Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

Archiv

Die Erfindung der Stadt

Von Babylon zur Global City

Seit es Städte gibt, sind Menschen mit deren Erfindung beschäftigt: Architekten und Stadtplaner arbeiten an ihrer Erneuerung und Perfektionierung, während Philosophen und Staatstheoretiker versuchen, anhand städtischer Formationen Idealmodelle menschlicher Gemeinschaft zu entwickeln. Zu neuen Sichtweisen tragen aber auch Künstler und Schriftsteller bei, die ihre Stadterfahrungen in innovativen Formen zum Ausdruck bringen.

Grundgedanke der Ausstellung ist eine Zusammenschau von Darstellungen aus verschiedenen Kulturbereichen, die sich mit der "Erfindung der Stadt" - ihrer Wahrnehmung, Deutung und Imagination - befassen.

Zum Auftakt zeigt die Ausstellung Babel und Jerusalem als biblische Urbilder der Stadt. Über Jahrhunderte hinweg haben diese beiden entgegengesetzten Archetypen die Vorstellungen von der Stadt geprägt. Während das "Himmlische Jerusalem" als Vision einer Idealstadt später von den Utopien abgelöst wurde, ist die Faszination Babels noch immer ungebrochen. Der unvollendete Turmbau, die babylonische Sprachverwirrung und die "Hure Babylon" werden in Kunst, Literatur und Film bis heute als produktive Metaphern genutzt, um die Gigantomanie der Großstadt, ihre innere Zerrissenheit oder Verworfenheit bildlich auszugestalten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Stadtdarstellungen aus der bildenden Kunst. Hier werden in einem weiten historischen Ausgriff unterschiedliche Tendenzen und Darstellungsformen von Stadtansichten und Bildern städtischen Lebens aufgezeigt, welche auf je andere Weise an der "Erfindung der Stadt" mitwirken. Breiten Raum nehmen dabei Werke der klassischen Moderne ein. In den ausgewählten Arbeiten, darunter Bildern von Kirchner, Groß, Dix und Meidner, werden die Irritationen und Hoffnungen sichtbar, die das damals neue Phänomen Großstadt bei der zeitgenössischen Avantgarde hervorgerufen hat.

Ein weiterer Ausstellungsbereich bietet schließlich einen Gang durch imaginäre Städte. Hier begegnet der Besucher Idealmodellen und Zukunftsvisionen der Stadt von der Renaissance bis zur Postmoderne. Zu den Exponaten zählen Architekturentwürfe und künstlerische Architekturphantasien, aber auch SF-Illustrationen und Stadtspiele. Am Ende kann der Besucher selbst zum Erfinder eines imaginären Erlangen werden.

Mit dieser Präsentationsform lädt die Ausstellung dazu ein, sich anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der Stadt Erlangen auf eine ebenso kritische wie kreative Weise mit der Erfindung der Stadt auseinander zusetzen.
 
 
 

» zurück zur Übersicht