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Klimaschutz in Erlangen

Dem Klimawandel auch vor Ort entgegentreten

Die Erderwärmung und die gravierenden Auswirkungen auf die Umwelt und damit letztendlich auch auf uns Menschen sind in aller Munde. Der Stadtrat hat auf Initiative eines Bürgerversammlungsantrags der „Fridays for Future“-Bewegung im Mai 2019 beschlossen, als erste Stadt in Bayern den Klimanotstand auszurufen.
Dieser Beschluss hat zunächst symbolischen Charakter. Der Stadtrat hat aber gleichzeitig beschlossen, dass Maßnahmen, die den Klimawandel oder dessen Folgen abschwächen, priorisiert werden sollen. Alle Stadtratsbeschlüsse werden deshalb auf ihre Klimaauswirkungen hin geprüft. „Klimaschutz soll in allen Handlungen, egal in welchem Amt oder welcher Abteilung, selbstverständlich mitgedacht und mitgetragen werden“, erläutert Reiner Lennemann, Leiter des Amtes für Umweltschutz und Energiefragen.

Doch Erlangen engagiert sich nicht erst seit der Ausrufung des Klimanotstands für klima- und umweltrelevante Themen, schon vorher wurden Konzepte in unterschiedlichen Bereichen erarbeitet und umgesetzt. Susanne Lender-Cassens, Bürgermeisterin und Umweltreferentin, erklärt: „Schon lange wird in Erlangen am Thema Klimawandel gearbeitet, allerdings konnten wir durch die Anerkennung des Klimanotstands in kurzer Zeit viel erreichen und mehr engagierte Menschen für das Thema gewinnen. Wir nehmen Fahrt auf.“ Seit 2016 dient das integrierte Klimaschutzkonzept dazu, konkrete Schritte für mehr Klimaschutz zu gehen und die Energiewende voranzutreiben. Die Stadtwerke etwa steigen 2021 aus der Kohlenutzung aus. Und das sind nicht die einzigen Maßnahmen, denn nicht umsonst wurde Erlangen durch die Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. als eine der nachhaltigsten Großstädte in Deutschland nominiert. „Trotzdem“, berichtet Lena
Jakob, Klimaschutz- und Energiebeauftragte im Umweltamt, „sind erst seit Ausrufung des Klimanotstands manche Hindernisse leichter zu nehmen, wodurch die Arbeit an bestimmten umweltrelevanten Themen unkomplizierter voranschreiten kann.“

Seit 2010 gibt es auf der Bauhof-Halle in der Stintzingstraße diese große Photovoltaikanlage. Foto: Stadt Erlangen/smü

Im Umweltamt besteht bereits ein fünfköpfiges Team für Klimaschutz und Energiefragen, dieses bekommt noch eine Stelle dazu. Letztlich betrifft das Thema aber sämtliche Ämter in der Stadtverwaltung. Die finanziellen Mittel wurden bereits für den Haushalt 2020 deutlich erhöht, um die bestehenden Maßnahmen zu unterstützen und neue Maßnahmen anzugehen. Maßnahmen, die bereits 2020 umgesetzt werden sollen, sind unter anderem: Der Zollhausplatz wird entsiegelt und zum „Klimaplatz“ umgestaltet. Es sollen neue und mehr Fahrradabstellplätze geschaffen werden. Energiesparend bauen und die Nutzung von erneuerbaren Energien sind wichtige Faktoren. Ampeln und Straßenlaternen werden auf LED umgerüstet. Und die Stadt möchte ihre Angebote als umweltfreundliche Arbeitgeberin erweitern. Das Ziel, den lokalen CO2-Ausstoß zu reduzieren, um damit einen Beitrag zu leisten um die 1,5 Grad Erderwärmung nicht zu übersteigen, sei die Herausforderung, die
die Stadtverwaltung angehen möchte, erklärt Jakob. In seiner Jahresschlussrede 2019 beschreibt Oberbürgermeister Florian Janik die Situation so: „Alle politisch Verantwortlichen, ob man das will oder nicht, stehen jetzt vor der Herausforderung, rasche, mutige und weitreichende Antworten auf die existentielle Bedrohung durch den Klimawandel zu geben. Und dennoch dürfen wir die zentralen Spielregeln, die Grundlagen unseres demokratischen sozialen Staates dabei nicht außer Kraft setzen.“ Um einen breiten gesellschaftlichen Konsens zu finden, soll die Stadtbevölkerung durch Gremienarbeit und durch Beratungsangebote aktiv in die Überlegungen miteinbezogen werden.

Neben all diesen klimaschützenden Maßnahmen muss die Stadt auf die durch den Klimawandel veränderten Wetterbedingungen wie Hitzewellen reagieren, damit sie weiterhin ein lebenswertes Umfeld bieten kann. Das geschieht mit dem Klimaanpassungskonzept, in dem unter anderem bei der Stadtplanung und -entwicklung diese neuen Bedingungen bedacht werden, z.B. indem auf genügend Durchgrünung im Stadtgebiet geachtet wird. „Der Stadtraum wurde zu sehr dem Verkehr geopfert. Aus versiegelten Flächen wieder Grünanlagen zu machen, ist meine Vision. Wenn wir Menschen unser Leben miteinander nachhaltiger gestalten, stärkt das den Zusammenhalt“, blickt Lena Jakob optimistisch in die Zukunft der Stadt Erlangen.

 

13.01.2020
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