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Archiv

Die Kunst des Porträts
Aus Erlanger Sammlungen

23.11.2008 bis 15.02.2009

Matthias Heinrich Schnürer: Markgräfin Sophie Caroline, 1760
In einem weiten Bogen verfolgt die neue Sonderausstellung des Stadtmuseums die Entwicklung der Porträtkunst über drei Jahrhunderte bis in die Gegenwart.

Im Barock kam dem Herrscher- und Adelsporträt als Teil der Macht- und Standesrepräsentation eine Schlüsselrolle zu.

Das Zeitalter der Aufklärung und die Französische Revolution stellten jedoch die alten Autoritäten in Frage. Mit dem Erstarken des Besitz- und Bildungsbürgertums fanden neue Tugenden und Wertvorstellungen Eingang in die Kunst. Das alte Standesporträt musste bürgerlichen Formen der Selbstdarstellung weichen.

Die Porträtkunst des 20. Jahrhunderts war, wie die Kunst generell, durch Stilpluralismus und raschen Wandel gekennzeichnet, in denen sich weitere historische Brüche widerspiegeln.

Die Ausstellung bietet neben einem kunsthistorischen Streifzug auch einen kulturhistorischen Einblick in Formen und Funktionen bewusster Selbstdarstellung im Bild.

Das Porträt eröffnet darüber hinaus einen Zugang zu gesellschaftlichen und politischen Wandlungsprozessen, da es den Geist der jeweiligen Epoche anschaulich zum Ausdruck bringt.


Museumspädagogik

Die Schülerinnen und Schüler finden den Einstieg in die Thematik über die Selbstdarstellung von „Stars“ der populären Kultur. Kommerzielle Bilder aus der Musikszene und der Werbung werden untersucht und dienen als Impuls.

Davon ausgehend lernen sie in Kleingruppen die Ausstellung exemplarisch kennen. Leitend ist hierbei die Frage nach Absicht und Wirkung der Porträts

Die Schüler erkunden zunächst die vielschichtige Komposition barocker Bildwerke. Die Entschlüsselung von Körperhaltung, Geste, Mimik und Attributen eröffnet einen Zugang zur Bildaussage. Zugleich werden die allgemeinen Methoden bewusster Selbstinszenierung deutlich.

Reinhold Knapp: T)Error, 2004
Ein digitales Fotoatelier bietet den Schülern die Möglichkeit zum Experiment. Mit entsprechenden Accessoires aus dem Fundus der Museumspädagogik können sie sich vor der Kamera als Markgraf in Szene setzen und ihre Wirkung anhand eines digitalen Fotos selbst überprüfen. Auf der Grundlage der erarbeiteten Kriterien werden Porträts verschiedener Epochen miteinander verglichen, so dass der Wandel nachvollziehbar wird.

Abschließend wird die Frage nach der Macht der Bilder im Medienzeitalter aufgeworfen. Welche Rolle spielen gerade Porträts beim Kult um Popstars und Politiker?


Die Sonderausstellung bietet auch Anknüpfungspunkte zu unseren stadtgeschichtlichen Programmen.
Wenn Sie spezielle Schwerpunktsetzungen wünschen, beraten wir Sie gerne.

25.05.2009
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