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Theatrum mundi
Aufführungspraxis und Bühnentechnik an barocken höfischen Theatern

Donnerstag 24. Januar 2019, 19 Uhr

Eintritt frei

Berge stürzen zusammen und spucken Rauch.  Feuersbrünste legen Paläste und Städte in Asche. Flackernde Feuer brechen aus den Kulissen. Engel bevölkern den Luftraum, während sich von unten der Höllenrachen öffnet, um Teufel auszuspeien oder Verdammte zu verschlingen. Ein prunkvoller Palast verwandelt sich in Sekundenschnelle in eine stille Waldlandschaft oder in ein waffenklirrendes türkisches Feldlager. Schiffe versinken in stürmischen Wellen, grelle Blitze zucken durch die schwarzen Wolkenballen, Donner grollt und Regenschauer peitschen über die Bühne.

Der Vortrag soll aufzeigen, dass das Theater zur Zeit der Markgräfin Wilhelmine ein sinnliches Theater war, ein multimediales Spektakel, das alle Sinne ansprach: Ein Fest für die Augen und Ohren. Mit großem technischen Aufwand unterhielten die Fürsten ihre Gäste. Die überraschenden Verwandlungen des Bühnenbildes werden erklärt, sowie die Geheimnisse der Wolkenmaschinerien und Flugmaschinen. Wie wurden brennende Kulissen dargestellt, wie Regen, Wind, Donner und Blitze?

Dabei bleibt der Referent nicht bei der glänzenden Außenseite des barocken Theaterlebens stehen, sondern hinterfragt die Gründe für die aufwändige Aufführungspraxis. Das Weltbild der Epoche und die transzendentale Bedeutung der Metapher von der „Welt als Bühne“ stehen ebenso im Mittelpunkt wie die sozialen Belastungen, die die Opern- und Schauspielbegeisterung der Fürstenhäuser den Untertanen auferlegte.


Rekonstruktion einer barocken Theaterbühne, Foto: Klaus-Dieter Reus

 

 

 

17.01.2019
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