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Archiv

Brennpunkt Berlin. Die Blockade 1948/49.
Der Fotojournalist Henry Ries.

Geeignet für alle weiterführenden Schulen.
Dauer: 90 Minuten

Die Währungsreform mit der anschließend von der Sowjetunion durchgeführten Blockade von West-Berlin ist das Schlüsselereignis für die Teilung Berlins, Deutschlands und Europas.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Fotografien des amerikanischen Fotojournalisten Henry Ries. Ergänzt durch Materialien und Objekte aus den Sammlungen des Deutschen Historischen Museums, Berlin, erhält der Besucher ein umfassendes Bild der Jahre 1947 bis 1949. Außerdem zeigt die Ausstellung Stationen aus dem Leben von Henry Ries, der 1917 in Berlin geboren wurde, als Jude vor der Verfolgung nach New York floh und 1945 als Soldat nach Europa zurückkam. Durch seine Reportagen aus den europäischen Nachbarländern wird der Blick auf das Nachkriegs-Europa erweitert.

Museumspädagogik

Die Ausstellung ermöglicht anhand des umfangreichen Bildmaterials, der ausgewählten Objekte sowie zusätzlicher pädagogischer Materialien Zugang zu einem Schlüsselereignis der Nachkriegsgeschichte.
Dabei werden vier Schwerpunktthemen behandelt.

Am Potsdamer Platz markiert ein Arbeiter die Grenze zwischen dem britischen und dem sowjetischen Sektor.
1. Entwicklungen und Ereignisse bis zum Beginn der Blockade
Die bedrückenden Bilder aus den Trümmer-landschaften des besiegten Deutschland sollen die Schüler zu einer Reflexion über die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse in den vier Besatzungszonen des Landes sowie den vier Sektoren in Berlin führen. Bilder vom Tauschhandel und dem „Schwarzmarkt“ mit der eigenen „Zigarettenwährung“ veranschaulichen die prekäre Situation. Den Vorkenntnissen entsprechend werden die Schüler daraufhin über das Entstehen und Zerbrechen des alliierten Bündnisses informiert.

2. Die Währungsreform
Am 20. 6.1948 führten die Westmächte in den Westzonen und den drei Berliner Westsektoren die Deutsche Mark für die fast wertlos gewordene Reichsmark ein. Bilder der daraufhin urplötzlich wiedergefüllten Läden und Schaufenster zeugen davon, dass die Händler wieder bereit waren, Waren gegen das neue Geld abzugeben. Die historischen Geldscheine der Währungsreform – sowohl „Westgeld“ als auch die vier Tage später in der SBZ eingeführte, sogenannte Kupon- oder Tapetenmark (mit Aufkleber versehene alte Reichsbankscheine)- werden hier im Original gezeigt.

Ackerbau im Tiergarten
3. Die Blockade Berlins und die Luftbrücke
Hier stehen die „Ikonen“ der Luftbrücke im Mittelpunkt. Z. B. das Foto einer viermotorigen Douglas Skymaster, bekannt als „Rosinenbomber“, im Landeanflug, freudig erwartet von einer auf einem Schuttberg stehenden Kinderschar. Der Auslöser und die Begleiterscheinungen des logistischen Mega-Unternehmens Luftbrücke werden dabei nicht aus den Augen verloren. Bilder zeigen, wie der Tiergarten in Ackerflächen verwandelt wurde, um den Mangel an frischen Lebensmitteln zu lindern. Ein Propagandaflugblatt der SED gegen die Luftbrücke offenbart den Konflikt zwischen den ehemals Verbündeten.

4. Henry Ries: Leben und Werk
Der als amerikanischer Soldat nach Berlin zurückgekehrte Ries wurde hier zum professionellen Bildjournalisten. Die Eindrücklichkeit seiner Fotografien aus der Blockadezeit, die den Alltag, die Not, aber auch die Entschlossenheit der Menschen sichtbar werden lassen, sind nicht zuletzt auf seine Verbundenheit mit der Heimatstadt zurückzuführen. Für die Qualität dieser Bilder spricht, dass eine Auswahl noch während der Blockade in Berlin ausgestellt wurde.

 

 

07.04.2010
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