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Archiv

Auf dem Weg ins Industriezeitalter
Erlangen 1844-1914

Geeignet für den Geschichtsunterricht
weiterführender Schulen
Dauer: 90 Minuten
Lehrerfortbildung am 19. Oktober um 14:30 Uhr


Zur Ausstellung

Mit der Industrialisierung vollzog sich ein epochaler Wandel von Wirtschaft und Gesellschaft. Das Maschinenzeitalter brachte nicht nur eine Vielzahl technischer Neuerungen wie die Dampfmaschine, die Eisenbahn und das Telefon, sondern auch tiefgreifende Veränderungen in der Produktionsweise, im Verkehrswesen sowie in den Lebensbedingungen der Menschen. Die Ausstellung zeichnet diese Entwicklungen unter einer stadtgeschichtlichen Perspektive nach. Der einführende Überblick macht deutlich, dass der Weg Erlangens ins Industriezeitalter mit dem Niedergang traditioneller Gewerbe begann und dass die Stadt auch während des Kaiserreichs keine reine Industriestadt war, sondern durch die Universität und Garnison mitgeprägt wurde.
Weitere Schwerpunkte sind der Kanal- und Eisenbahnbau, der Aufschwung der Brauereien, die Geschichte der ersten großen Fabriken und die Entstehung der Stadtwerke. Ein eigener Ausstellungsbereich ist der Arbeiterschaft und den Anfängen der Arbeiterbewegung gewidmet. Am Ende steht ein Blick auf die heutige Erlanger Industrie.
Zu den herausragenden Exponaten zählen das Modell einer Dampflok der K. Bay. Staatsbahnen, der Tresor der Erichbrauerei und ein vollständiger Röntgenapparat von RGS.

Museumspädagogik

Der Besuch der Ausstellung soll bei Schülerinnen und Schülern die Neugier auf eine Zeit tiefgreifender Umbrüche wecken und ihnen die Industrialisierung in stadtgeschichtlicher Perspektive nahe bringen. Eine Vielzahl erstmalig gezeigter Fotos, Pläne und herausragender Objekte ermöglichen den unmittelbaren und authentischen Blick und unterstützen die Schüler wirksam auf ihrer Entdeckungstour durch die Zeit
zwischen 1844-1914. Altersgerecht werden fünf Stationen vertieft.

Lokalbahn Erlangen-Herzogenaurach, 1894, Stadtarchiv Herzogenaurach

1. Von der vorindustriellen zur industriellen Zeit
Der Blick wird zunächst auf das damals idyllisch wirkende aber rückständige und zeitweise auch von Hunger heimgesuchte Erlangen gelenkt. Davon ausgehend wird die Eröffnung der Eisenbahnteilstrecke Nürnberg-Bamberg im Jahr 1844 als entscheidender Anstoß zur Veränderung dargestellt.

2. Der Bau von großen Fabriken ab 1860
1862 wurde die Mechanische Baumwollspinnerei AG als erstes Großunternehmen, das auf die Dampfkraft setzte, nahe der Bahnlinie gegründet. Sie beschäftigte bereits im ersten Jahr 200 Arbeitskräfte und ist durch die Bereitstellung von Werkmietwohnungen und der „ERBASiedlung“ genannten Arbeiterkolonie bemerkenswert. Die moderne arbeitsteilige Produktion wurde zunächst in der Bürstenfabrik Kränzlein einführt.
Die Schüler erfahren, warum sie anfänglich bei der Arbeiterschaft auf erheblichen Widerstand stieß.
Im Anschluss können die Schüler dank der gut dokumentierten Firmengeschichte die elektrotechnische Fabrik von Reiniger, Gebbert und Schall kennenlernen. Das überaus innovative Unternehmen konnte im Bereich Medizintechnik bereits damals weltweiten Absatz erzielen.
Ein Röntgenapparat von RGS aus dem Jahr 1920 steht hier exemplarisch für die lange und erfolgreiche Unternehmenstradition.

Baumwollspinnerei, um 1900; StadtmuseumMontiersaal (RGS), um 1895, Siemens AG Medarchiv


3. Ver- und Entsorgungstechnik
Im Zentrum des Themas Stadttechnik steht ein mehrere Meter hohes Modell des Wasserturms. Die tiefgreifenden Veränderungen des städtischen Lebens durch die Einführung von Kanalisation, Strom- und Gasversorgung können ebenfalls anschaulich dargestellt werden.
 

Agitationskarte zum 1. Mai, 1901, Haller-ArchivGroßgründlach

4. Arbeiterbewegung
Ab 1870/90 traten in Erlangen Gewerkschaften und SPD selbstbewusst für materielle Verbesserungen und politische Rechte der Arbeiterschaft auf. Die Schüler lernen diesen sozialgeschichtlichen Aspekt der Industrialisierung durch die Begegnung mit einzelnen Persönlichkeiten und biografischem Material kennen.

 

 

 

5. Ausblick
Der Rundgang endet mit einem Blick in die Gegenwart. Hier begegnen die Schüler den Symbolen der Erlanger High-Tech-Unternehmen wie AREVA, Siemens und der Traditionsfirma KUM, welche jedem Schüler wegen seiner Schreibgeräte und Spitzer bekannt sein dürfte.
Wenn möglich werden die Gruppen und Klassen aufgeteilt, um eine optimale Sicht auf die präsentierten Objekte zu ermöglichen. Außerdem kann auf Wunsch ein Dampfmaschinenmodel, bzw. ein Gaslicht vorgeführt werden.

 

17.10.2011
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