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Bewältigung des Klimanotstands

Stadt präsentiert Studie zur Bewältigung des Klimanotstands vor Ort

Weltweit demonstrieren junge Menschen für den Klimaschutz. Die Forderungen werden in Erlangen gehört und unterstützt. Die Stadt hat als erste in Bayern im Mai vergangenen Jahres den Klimanotstand ausgerufen. In diesem Zusammenhang wurde vom Stadtrat eine Studie zum Klimanotstand beauftragt, die jetzt am Donnerstag im Stadtrat vorgestellt wurde. „Die jungen Menschen haben unsere Gesellschaft wachgerüttelt. Es ist an der Zeit, unsere Lebensweise so zu verändern, dass das Klima und damit die Lebensgrundlage für unsere Kinder und Enkelkinder geschützt werden. Als Stadt wollen wir nicht nur als Vorbild vorausgehen und unser Möglichstes zum Klimaschutz beitragen. Die Klimanotstand-Studie schafft einen wertvollen Ausgangspunkt, um Maßnahmen zielgerichtet umzusetzen“, so Oberbürgermeister Florian Janik.

Im vergangenen Jahr hat der Klimaschutz große mediale Aufmerksamkeit erhalten und die Dringlichkeit zum Handeln verdeutlicht. Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass es den Menschen und den Institutionen offenbar schwerfällt, ihr Verhalten im Sinne des Klimaschutzes zu verändern.

Das Ziel des Pariser Klimaabkommens, die weltweite Erderwärmung auf unter 2 °C und möglichst unter 1,5 °C zu beschränken, liegt in weiter Ferne. Stattdessen bewegt sich die Erderhitzung um +4 °C bis 2050 – mit erheblichen Folgen für die Menschheit. Die von der Stadt beauftragte Klimanotstand-Studie untersucht, welchen Beitrag die Kommune für das Pariser Klimaabkommen leisten sollte. Dabei sind Maßnahmen in den Bereichen Energie, Mobilität, Wohnen, Ökologie, Wirtschaft, Ernährung und Landwirtschaft zu erarbeiten und konsequent umzusetzen.

Wie die Studie aufzeigt, kann die Stadt Erlangen bereits heute zahlreiche Klimaschutz-Maßnahmen vorweisen: Im Bereich Energie bietet sie beispielsweise seit vielen Jahren Energieberatungen und Förderprogramme für Hauseigentümer an. Mit dem Verkehrsentwicklungsplan wird der Ausbau des Umweltverbunds und zugleich die Reduzierung des Pendlerverkehrs strategisch angegangen. Ein wichtiger Baustein für die Mobilitätswende ist auch die Stadt-Umland-Bahn. Die Wärmewende forciert die Stadt u.a. im Bereich der Bestandssanierung der eigenen Liegenschaften. Die kommunalen Standards gehen über die gesetzlichen Standards hinaus. Das im Juni 2020 beschlossene Klimaanpassungskonzept beinhaltet weitreichende Maßnahmen zur Förderung der Stadtökologie. Erlangen engagiert sich auch seit langer Zeit für einen nachhaltigen und fairen Handel und wurde bereits 2012 als „Fairtrade Town“ ausgezeichnet.

In keinem der in der Studie aufgeführten Bereichen weist Erlangen einen blinden Fleck auf. Dennoch macht die Klimanotstand-Studie deutlich, dass die Bemühungen noch nicht ausreichen, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens auf lokaler Ebene einzuhalten. Die Zielsetzungen zur Reduktion des Treibhausgasausstoßes seien in der Universitätsstadt noch zu vage und zu wenig ambitioniert. Zukünftig gelte es für die Stadt die entscheidenden Klimaschutz-Maßnahmen anzugehen, also jene Maßnahmen bei denen sie selbst großen Gestaltungsspielraum hat und zugleich große Klimaschutzeffekte erzielen kann. Diese Maßnahmen sind unter Umständen teuer und teilweise erst langfristig gesehen wirtschaftlich, politisch möglicherweise umstritten und der Bevölkerung nicht leicht zu vermitteln, aber eben auf lange Sicht höchst wirkungsvoll für den Klimaschutz. In der jetzt präsentierten Studie werden verschiedene allgemeine Maßnahmen vorgeschlagen, die es für Erlangen zu konkretisieren gilt.

In den kommenden Monaten entwickelt die Stadt einen Aktionsplan zur Bewältigung des Klimanotstands, sodass in Erlangen zielgerichtet der Treibhausgasausstoß reduziert werden kann. Ein Plan alleine wird jedoch nicht ausreichen. Das macht die Studie ebenfalls deutlich. Es bedarf einer grundlegenden Veränderung der derzeitigen Konsum-, Produktions- und Handlungsmuster – einer sogenannten gesellschaftlichen Transformation. Wie diese aussehen soll, ist in Zusammenarbeit mit den Erlanger Bürgerinnen und Bürgern auszuhandeln und das möglichst schnell, denn die Zeit für mehr Klimaschutz drängt. 

Ab 28. Juli 2020 gibt es hier das Video zur Vorstellung der Klimanotstand-Studie von Prof. Dr. Miosga (Professor der Stadt- und Regionalentwicklung an der Universität Bayreuth), die er am 23. Juli 2020 im Erlanger Stadtrat gibt. Zeitgleich wird dort dann auch die Studie zur Verfügung stehen.

28.07.2020
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