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Archiv

Rätsel Kosbacher Altar

9. Februar - 18. Mai 2014

(Foto: Florian Sauer, Institut für Ur- und Frühgeschichte, Uni Erlangen)

 

Eine Ausstellung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Erlangen
 
Anlass
100 Jahre Entdeckung Kosbacher Altar (1913/ 2013).
100-jähriges Jubiläum der Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1914/ 2014).
 
Thema
1913 grub der Erlanger Pfarrer Dr. Rudolf Herold im Mönauer Forst bei Kosbach, westlich der Stadt Erlangen, einen eisenzeitlichen Grabhügel  (ca. 600–400 v. Chr.) aus. Neben dem Hügel traf er auf eine kleine rechteckige Steinsetzung mit niedrigen Pfeilern an den Ecken und in der Mitte. Für diese prägte er den Begriff „Kosbacher Altar“. Die Funde seiner Ausgrabung stiftete Herold der Universität Erlangen, was 1914 zur Gründung der heutigen Ur- und Frühgeschichtlichen Sammlung der Universität führte.

Der sogenannte „Kosbacher Altar“ ist lokalgeschichtlich berühmt und die an der Originalstelle wiedererrichtete Replik stellt ein beliebtes Ausflugsziel in der Region dar. 

In der Ausstellung werden die Grabung von Rudolf Herold 1913 und alle folgenden Untersuchungen, wie z.B. die Nachgrabung im Jahr 1979, samt der geborgenen Originalfunde gezeigt. Neben den Originalen finden Modelle, Repliken und große Grabungspläne Eingang in die Ausstellung, um Sachverhalte zu veranschaulichen. Außer den archäologischen Funden liegt eine Kopie des Gästebuchs aus, in welches sich 1913 die Besucher der Grabung eintrugen. Der heutige Ausstellungsbesucher ist explizit aufgefordert, nicht nur nachzusehen, ob vielleicht Verwandte oder Bekannte sich dort eintrugen, sondern das Buch fortzuschreiben – es sind noch einige Seiten frei. 

In der Wissenschaft ist die Interpretation des Befundes auch nach über 100 Jahren noch umstritten, vor allem, da die Steinsetzung bis heute in dieser Form singulär geblieben ist Die Ausstellung zieht Vergleiche mit ähnlichen Konstruktionen und konfrontiert den Besucher mit verschiedenen Deutungsmöglichkeiten. Das Rätsel des „Kosbacher Altars“ wird im Rahmen der Ausstellung also nicht gelöst; vielmehr endet der Rundgang augenzwinkernd mit einem Blick auf den wirklichen Kosbacher Altar. 

Mitarbeit
Das Projekt entstand im Rahmen einer Lehrveranstaltung des Instituts für Ur- und Frühgeschichte. Knapp zwei Jahre beschäftigte sich eine Gruppe von Studierenden mit fachlichen Recherchen und der Ausarbeitung von Vorschlägen, wie die Ergebnisse in einer Ausstellung präsentiert werden können. Die Vorbereitung der Ausstellung stand unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Doris Mischka. Bei der Umsetzung der Ideen war das Stadtmuseum mit Rat und Tat behilflich. 

Das museumspädagogische Angebot zur Ausstellung wurde vom Stadtmuseum in Zusammenarbeit mit der „Vorzeitkiste“ (Arbeitsgruppe Museumspädagogik des Instituts für Ur- und Frühgeschichte) entwickelt. Informationen dazu finden Sie hier.

 

Zur Ausstellung ist eine Dokumentation erschienen und für 8,- Euro an der Kasse erhältlich.

 

Vortrag "Die Besiedlungsgeschichte Ober- und Mittelfrankens zwischen ausgehender und früher Latènezeit"

am Mittwoch, 30. April 2014 um 18.15 Uhr im Kollegienhaus (Raum 1.016), Universitätsstraße 15, Erlangen

PD Dr. Markus Schußmann von der Universität Würzburg wird in seinem Vortrag den Kosbacher Altar in seine regionale Zeitgeschichte einordnen.  Laut Schußmann erlebten am Ende der Bronzezeit die Menschen in Mittel- und Oberfranken schwere Einschnitte durch klimatische Ereignisse, die zu technologischen, sozialen und religiösen Veränderungen führten.
 
Weitere Informationen finden Sie hier.
 
 

Vortrag "Kult in der Bronzezeit"

am Donnerstag, 20. Februar 2014 um 18.15 Uhr im Stadtmuseum Erlangen

Prof. Dr. Carola Metzner-Nebelsick, Ludwig-Maximilians-Universität München

Der Vortrag stellt unterschiedliche Formen ritueller Praxis im bronzezeitlichen Europa vor, die mit einem religiösen Bedeutungsgehalt verbunden werden. Im Zentrum steht der für die Zeit zwischen 2200 und 800 v. Chr. zentrale Aspekt des Materialopfers. Diese Sitte wird mit weiteren Phänomenen der bronzezeitlichen Kultpraxis, wie dem Bestattungswesen sowie dem archäologischen Nachweis von in einem rituellen Zusammenhang stehenden Festen kontrastiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob wir bereits in der Bronzezeit mit differenzierten Vorstellungen von Göttern rechnen können und in welchem räumlichen Kontext die Verehrung göttlicher Mächte zu sehen ist.

 

 

Eröffnung der Ausstellung

am Sonntag, den 9. Februar 2014 um 11 Uhr im Stadtmuseum Erlangen.
 
Es sprechen:
 
Dr. Siegfried Balleis
Oberbürgermeister der Stadt Erlangen
 
Thomas Engelhardt
Leiter des Stadtmuseums Erlangen
 
Prof. Doris Mischka
Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Erlangen
 
Musikalische Umrahmung:
Leo Breuer (Kontrabass), Georg Seitfudem (Klarinette) und Lukas Heim (Percussion)
Christian-Ernst-Gymnasium Erlangen

 

 

29.04.2014
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