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Heizen – Lüften – Schimmel vermeiden

Schimmel im Wohnraum

Schimmelpilze im Wohnraum gedeihen immer dort, wo es zu feucht ist. Die Ursache für feuchte Wände ist oft zu hohe Luftfeuchtigkeit.

Wie entstehen Schimmelpilze?

Schimmelpilze entstehen durch  Feuchtigkeit. Diese kann auf verschiedenen Wegen in Wohnräume gelangen, zum Beispiel durch:

  • Bauwerksschäden wie undichte Rohre, Schäden am Dach, Risse in der Außenwand oder mangelnde Abdichtungen im Keller oder am Balkon
  • Überschwemmungen oder Rohrbrüche
  • Mangelhafte Wärmedämmung oder bauphysikalische Fehler
  • Neubaufeuchte, die durch zu frühe Möblierung, Fußleisten usw. nicht entweichen kann
  • Heiz- und Lüftungsfehler

Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass in jedem Haushalt Wasserdampf in großen Mengen produziert und von der Luft aufgenommen wird. In einem 3-Personen-Haushalt können pro Tag 6-14 Liter Wasser freigesetzt und von der Luft aufgenommen werden.

Luftfeuchtigkeit messen

Sie können die Feuchtigkeit in Ihrer Wohnung mit einfachen Feuchtigkeitsmessgeräten (Hygrometer) selbst messen.

Richtig lüften - Schimmel vermeiden

  • Lüften Sie nach Möglichkeit so, dass Durchzug entsteht und die Luft schnell ausgetauscht wird. Je nach Außentemperatur und Windstärke reichen schon wenige Minuten dafür aus. Nur die warme, feuchte Luft soll gegen kühlere Außenluft ausgetauscht werden, ohne dass Wände, Decken und Möbel dabei auskühlen können. So bleibt der Energieverlust gering.
  • Lüften Sie, wenn möglich, 3-4 Mal täglich; mindestens jedoch 2 Mal täglich. Auch wenn es draußen neblig und regnerisch ist, wird in der Heizperiode dadurch immer Feuchtigkeit abgeführt.
  • Vermeiden Sie während der Heizperiode Dauerlüften, zum Beispiel durch das Kippen eines Fensters.
  • Lüften Sie sofort nach dem Duschen und Baden oder wenn größere Dampfmengen durch Kochen entstanden sind.

Folgende Lüftungsdauer ist für einen Luftwechsel bei ganz geöffnetem Fenster (Stoßlüftung) ungefähr nötig:

  • Dezember, Januar, Februar: 4 bis 6 Minuten
  • März, November: 8 bis 10 Minuten
  • April, Oktober: 12 bis 15 Minuten
  • Mai, September: 16 bis 20 Minuten
  • Juni, Juli, August: 25 bis 30 Minuten

Kellerräume richtig lüften

Im Sommer sollten Kellerfenster und -türen geschlossen gehalten werden, da sonst die warme Luft an den kühlen Kellerwänden kondensiert und die Räume feuchter werden (Ausnahme: beheizte Keller, zum Beispiel Hobbyräume). Im Winter sollte hingegen für Durchzug gesorgt werden, damit die trockene Außenluft die feuchte Innenluft verdrängt. Lüften Sie im Keller nur, wenn die Außentemperatur geringer ist als die Wandtemperatur im Innenraum.

Richtig heizen

  • Heizen Sie gleichmäßig. Die Temperatur in Wohnräumen sollte zwischen 19° C und 21° C betragen.
  • Der Temperaturunterschied zwischen den Räumen sollte nicht mehr als 5 °C betragen.
  • Türen zu kühleren Räumen sollten geschlossen gehalten werden, zum Beispiel zum unbeheizten Schlafzimmer, damit sich keine warme und dadurch auch feuchtere Luft aus den übrigen Räumen an den kalten Wänden niederschlagen kann.
  • Wenn Sie die Wohnung verlassen: Heizung nicht abstellen, sondern nur ca. 2-3 °C absenken.
  • Die Heizkörper nicht durch Möbel zustellen oder mit Vorhängen verdecken.
  • Möbel vor kalten Außenwänden mit mindestens 5 cm Abstand zur Wand aufstellen. Nach Möglichkeit diese Wände jedoch frei von Möbeln halten.
  • Keine Einbauschränke in Neubauten (Baufeuchte). Besonders gefährdet sind: Bad, Küche, Flur und Schlafzimmer.
  • Müssen Einbauküchen trotzdem in Neubauten eingebaut werden, sollte die Sockelblende noch eine Heizperiode lang offen bleiben.
  • Nach dem Duschen sollten Fliesen und Duschwände mit einem Wischer abgezogen oder abgetrocknet werden.
  • Wäsche nach Möglichkeit draußen trocknen - auch im Winter.

Wie beseitigt man Schimmelpilze?

Der Schimmel muss beseitigt und dessen Ursache ermittelt und behoben werden. Eine Schimmelpilzsanierung ohne Beseitigung der Ursachen ist nicht sinnvoll, da früher oder später mit einem erneuten Schimmelwachstum zu rechnen ist. Stark befallene Stellen sollten möglichst rasch saniert werden, da durch jede Luftbewegung Schimmelpilzsporen aufgewirbelt werden.

Befallene poröse Materialien wie Tapeten, Gipskartonplatten oder Holzverkleidungen können nicht gereinigt, sondern müssen entfernt werden. Da Polstermöbel und Textilien auch nur sehr schwer zu sanieren sind, sollten diese je nach Anschaffungskosten auch entsorgt werden.

Sanierungen kleineren Umfangs, etwa lediglich oberflächlicher Befall, können im Allgemeinen selber durchgeführt werden. Dabei sind vorsorglich Schutzhandschuhe, Mundschutz und Schutzbrille zu tragen.

Im Anschluss daran sollten die sanierten Flächen und deren Umgebung feucht gereinigt werden, damit auch der verteilte Feinstaub entfernt wird. Die bei der Sanierung anfallenden, mit Schimmelpilz belasteten Abfälle, können - in Plastikbeutel verpackt - mit dem Hausmüll entsorgt werden.

Umfangreiche Arbeiten sollten von Spezialfirmen (Asbest- oder Bausanierungsfirmen) ausgeführt werden, die mit solchen Sanierungsarbeiten, den hierbei auftretenden Gefahren, den erforderlichen Schutzmaßnahmen und den zu beachtenden Vorschriften vertraut sind. Zur Erfolgskontrolle sollte nach der Sanierung eine Raumluftmessung durchgeführt werden, wobei eine Vergleichsmessung der Außenluft unbedingt erforderlich ist. Denn: Die Raumluft kann normalerweise nicht „besser“ als die Außenluft sein.

Weitere Tipps:

  • Befallene Tapeten oder Silikonfugen entfernen.
  • Oberflächlich befallene Stellen, zum Beispiel Metall, Keramik, Glas oder lackiertes Holz, mit einem Haushaltreiniger abwaschen oder die befallenen Flächen mit einem dafür geeigneten Staubsauger absaugen und den Staubsaugerbeutel entsorgen.
  • Geeignete Staubsauger sind beispielsweise Industriestaubsauger mit Abluft nach draußen oder Haushaltsstaubsauger mit HEPA-Filter, die nach EN 1822 durch DMT (Deutsche Montan Technologie GmbH) geprüft wurden oder das TÜV-Zeichen „Für Allergiker geeignet“ tragen.
  • Anschließend die gereinigten Flächen mit 70-80% Ethylalkohol abreiben und gut durchtrocknen lassen.
05.02.2021
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