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Erlangen im Barock. Glanz und Elend der Markgrafenzeit

Geeignet für Schüler ab der 4. Klasse
Dauer: 90 oder 120 Minuten

Die Ausstellung

Als Beitrag zum Erlanger Wilhelminen-Jubiläum 2009 gibt die Ausstellung Einblick in die Zeit des ausgehenden Barock. Im Mittelpunkt steht das kulturelle Wirken der Markgräfin Wilhelmine, die nicht nur Bayreuth in einen „Musenhof“ verwandelte, sondern auch Erlangen wichtige Impulse gab, indem sie die Gründung der Universität mit beförderte und das Markgrafentheater umgestalten ließ. Darüber hinaus veranschaulicht die Ausstellung die damaligen Zeitverhältnisse: die Stadtentwicklung Erlangens, Handel und Gewerbe, höfisches und bürgerliches Leben, Festkultur und Alltag, Luxus und Armut – bis hin zu den Notjahren der „Großen Theuerung“ 1770 – 1772.

Die Exponate stammen aus kaum gezeigten Beständen des Stadtmuseums und Stadtarchivs sowie aus privaten und öffentlichen Sammlungen, die wertvolle Leihgaben beigetragen haben

Museumspädagogik

Die Ausstellung ermöglicht Schülerinnen und Schülern einen authentischen und vielschichtigen Blick auf die Zeit des Barock. Erlangen als markgräfliche Nebenresidenz steht bei der Betrachtung im Mittelpunkt.

Der museumspädagogische Rundgang umfasstfolgende Schwerpunkte:

1. Erkennen der repäsenativen Funktion barocker Architektur

Hier bieten sich ausgewählte Kupferstiche oder lavierte Federzeichnungen von repräsentativen Gebäuden, wie etwa den Erlanger Adelspalais’, dem Schloss und dem Opernhaus, aber auch vom Schlossgarten, von Stadtplänen und Stadtansichten zum genauen Studium an.

2. Entdecken der Erlanger Exportgewerbe und hier produzierter zeittypischer Luxuswaren

Die Klasse lernt die in Erlangen seinerzeit erfolgreichen Exportgewerbe kennen und erhält Einblick in die Art der Fertigung von hier produzierten Luxusartikeln, wie etwa Gobelins, Glacé-Handschuhen, Hüten und Strümpfen.

3. Erkennen der gravierenden sozialen Unterschiede der Zeit

Kupferstiche von großartigen Festivitäten in Erlangen während derKarnevalszeit dienen zur Vermittlung von Lebensart, Verschwendung und Vergnügungen des Hofadels. Der prunkliebende Markgraf Georg Wilhelm hat öfter mit seinem ganzen Bayreuther Hofstaat in Erlangen gefeiert. Demgegenüber stehen die bitteren Zeugnisse verbreiteter Armut, zumal in Zeiten der Hungersnot infolge von Missernten.

4. Begegnung mit Markgräfin Wilhelmine

Vom Ehrgeiz der überaus gescheiten preußischen Königstochter, die als Markgräfin Kunst und Wissenschaft zu pflegen und das kulturelle Ansehen ihres Fürstentums zu heben wusste, hat, wie eingangs erwähnt, auch Erlangen profitiert. Porträts, Handschriften, Kompositionen und Pastelle von ihrer Hand sowie ausgewählte Bücher aus ihrer einstigen Privatbibliothek beleuchten die Persönlichkeit, den Lebensweg, die vielseitigen Begabungen, Projekte und Freundschaften der prominenten Markgräfin.

Abschließend können die Schülergruppen die Spiegelmonogramme von Markgraf Friedrich und Markgräfin Wilhelmine studieren und in ihre Einzelbuchstaben zerlegen. Weiter haben sie die Möglichkeit mit nachgeschneiderten Kostümen ein höfisches Zeremoniell nachzuvollziehen. Sie machen selbst die Erfahrung, wie kompliziert und aufwendig das Ankleiden mit Reifrock, Stecker (Korsett) und Allongeperücke war. Dazu üben sie, wie man seinem adeligen Gegenüber adäquat die Ehre erweist, etwa mit dem „richtigen“ Hofknicks. Der Aufenthalt im Museum verlängert sich dadurch um ca. 30 Minuten.

Hinweis

Die Schulklassen können auch geteilt und in zwei parallelen Gruppen unterrichtet werden. Dadurch ist der ungehinderte Blick auf die Exponate für alle gewährleistet.

07.09.2009
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