamilien erfahren, sondern auch von sämtlichen Verkäufern und anderen Kaliforniern, die einen stets mit einem Lächeln und offen für ein Gespräch begrüßten. Am Tag nach der Ankunft fand dann die Welcome Party bei Tim und Patty Miller statt, wo wir Deutsche spätestens an dem großen Pool und den roten Plastikbechern, die man von amerikanischen Partys aus Film und Fernsehen kennt, begriffen haben, in den USA angekommen zu sein.

Gemeinsam in Wien

In den nächsten Tagen folgten als gemeinsame Aktivitäten noch eine Stadtführung durch Downtown Riverside, ein Workshop im Riverside Art Museum sowie das offizielle „Willkommen“ durch Bürgermeister Rusty Bailey beim City Council Meeting, das einem abermals die große Bedeutung  unserer Städtepartnerschaft vor Augen führte: die Reden von Dr. Rudolf Desch und Alexander Gottschick als Schülervertreter wurden live im Lokalfernsehen übertragen.

Gemeinsam vor dem Rathaus Riverside

Disneyland ist mittlerweile ein nahezu obligatorisches Ausflugsziel im Austauschprogramm, und so konnten wir einen Tag in einer anderen Welt mit Mickey & Co. verbringen. Dank unseren amerikanischen Freunden, die gleichzeitig unsere Guides dort waren, weil sie sich vor Ort schon bestens auskennen, konnten wir die besten Achterbahnen und Attraktionen in Disneyland und im California Adventure Park - ohne herumzuirren - genießen. Der gemeinsame Besuch des „Museum of Tolerance“ in LA rückte den Besuch der Gedenkstätte Dachau und es DOKU-Zentrums in Nürnberg in ein umfassenderes Licht, da man hier den Holocost durchaus selbstkritisch aus amerikanischer Sicht beleuchtet.

Universal Studios

Während der restlichen Zeit zwischen den geplanten Ausflügen konnten wir den „American Way of Life“ genießen, zu dem auch viel leckeres Essen gehört. Die Zeit verging schnell durch gemeinsame Gruppenaktivitäten wie Paintball, Poolpartys oder einen Besuch im Trampolinpark.

Mit den Familien wurden teilweise für Kurzurlaube weiter entfernte Ziele angesteuert wie Las Vegas, San Diego oder diverse Nationalparks. Daneben könnten wir die unterschiedlichsten Aktivitäten aufzählen: Baseballspiel angeschaut, Rodeo gesehen, zum Hollywood Sign hochgewandert, Bootstouren,  Water- und Funparks oder auch ein Strandbesuch, manche hatten sogar die Gelegenheit dort das erste Mal surfen zu gehen. Jeder hat für sich einmalige Momente erlebt und weiß nun, warum man Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten nennt.

In der Schulklasse

Während für unsere amerikanischen Austauschpartner der erste Schultag gerade anfing, sind wir Deutschen mit dem Zug zu einem Dreitages-Ausflug nach LA aufgebrochen. Von unserem Motel in Downtown Hollywood waren wir dann wortwörtlich den Sternen zum Greifen nahe – der berühmte Walk of Fame war nur zwei U-Bahn Stationen weit entfernt. Ein großes Highlight in LA war unser Besuch in den Universal Studios, wo man nicht nur diverse Achterbahnen fahren konnte, sondern auch bei den Studiotours die Filmkulissen und Spezialeffekte gesehen hat. Wir hatten zwar bei einer Stadtführung vom Dach der City Hall schon einen sehr guten Ausblick auf Los Angeles, doch wenn man nicht einmal von dort die ganze Stadt überblicken kann, ist wohl auch klar: Man kann nicht alles in nur drei Tagen anschauen. Trotzdem konnten wir das Wichtigste sehen, hatten genug Zeit für das Hard Rock Café und Shoppen und können nun alle sagen, in der Stadt gewesen zu sein, wo die meisten unserer Lieblingsfilme und unserer größten Stars herkommen.

In der letzten Woche hieß es für uns dann Schule, auf die sich die meisten, so komisch es auch klingt, schon gefreut haben. Manche konnten sich mal den amerikanischen Deutschunterricht anschauen, aber alle haben jedenfalls schnell einige Unterschiede im Schulalltag der High School bemerkt. Das fängt schon bei dem Zaun an, der Schüler daran hindert, während der Schulzeit den „Campus“ zu verlassen, oder der generelle Größe der Schule, die auch eine eigene Theaterhalle, ein Schwimmbecken und ein Footballfeld einschließt.

Am vorletzten Tag ging es für die Deutschen noch zur Polizei, aber nicht etwa, weil wir unartig waren, sondern weil wir die Gelegenheit hatten, dort alles zu sehen und über die Polizeiarbeit zu erfahren.  So konnten wir in der Forensik unsere Fingerabdrücke sicherstellen, im Videosimulator unsere Fähigkeiten beim Schießen erproben, eine Tür aufbrechen und vieles mehr. Der Höhepunkt: Am Ende durften wir sogar alle eine Runde im Polizeihelikopter über Riverside drehen, ein einmaliges Erlebnis, um das uns wohl auch alle Riversider beneiden.

Im Riverside Art Museum

Leider lag dann unsere Abreise schon viel zu nah; nach vier Wochen freut man sich zwar, seine Freunde und die Familie in Deutschland wiederzusehen, doch bei all den tollen Erlebnissen hier fiel es nicht allzu schwer kein Heimweh zu bekommen. Und neben zahlreichen Souvenirs und Mitbringseln für Freunde und Familie sowie den Ergebnissen zahlreicher Shoppingtouren in den Malls haben wir alle schöne Erinnerungen, neue Erfahrungen und auf jeden Fall einige neue und hoffentlich lang anhaltende Freundschaften mit nach Hause genommen. Dementsprechend schwer war dann auch der Abschied von unseren Gastfamilien und amerikanischen Freunden, und es gab viele Versprechen zum Wiedersehen und zur Rückkehr nach Kalifornien, dem „Golden State“.

Abschließend ein großes Dankeschön an alle, die diesen Austausch jedes Jahr wieder möglich machen. Wir können dies jedem weiterempfehlen, der vielleicht noch zögert, an diesem Schüleraustausch teilzunehmen, denn es ist nicht nur die beste Möglichkeit Einblicke in das Leben und die Kultur der USA zu bekommen, sondern gleichzeitig sammelt man auch Erfahrungen fürs Leben.

Martina Wendler, Q12, ASG, 22.09.2015

22.09.2015
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