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Archiv "Partnerstädte"

Auf dem Weg zur Ernährungssouveränität und nachhaltiger Landwirtschaft in Nicaragua

Roberto Vallecillo zu Besuch auf der JugendfarmWenn Roberto Vallecillo über seine Arbeit mit Kleinbauern spricht, kommt er immer wieder auf das Gesetz 693 zu sprechen, das allen nicaraguanischen Bürger_innen eine sichere Versorgung mit Nahrungsmittel garantiert und den Bauern die Souveränität gewährt, ihre eigenen nachhaltigen Strategien für die Produktion und den Vertrieb von Lebensmitteln zu entwickeln. Dass die Realität bisweilen anders aussieht, muss Roberto in seiner Arbeit für die Nichtregierungsorganisation SIMAS erleben. Denn häufig sehen sich die Landwirte Zwängen ausgesetzt, die sie zu Anbaumaßnahmen nötigen, die kurzfristig Erfolg versprechen mögen, auf lange Sicht jedoch irreparable Schäden der Natur nach sich ziehen. Daher ist das Ziel von SIMAS (El Servicio de Información Mesoamericano sobre Agricultura Sostenible), Bauernfamilien in den für eine nachhaltige Landwirtschaft notwendigen Fähigkeiten auszubilden und dadurch eine ganzheitliche Entwicklung in ländlichen Gebieten zu ermöglichen. Dabei wird auch besonderes Augenmerk auf die Gleichberechtigung von Mann und Frau gelegt. Denn ohne das Roberto zu Besuch bei der Huckepack-Erlebnisernteenorme Engagement der Frauen, so betont Roberto Vallecillo immer wieder, wäre ein Fortschritt in Nicaragua völlig undenkbar.
Auch der Klimawandel bereitet Roberto Vallecillo große Sorgen. So berichtet er von einer zunehmenden Verschiebung der Trocken- und Regenzeiten in Nicaragua, mit vernichtenden Folgen für die Kleinbauern. (Eine Entwicklung, von der Akteure der Städtepartnerschaft Erlangen-San Carlos ebenfalls immer wieder berichten)
Auch das Freihandelsabkommen zwischen den USA und Zentralamerika ist Thema bei Robertos Vortrag im Club International der VHS vergangene Woche. So schildert er eindringlich die Schwierigkeiten von Kleinbauern, ihre Produkte auf den internationalen Markt zu bringen. Beispielsweise ist der Aufdruck der durchschnittlichen Nährwerte auf der Verpackung eines Produktes für einen Kleinbauern in Nicaragua im Grunde nicht machbar, da keine finanziellen Mittel für die notwendigen Analysen vorhanden sind.

Doch neben den Berichten über die Situation in Nicaragua sollte Roberto auch Einrichtungen in Erlangen und die Situation von Landwirten hier kennenlernen. Neben dem Walderlebniszentrum in Tennenlohe stand auch eine Besichtigung der Jugendfarm auf dem Programm. Ein sehr unterhaltsamer Besuch, bei dem die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der nicaraguanischen und deutschen Flora und Fauna deutlich wurden. Mit dem Besuch der "Huckepack-Erlebnisernte" wurde Roberto auch noch eine Form der Landwirtschaft vorgestellt, die sich sicherlich stark von seiner Arbeit in kleinbäuerlichen Strukturen unterscheidet.

Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. JanikAnlass für den Besuch von Roberto Vallecillo war eine Vortragsreise zum Thema „Ernährungssicherheit in Nicaragua“, die im Rahmen des EU-geförderten Projektes „Impuls Global – Neue Wege in kommunalen Nord-Süd-Partnerschaften“ stattfand und von finep (forum für internationale entwicklung + planung) organisiert wurde. Die Stadt Erlangen ist einer der Kooperationspartner von „Impuls Global“. Ziel des Projektes ist es, die Vernetzung deutscher Kommunen mit Städtepartnerschaften im globalen Süden zu stärken.

29.04.2016
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