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Archiv "Partnerstädte"

Dorian Keilhack in Jena

Nun bereits zum 8. Mal fand am 30. März das Abschlußkonzert des Bayreuther Osterfestivals im Jenaer Volkshaus statt. Diesmal mit einem Programm, was auch unserem Genius loci, Max Reger, gewidmet war, dessen 100. Todestag wir dieses Jahr gedenken. Doch zunächst ist man jedes Mal gespannt, wie sich die jungenMusiker aus aller Welt nach intensiven Proben unter der Anleitung von elf Spezialisten in den einzelnen Instrumentengruppen präsentieren - und das Ganze auch mit Blick auf die internationale Situation. Es berührt dann besonders, wenn man auf dem Podium sowohl Musiker aus Nord- als auch Südkorea weiß, um nur ein Beispiel von hohem Symbolwert herauszugreifen. Musik als einendes Medium. Die ersten Takte von Max Regers „Eine Ballettsuite“ op. 130 zogen die Hörer in ihren Bann. Am Dirigentenpult Dorian Keilhack aus Erlangen. Fortan zählt nur noch die hohe Kunst der Interpretation. Da ist selbst der vermeintliche Kenner der Musik Regers verblüfft, wie der Komponist 1913 eine Ballettmusik in sechs Szenen zu präsentieren weiß. Allenthalben Zeitgeist pur im Blick auf seine Zeitgenossen etwa Richard Strauss, aber auch beim Walzer, ein origineller Gruß nach Wien, wie man ihn bei ihm sonst nie vermutet. Seine Bearbeitungen berühmter Lieder von Franz Schubert, eigentlich bekannt mit Klavierbegleitung, erweitern innewohnende Textpoesie in vertiefende Dimensionen. Ob „Gretchen am Spinnrad“, „Abendrot“ oder „Nacht und Träume“. Wenn dann eine Solistin wie Nathalia Flessa zur Verfügung steht, bleiben keine Wünsche offen, und der Beifall will nach dem „Erlkönig“ nicht enden. Schon auf dem Klavier ein Drama per Musica, und hier mit Orchester beinahe opernhaft. Eine Zugabe mußte sein: „An die Musik“, eines der bekanntesten Lieder Schuberts überhaupt, zugleich schlichter Hymnus auf die Kunst überhaupt.

Dorian Keilhack

Mit der abschließenden 4. Symphonie von Johannes Brahms schaffte es Dorian Keilhack, bisherige Erfahrungen in ein ganz anderes Licht zu rücken. Die letzte Sinfonie von Brahms - am 25. Oktober 1885 von ihm selbst in Meinigen uraufgeführt – haben die Nachfahren als schöpferisches Abschluß-Credo in diesem Genre empfunden. An diesem Abend ganz anders: Nach noch zögerlicher Disposition im 1. Satz, aber bereits voll innerer Dynamik, vollzieht Dorian Keilhack, auswendig dirigierend, mit den jungen Leuten ein sinfonisches Geschehen voll innerer Dramatik aber auch großartiger „Gesänge“ in Streichern und Bläsern. Den 3. Satz erlebt man rhythmisch selten so voll inneren Feuers, und das Finale, ohnehin energiegeladen, in Gestalt einer Chaconne. Spannend zu sehen, wie der Dirigent aus der Partnerstadt gestisch intensiv die jungen Leute immer wieder zu Steigerungen führte, einfach fantastisch. Stürmischer Beifall und sofort stehende Ovationen, das Finale noch einmal wiederholt. Für die jungen Leute der ihnen gebührende Abschluß und für die Jenaer Konzertbesucher, unter ihnen Diplomaten aus aller Welt, ein nachhaltiges Erlebnis weit über das Musikalische hinaus und Hoffnungen setzend mit Blick in die vielen Heimatländer der jungen Leute.

Hans Lehmann, 5. April 2016

17.04.2016
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