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Archiv "Partnerstädte"

Selten so inspiriert wie in Riverside

Seit Beginn der Partnerschaft mit Riverside pflegt besonders das Institut für Kunstgeschichte an der FAU einen engen Austausch mit den amerikanischen Kollegen. Erstmals nun aber entsandte Erlangen mit Eva Wattolik eine Gastprofessorin an die University of California in der Partnerstadt. Hier ihr Bericht.

Eva Wattolik mit Kollegen in Riverside

Das Winter-Quarter an der University of California Riverside (UCR) dauert von Anfang Januar bis Ende März. Diesem Zeitraum entsprach auch die Dauer meines Aufenthalts am dortigen Department of the History of Art, das mit einem Lehrkörper von elf Personen deutlich größer als das Erlanger Institut für Kunstgeschichte ist, dabei aber ebenso freundlich und persönlich. Als Gastprofessorin bot ich ein Seminar für graduierte Studierende an, das sich der Film- und Videokunst widmete und, genauer gesagt, die Frage stellte, wie Zeitabläufe strukturiert sein können, wenn keine Geschichte erzählt wird. Ich hatte das große Glück, mit einer kleinen Gruppe von hochmotivierten Teilnehmern wöchentlich über verschiedene Aspekte des Themas diskutieren zu dürfen.

Kunsthalle Riverside

Darüber hinaus widmete ich mich einem Forschungsthema, das sich einerseits aus meinem Interesse an Kunst und Medien, andererseits aus den spezifischen Ressourcen des Standortes ergab. So verfügt das der UCR zugehörige California Museum of Photography über die größte Sammlung dieser Art in Kalifornien. Mich interessierte insbesondere die Keystone-Mast Collection, also der Nachlaß der von 1892 bis 1963 existierenden Keystone View Company, die Stereophotographien vertrieb und zahlreiche Nachlässe anderer Firmen und Künstler, wie etwa Underwood & Underwood oder B. W. Kilburn, aufkaufte. Stereoskopien bestehen aus je zwei Photographien, die, dem durchschnittlichen Augenabstand entsprechend, zwei leicht versetzt aufgenommene Ansichten desselben Gegenstands zeigen. Betrachtet man Stereobilder durch ein entsprechendes Gerät, werden sie dreidimensional wahrgenommen. Ohne sich auf die Reise begeben zu müssen, kann man sich also beim Blick durch das Stereoskop in die Umgebung fremder Länder versetzen. Das Großartige an der Keystone-Mast Collection ist nicht nur, wie sie mit etwa 100.000 Abzügen facettenreich die Welt vom ausgehenden 19. bis zur Mitte des 20 Jahrhunderts vergegenwärtigt, sondern auch ihr umfangreicher Bestand von Aufnahmen, die bisher nie publiziert wurden. Beim Blick durch das Stereoskop interessierten mich vor allem karge Landschaftsaufnahmen, die keinem gängigen Muster der Landschaftsdarstellung folgen.

Getty Museum in Los Angeles

Nach drei Monaten des Sammelns von Informationen freue ich mich auf deren Auswertung nach meiner Rückkehr an die FAU Erlangen. Ich danke allen, die mir diesen Aufenthalt möglich gemacht haben. Selten bin ich so gastfreundlich an einem fremden Ort aufgenommen worden, selten war ich so inspiriert wie hier in Riverside.

Eva Wattolik, 23.03.2016

 

16.04.2016
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Kontakt

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