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Dauerausstellung

Rundgang Stadtgeschichte

Vorgeschichte

Die Vorgeschichte wird in zwei Räumen des Gewölbekellers präsentiert. Der erste Themenraum – Siedlung und Technik – spannt einen weiten Bogen vom Auftreten der ersten Menschen in der Region bis zum Ende der vorgeschichtlichen Epoche (um 30 v. Chr.). Der zweite – Kult und Bestattung– zeigt die Totenbräuche von der späten Bronzezeit (ca. 1350 v. Chr.) bis zur jüngeren Eisenzeit (ca. 450 v. Chr.). Zu sehen sind hier Grabbeigaben aus Grabungen im Erlanger Stadtwald, in Dormitz, Büchenbach und Kriegenbrunn.

Zu den herausragenden Objekten zählen ein etwa 25 000 Jahre altes Steingerät aus einer Spardorfer Lehmgrube oder einer der gravierten Steinblöcke, die als „Erlanger Zeichensteine“ in die Literatur eingegangen sind. Auch der „Kosbacher Altar“ wird als einzigartige prähistorische Kultstätte gewürdigt.

Blick in den Ausstellungsraum "Kult und Bestattung"Blick in den Ausstellungsraum "Siedlung und Technik"

Altstadt Erlang

Im dritten Kellergewölbe werden die wichtigsten Stationen der Stadtgeschichte von der urkundlichen Ersterwähnung Erlangens als „villa Erlangon“ im Jahre 1002 über die Stadtwerdung im 14. Jahrhundert bis hin zum Brand der Altstadt von 1706 veranschaulicht. Der Wiederaufbau erfolgte im Stil der Neustadt als Barockstadt.

Am Beispiel der Veste, der Münzstätte, des Schul- und des Badhauses erhalten die Besucher Einblick in das Leben der kleinen spätmittelalterlichen Ackerbürgerstadt.

Ein wichtiges Zeugnis der Altstadt ist das angrenzende schiefwinklige Gewölbe, das auf einen Vorgängerbau des Altstädter Rathauses zurückgeht. Die hier gezeigten Pläne zu den umliegenden Kellern geben Hinweise auf die Ausrichtung der Straßen und Gebäude der Stadt „Erlang“ vor dem Brand von 1706. 

Der Altstadtbrand von 1706Zum Wiederaufbau der Altstadt

Die Neustadt Erlangen von 1686 - 1810
Geschichte und Gründung der Hugenottenstadt

Die Ansiedlung französischer Glaubensflüchtlinge im Jahre 1686 war eine entscheidende Weichenstellung in der Geschichte Erlangens. Südlich der Altstadt wurde eine neue Stadt planmäßig angelegt, die sich nach schwierigen Anfangsjahren zu einem wichtigen Handels- und Gewerbeplatz entwickelte.

Im Zentrum des Ausstellungsteils stehen die von den Hugenotten eingeführten Handwerke und Manufakturen. Den Besucher erwartet hier eine umfangreiche und überregional bedeutsame Sammlung zur Strumpfwirkerei und Handschuhmacherei. Hinzu kommen Bilder und Objekte zur Planstadt und markgräflichen Residenz sowie zur Universitätsgründung 1743 und zur reformierten Gemeinde.

Ein besonderes Glanzstück stellt das Porträt der Erlanger Markgräfin Sophie Caroline des hannoverschen Hofmalers Johann Georg Ziesenis dar. 

StrumpfwirkerwerkstattGobelin "Wildschweinjagd" aus der Werkstatt de Chazaux, 18. Jh.. (Ausschnitt)

Industrialisierung in Erlangen

Erlangens Weg in das Industriezeitalter begann spät. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die meisten alten Exportgewerbe rückständig. Neue Anstöße gab der Eisenbahnbau, der auch den Aufschwung der Brauereien begünstigte. Bis 1900 entstanden in der Textil- und Elektroindustrie die ersten Großunternehmen (Baumwollspinnerei Erlangen, Reiniger, Gebbert & Schall). Etwa gleichzeitig baute die Stadt mit E-Werk, Wasserwerk und Kanalisation eine moderne Infrastruktur auf, die das Alltagsleben veränderte.

Die technischen Errungenschaften und sozialen Probleme der Zeit werden am Beispiel der Elfenbeinkammfabrik Bücking, der Bürstenfabrik Kränzlein, der Lederwaren- und Kartonagenfabrik Zucker, aber auch der „Erba-Spinnerei“ und von „RGS“ anschaulich gemacht. Darüber hinaus geben Sondersammlungen, etwa Bleistifterspitzer von Möbius und Messgeräte von Gossen, Einblick in das Warensortiment Erlanger Firmen.

Betriebsschlosserei der Lederwaren- und Kartonagenfabrik Zucker, um 1909Induktionsapparat, hergestellt von Reiniger, Gebbert und Schall, um 1900

Stadtgesellschaft und Politik
Erlangen seit dem Kaiserreich

Im Jahrzehnt vor und nach der Reichsgründung 1871 gelang der Universitätsstadt Erlangen der Sprung zur Industrie- und Garnisonstadt. Den Ton gaben das Besitz- und Bildungsbürgertum sowie die ihm sozial nahe stehenden Offiziere an. Dagegen propagierte eine selbstbewusste, gewerkschaftlich bald gut organisierte Arbeiterschaft den Klassenkampf.

Während der Weimarer Republik blieb Erlangen eine Hochburg der SPD mit einer reichen Arbeiterkultur, die sich bis zu ihrer Zerstörung durch die Nazis eindrucksvoll behauptete. Das Versagen der akademischen Intelligenz im „Dritten Reich“ zeigte sich unter anderem an der „Gleichschaltung“ der Universität und an der Verwicklung von Ärzten in NS-Verbrechen. Die kleine jüdische Gemeinde wurde vollständig vernichtet.

Die Verlagerung der Hauptverwaltung der Siemens-Schuckertwerke AG von Berlin in das unzerstörte Erlangen bedeutete 1945 den ersten Schritt zur wohlhabenden Angestelltenstadt und zur Großstadt (1974).

Erlangen im NationalsozialismusSiemens prägt das moderne Erlangen

05.07.2017
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