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Verkehrs- und Nahverkehrsplanung

Historie der Verkehrs- und Nahverkehrsplanungen in Erlangen

Der letzte Verkehrsentwicklungsplan (VEP) stammt aus dem Jahre 1995, eine Teilfortschreibung durch Ermittlung von Basisdaten wurde 2005 durchgeführt. Die damals vorgeschlagenen Maßnahmen wurden bis heute teilweise umgesetzt.

Dazu gehören der Adenauer-Ring, der Nordast der Westtangente sowie die stadtweite ÖPNV-Beschleunigung. Nicht umgesetzt wurden dagegen der Bau der Westumfahrung Tennenlohe sowie die Umgehungsstraße Neunkirchen und Dormitz (Süd-Umgehung). Auch die Sperrung der Neuen Straße für den durchgehenden motorisierten Individualverkehr (MIV) wurde nicht realisiert. Die Öffnung/Untertunnelung Zollhaus, die Kosbacher Brücke sowie die Verbindung Königsmühle – Tennenlohe wurden u. a. aus Konkurrenzgründen zum ÖPNV nicht berücksichtigt.

Das ÖPNV-Netz in Erlangen wurde 2007 durch die Erstellung des 2. Nahverkehrsplanes gemäß der Leitlinie zur Nahverkehrsplanung analysiert und innerhalb des Erlanger Stadtgebietes optimiert. In dem projektbegleitenden Arbeitskreis waren neben den Verkehrsbetrieben und den Fachdienststellen auch Vertreter der politischen Fraktionen sowie der Lokalen Agenda 21 eingebunden. Die damals einstimmig beschlossenen Maßnahmen der Priorität 1 wurde bereits umgesetzt.

Eine grundlegende Überplanung mit stärkerer Berücksichtigung des regionalen Busverkehrs fand damals allerdings nicht statt.

Aktuelle Verkehrsentwicklungen
Motorisierter Individualverkehr

Mit der positiven wirtschaftlichen Entwicklung Erlangens in den vergangenen Jahren nahm die Zahl der Beschäftigten deutlich zu. Dieser Umstand führte, bei nahezu konstanter Zahl der Einwohner, zu einem erheblichen Zuwachs der Einpendler und ist insbesondere im motorisierten Individualverkehr (MIV) deutlich messbar.

So nahm der Verkehr über die Erlanger Stadtgrenze (ohne Berücksichtigung der BAB A73 und A3) zwischen dem letzten VEP im Jahr 1995 bis zum Jahr 2011 um fast 20% zu.

Auf den Regnitzbrücken betrug der Verkehrszuwachs bis zum Jahr 2006 ca. 13 %, das Niveau von 2011 liegt in etwa auf dem von 2004.

Weitere Verkehrsarten

Der Fußgängerverkehr mit 18 % und der Radverkehr mit 30 % haben bereits einen erfreulich hohen Anteil im Binnenverkehr. Die hohen Werte sind unter anderem auf eine verhältnismäßig gute Infrastruktur und die topographischen Gegebenheiten ohne nennenswerte Steigerungen zurückzuführen. Mit den vielen Studenten verfügt Erlangen zudem über eine ausgesprochen fahrradaffine Nutzergruppe. Ein Ziel der Verkehrsplanung muss es dennoch sein, wichtige Lückenschlüsse im Radverkehrsnetz herbeizuführen und bei Neuplanungen die teils veraltete Radverkehrsinfrastruktur auf den aktuellen Stand zu bringen.

Unter Berücksichtigung des Pendlerverkehrs zeigt der Anteil des ÖPNV dagegen mit 14 % am Gesamtverkehr gegenüber dem MIV mit 62 % noch ein erhebliches Verbesserungspotential.

Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass große Teile der Berufspendler außerhalb einer für den Radverkehr geeigneten Entfernung wohnen und das derzeitige ÖPNV-Angebot hinsichtlich Reisezeit mit dem MIV nicht konkurrenzfähig ist.

Mittel- bis langfristige Ziele der Verkehrsplanung

Verkehrsplanerische Maßnahmen dürfen sich nicht auf das Erlanger Stadtgebiet beschränken, sondern müssen insbesondere beim ÖPNV auch den regionalen Verkehr mit einbeziehen.

Ausbaumaßnahmen wie BAB A 73, ICE-Strecke etc. bieten Chancen für langfristige und umfangreiche Veränderungen des Erlanger Verkehrssystems.

Um den kontinuierlich ansteigenden Verkehr auf ein stadtverträglicheres Maß zu reduzieren, ohne gleichzeitig die positive wirtschaftliche Entwicklung von Erlangen zu beeinträchtigen, wurden folgende Ziele für die zukünftige Erlanger Verkehrsentwicklung definiert:

  • Fußgänger- und Radverkehrsanteil stabilisieren und ausbauen, d.h. konsequente Weiterentwicklung des Fuß-/Radwegenetzes
  • ÖPNV ausbauen und fördern, d.h. schnelle, umweg- und umsteigefreie Verbindungen vom Wohnort zum Arbeitsplatz durch bessere Verknüpfung des regionalen mit dem städtischen ÖPNV
  • MIV-Anteil reduzieren, d.h. Bündelung des Verkehrs auf Hauptverkehrsachsen bei gleichzeitiger Verkehrsberuhigung in der Altstadt und in Wohngebieten sowie Maßnahmen im Bereich der Parkraumbewirtschaftung
  • Städtebauliche Maßnahmen, d.h. Förderung einer funktionalen Durchmischung im Stadtgebiet als „Stadt der kurzen Wege“.

Die Stadt Erlangen hat dazu, basierend auf den Ergebnissen der derzeit noch laufenden Verkehrsuntersuchungen, ein Arbeitskonzept für die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes (integriertes Gesamtverkehrskonzept) erarbeitet und als sogenannten „Meilensteinplan“ vorgelegt.

Dieser beinhaltet die Zeitpläne für die verschiedenen Untersuchungen zur StUB (Meilensteine A und B), die Erstellung eines Verkehrsmodells (Meilenstein C), die optimierte Vernetzung von Binnen- und Regionalverkehr (Meilenstein D), die (eventuelle) gemeinsame Fortschreibung des Nahverkehrsplanes Erlangen mit den Landkreisen (Meilenstein E) sowie die Grundlegende Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplanes von 1995 unter Berücksichtigung aller Verkehrsarten (Meilenstein F). Jeder Meilenstein soll auf den Ergebnissen des vorherigen aufbauen, daher ist eine zeitgleiche Bearbeitung mehrerer Meilensteine nur teilweise möglich.

Da die Meilensteine D) bis F) zur Gewährleistung eines transparenten Entscheidungsprozesses sowie unter Berücksichtigung von Vorschlägen aus der Bürgerschaft von Anfang an mit einer Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt werden, ist mit einer Gesamtfertigstellung erst Ende 2016 zu rechnen.

Der „Meilensteinplan“ wurde in der Sitzung des Umwelt-Verkehrs-und Planungsausschusses am 12.07.2011 einstimmig beschlossen.

 

03.09.2014
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