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Archiv

Pater Innokentij — Gottes Acker
Ansichten aus Wladimir und Franken

Eine Ausstellung zum Jubiläum „25 Jahre Städtepartnerschaft
Erlangen — Wladimir” mit einem ergänzenden

 

Bilderpotpourri zur Geschichte der Städtepartnerschaft

 

 

14. September — 9. November 2008

Zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft mit Wladimir präsentiert das Stadtmuseum die bisher größte Ausstellung mit der Partnerstadt. Im Zentrum steht die fotografische Gegenüberstellung russischer und fränkischer Landschaften ebenso wie des gelebten religiösen Lebens in Ost und West, sichtbar gemacht an Motiven aus der Region Wladimir und aus Franken.

Der Fotograf, Architekt, Maler und Geistliche Pater bzw. Igumen Innokentij (*1947) ist Generalvikar der Wladimirer Diözese und als solcher dort der Verbindungsmann zwischen Kirche und Öffentlichkeit. Der russisch-orthodoxe Mönch versteht sein künstlerisches Talent als Geschenk Gottes, an dem er seine Mitmenschen in Form seiner Arbeiten teilhaben lässt.

Die Fotografie hat Pater Innokentij erst vor sieben Jahren für sich entdeckt und nutzt sie inzwischen als flexibles Ausdrucksmittel für sein Kunstverständnis und Kunsterleben. Aus einem Fundus von etwa 1000 Bildern, die er bei seinen Besuchen hierzulande (2003 | 2006) und in seiner russischen Heimat aufgenommen hat, hat er eigens zum Partnerschaftsjubiläum die neue Schau „Gottes Acker” komponiert. Weiter zeigt er hier — als eine Art Retrospektive auf sein gesamtes künstlerisches Schaffen — eine Auswahl Radierungen zur Thematik des russischen Dorfes, entstanden Ende der 70er/Anfang der 80er Jahre, sowie Foto-Collagen zu Geschichte und Gegenwart Russlands.

 

Führungen durch die Ausstellung

 

 

Pater Innokentij. Foto: Georg Pöhlein

Als besonderen Service bietet das Stadtmuseum jeweils am Sonntag um 11 Uhr eine Führung durch die Ausstellung. Die Besucher erhalten hierbei nicht nur Informationen über Pater Innokentij, seinen Werdegang als Ordensmann und Künstler, sondern auch Einblick in die Art und Herangehensweise seiner künstlerischen Fotografie. Dabei entdecken Sie — mit P. Innokentijs Augen — Frankens Landschaften, Orte, Menschen und Religiosität auf neue Weise und erfahren in der Kontrastierung mit dessen Bildern aus der Region Wladimir manch Wissenswertes über die russische Lebenswirklichkeit und Volksfrömmigkeit. Am Ende der Führung steht eine Vorführung der Reportage „spasibo Erlangen” über die Städtepartnerschaft mit Wladimir, gedreht 2006 vom Bayerischen Rundfunk.

Sonntag, 28. September 2008, 11 Uhr
Sonntag, 5. Oktober 2008, 11 Uhr,
Sonntag, 12. Oktober 2008, 11 Uhr,
Sonntag, 19. Oktober 2008, 11 Uhr,
Sonntag, 26. Oktober 2008 11 Uhr,
Sonntag, 2. November 2008, 11 Uhr und
Sonntag, 9. November 2008, 11 Uhr

Weitere Führungen für Gruppen auf Anfrage: Tel. 09131 / 86 2408.
Sie können sich auch online anmelden - mit dem Link am Ende dieser Seite!

Blick in die AusstellungBlick in die Ausstellung


Kurt Jauslin: Transzendenz und hoher Himmel:

„Die kargen Hochebenen Frankens erinnern ihn an die Weite der russischen Landschaft, die fränkischen Feldkreuze an die Überlieferungen der Volksfrömmigkeit, die blühenden Dörfer an die versunkene russische Dorfkultur. [...] Der Titel 'Gottes Acker' zielt auf die Einheit von Mensch und Natur, auf den Ursprung in einer göttlichen Schöpfung, die es zu bewahren gilt. [...] Der fromme Mönch Innokentij ist zugleich ein Realist, begabt mit dem scharfen Blick für die Zerstörungen, die der ökonomische Fortschritt anrichtet, ebenso wie für die untergründige Gegenwart gewachsener und verlorener Traditionen, zu denen vor allem die Religiosität gehört. Seine Arbeiten versteht er deshalb auch als Dokumentation der christlichen Tradition: Kirchenbau und Kirchenmalerei, deren Bestand er mit dem Auge des gelernten Architekten registriert. [...]

Der hohe Himmel, der sich über verschneiten Ebenen und verstreuten Gehöften wölbt, ist immer Zeichen der über allem Wandel wirkenden Transzendenz.
Etwas muss bleiben, das dem Vanitas-Motiv der 'verlassenenen Dörfer' Einhalt gebietet, einer Fotoserie, in der Pater Innokentij den Untergang einer Kultur dokumentiert hat. Ein Thema, das er schon in seinen 30 Jahre alten Radierungen gestaltet hatte, und im Kontrast ergänzt hat durch Fotomontagen vorgefertigter Architektur. 
Fotografie ist für ihn Erinnerungsarbeit, die sich in Konfrontationen ausdrückt: Bilderfolgen, die häufig in der Form des klassischen Triptychons von der Lebenskraft des Glaubens gegenüber den Vernichtungen der Zeitläufte berichten. Die Arbeit des Dokumentars verwandelt sich in Kunst: Alte Archivfotos aus dem russischen Leben setzt Pater Innokentij in Bildmontagen zusammen, Votivbilder einer verlorenen und durch die Kunst wiedergewonnenen Gegenwart.”

Erlanger Nachrichten vom 17.9.2008

 

 

28.08.2013
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