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Dauerausstellung

75 Jahre Kriegsende in Erlangen

Am 16. April 1945 wurde Erlangen den auf den Kampf um Nürnberg – die symbolträchtige „Stadt der Reichsparteitage“ – vorrückenden US-Truppen kampflos übergeben. Damit blieb die Stadt, die bislang vom Bombenkrieg nahezu verschont geblieben war, vor drohender sinnloser Zerstörung kurz vor Kriegsende endgültig bewahrt. Um diese Zeit galt Erlangen als Lazarettstadt, überfüllt mit Verwundeten, Evakuierten und ersten Flüchtlingsgruppen. Für immer verbunden bleibt dieser glückliche Umstand für die Stadt mit dem Namen des Erlanger Kampfkommandanten Werner Lorleberg (1894 – 1945).

Seit Sonntag, dem 15. April 1945 wurde die Stadt von Westen her von der US-Artillerie beschossen. Am Morgen des 16. April standen die US-Truppen am Burgberg und forderten ein Ultimatum zur bedingungslosen Übergabe der Stadt. Angesichts einer militärisch aussichtslosen Lage gab Lorleberg schließlich den bis dahin aufrechterhaltenen Verteidigungswillen in einem persönlichen Gespräch mit dem kommissarischen Oberbürgermeister Dr. Herbert Ohly (1901 – 1972) auf. Dieses letzte Gespräch fand in der Luftschutzbefehlsstelle im ehemaligen Altstädter Rathaus, dem heutigen Stadtmuseum, statt, wo Ohly und sein Stab die Nacht verbracht hatten.

Wenige Stunden später starb Lorleberg unter bis heute nicht restlos geklärten Umständen. Es spricht viel dafür, dass er sich das Leben genommen hat – hatte er sich doch mit der kampflosen Kapitulation dem Führerbefehl zum Endkampf widersetzt.

Das Stadtmuseum erinnert mit einigen Fotos an die Orte, die mit dem Kriegsende und dem Gedenken an Werner Lorleberg verbunden sind.

Weiterführende Literatur:

Andreas Jakob: Der Tod des Kampfkommandanten. Das Kriegsende in Erlangen 1945 im Spiegel von Augenzeugenberichten (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Erlangen, Nr. 20). Berching 2018.

Harald Popp: Erlangen in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges. Die Einnahme der Stadt durch amerikanische Truppen. In: Erlanger Bausteine 43 (1995), S. 9 – 72.


Oberstleutnant Werner Lorleberg (1894 – 1945), Kampfkommandant in Erlangen seit April 1945, Foto: Stadtarchiv
 


Dr. Herbert Ohly (1901 – 1976), kommissarischer Oberbürgermeister der Stadt Erlangen seit Oktober 1944, Foto: Stadtarchiv
 

 
Die ehemalige Luftschutzbefehlsstelle, Ansicht vom Museumshof heute, Foto: Erich Malter
 


Außenzugang zur ehemaligen Luftschutzbefehlsstelle, Foto: Erich Malter
 


Originalobjekte der Befehlsstelle in der Dauerausstellung (Luftumwälzanlage und Innentür), Foto: Erich Malter
 


Nachgestellte Szene des Gesprächs zwischen Lorleberg und Dr. Ohly am historischen Ort aus der Ausstellung „Erlangen im Nationalsozialismus“ des Stadtmuseums (1983), Foto: Erich Malter
 


Der „Kaiser-Wilhelm-Platz” wurde im Herbst 1945 zum „Lorlebergplatz” umbenannt, Foto: Erich Malter
 


Das 1955 an der Thalermühle errichtete Gedenkkreuz an Werner Lorleberg. Hier wurde er tot aufgefunden. Foto: Erich Malter


Gedenktafel an Werner Lorleberg im Stadtmuseum Erlangen seit 2002, Foto: Erich Malter

 

 

 

14.10.2020
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