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Ampel für „unechte“ Einbahnstraße steht auf Grün

Mit dem Ziel, den Durchgangsverkehr in der Innenstadt deutlich zu reduzieren, wurde im August 2019 die Verkehrsachse zwischen Neue Straße, Katholischer Kirchenplatz, Maximiliansplatz und westliche Hindenburgstraße zu einer „unechten“ Einbahnstraße umgebaut. Zunächst für ein Jahr auf Probe. In dieser Zeit sollte beobachtet werden, ob das Konzept aufgeht.

In der Oktobersitzung 2020 des Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschusses des Stadtrats hat die Verwaltung nun den Vorher-Nachher-Vergleich zwischen Juli 2019 und September 2020 vorgestellt. „Die Verkehrszählungen haben unsere Erwartungen in die neue Verkehrsführung bestätigt. Das Verkehrskonzept hat sich im Sinne der Reduzierung des Durchgangsverkehrs bewährt. Ich freue mich, dass die Politik die neue Verkehrsführung für mindestens ein weiteres Jahr beibehalten und beobachten will“, zieht Planungs- und Baureferent Josef Weber Bilanz. Oberbürgermeister Florian Janik sieht nun als nächsten Schritt die Einführung einer neuen City-Bus-Linie, um die Anbindung von Großparkplatz zur nördlichen Innenstadt zu verbessern. Nach derzeitigem Stand soll die Linie im ersten Quartal 2021 in Betrieb gehen.

Die Ergebnisse der Verkehrserhebungen (Juli 2019 und September 2020) im Einzelnen:

Der Kfz-Verkehr in der Achse Neue Straße/ Katholischer Kirchenplatz/ Maximiliansplatz/westliche Hindenburgstraße hat um 60 Prozent (rund 8.000 Kfz/24h) im September 2020 abgenommen. In Fahrtrichtung Westen (Durchfahrverbot durch unechte Einbahnstraße) hat der Verkehr um 90 Prozent abgenommen (rund 5.250 Kfz/24h).

In der Spardorfer Straße (Bereich westlich Palmstraße) ist ein Rückgang im Querschnitt um 13 Prozent (rund 1.800 Kfz) festzustellen. Es ist allerdings ein minimaler Anstieg der Verkehrsbelastung in Richtung Westen von 3 Prozent zu verzeichnen. Der Schwerverkehrsanteil ist mit 1,4 Prozent sehr gering.

In der Henkestraße (Bereich westlich Werner-von-Siemens-Straße) hat eine Abnahme des motorisierten Verkehrs um 19 Prozent stattgefunden (rund 2.260 Kfz/24h).

In der Werner-von-Siemens-Straße (Bereich südliche Henkestraße) ist der Verkehr ebenfalls um 9 Prozent zurückgegangen (rund 1.000 Kfz/24h).

 

 

 

Große mobile LED-Hinweistafeln im Bereich der Drausnick- und Hindenburgstraße hatten auf die veränderte Verkehrsführung aufmerksam gemacht.

Fotomontage "unechte" Einbahnstraße

 

Hintergrund:

Der Verkehr in der Erlanger Innenstadt stellt die Verkehrsplanung vor große Herausforderungen: Es geht einerseits darum, die gute Erreichbarkeit des Einzelhandels und wichtiger Arbeitsstätten und Einrichtungen, allen voran der Universitätskliniken, sicherzustellen. Zum anderen gilt es, die Innenstadt als attraktiven Wohn- und Aufenthaltsort mit hoher Lebensqualität zu erhalten und zu stärken und die Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere vielbefahrener Straßen von Lärm und Schadstoffen zu entlasten. Um die genannten Ziele in Einklang zu bringen, hat die Stadt Erlangen den Verkehrsentwicklungsplan 2030 auf den Weg gebracht. Dort werden unter Einbeziehung der Stadtgesellschaft für alle Verkehrsarten zukunftsfähige Lösungen erarbeitet. Neben verkehrslenkenden Maßnahmen für den Autoverkehr ist dabei die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs sowie des Rad- und Fußgängerverkehrs von zentraler Bedeutung. Die Stadratsgremien haben auf dieser Grundlage 2019 ein Verkehrskonzept für die Innenstadt beschlossen. Es sieht eine nachhaltige Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere vielbefahrener Straßen durch die Kombination einer Einbahnstraßenregelung auf Höhe des Maximiliansplatzes in der Neuen Straße mit Geschwindigkeitsbegrenzungen auf weiteren Straßenzügen vor. Um die Erschließung und die Erreichbarkeit der nördlichen Innenstadt zu verbessern, laufen derzeit die Planungen für die zeitnahe Einführung einer neuen City-Buslinie. Ferner wurden erste Schritte zur Prüfung von zwei neuen Parkhäusern für das Universitätsklinikum auf den Weg gebracht.
 

Einbahnstraßenregelung und Geschwindigkeitsbegrenzungen

Der Umwelt-, Verkehrs- und Planungsausschuss des Erlanger Stadtrats hat am 25. Juni 2019 die Verwaltung beauftragt, noch in den Sommerferien mit dem Probebetrieb für eine veränderte Verkehrsführung im Straßenzug Neue Straße bis Hindenburgstraße zu beginnen. Durch verschiedene Maßnahmen sollen die Anwohnerinnen und Anwohner des Straßenzuges von Lärm und Schadstoffen entlastet werden, ohne den Bereich Essenbacher Straße merklich mehr zu belasten. Kernstück der Maßnahmen ist die sogenannte „unechte“ Einbahnstraße mit Fahrtrichtung Osten im Bereich des Maximiliansplatzes zwischen Östlicher Stadtmauer- und Krankenhausstraße. Um die neue Verkehrsführung deutlich zu machen, soll die eingeschränkte Fahrspur Richtung Westen blau eingefärbt werden. Durch Piktogramme auf der Spur und zusätzliche Beschilderung wird dem Rad- und Busverkehr die Durchfahrt sowie Rettungsfahrzeugen und privaten Notfallfahrten die Zufahrt zu den Notaufnahmen erlaubt.

Darüber hinaus sollen begleitende Maßnahmen den Straßenzug aufwerten und die veränderte Straßenfunktion verdeutlichen. So soll auf der Hindenburgstraße in westlicher Richtung nur noch das Parken auf der Fahrbahn erlaubt sein, wobei der Pkw-Begegnungsverkehr weiterhin möglich ist. Ferner werden Ausweichbuchten für den Busverkehr und eine Fahrradabstellanlage eingerichtet. Im Bereich des Katholischen Kirchenplatzes ist eine Lieferzone für die angrenzenden Gastronomiebetriebe vorgesehen. An der Neuen Straße schließlich sollen abhängig von der veränderten Verkehrssituation in zwei Stufen vier Fahrradabstellanlangen entstehen. Durch deren Einrahmung mit zunächst mobilen Pflanzkübeln wird die Straßengestaltung verbessert. Die Kosten für den Probebetrieb veranschlagt die Verwaltung auf 60.000 Euro.

Der Probebetrieb ist Teil eines breit angelegten Verkehrskonzepts für die Innenstadt. „Es geht einerseits darum, die gute Erreichbarkeit des Einzelhandels und wichtiger Arbeitsstätten und Einrichtungen, allen voran der Universitätskliniken, sicherzustellen. Zum anderen gilt es, die Innenstadt als attraktiven Wohn- und Aufenthaltsort mit hoher Lebensqualität zu erhalten und zu stärken und die Anwohnerinnen und Anwohner insbesondere vielbefahrener Straßen von Lärm und Schadstoffen zu entlasten und sie aber auch optisch aufzuwerten“, erklärt Planungs- und Baureferent Josef Weber. Neben verkehrslenkenden Maßnahmen für den Autoverkehr ist dabei die Stärkung des Öffentlichen Nahverkehrs sowie des Rad- und Fußgängerverkehrs von zentraler Bedeutung. Um die Erschließung und die Erreichbarkeit der nördlichen Innenstadt zu verbessern, laufen bereits die Planungen für die möglichst zeitnahe Einführung einer neuen City-Buslinie. Ein Antrag auf Zuschüsse für E-Busse auf der Linie wurde von den Erlanger Stadtwerken im Rahmen des Bundesförderprogrammes „Saubere Luft“ bereits gestellt.


City-Buslinie in die nördliche Innenstadt und zum Universitätsklinikum

Um die Erschließung und die Erreichbarkeit der nördlichen Innenstadt zu verbessern, wird derzeit die (zeitnahe) Einführung einer neuen Buslinie geplant. Die Linie soll zwischen dem Großparkplatz, dem Universitätsklinikum mit seinen Einrichtungen entlang der Straßenachse Neue Straße und dem Zollhausviertel verlaufen. Verbunden mit einem Kombi-Ticket könnte so vom Großparkplatz aus ein attraktives Park-and-Ride-Angebot entstehen, am Zollhausplatz würden sich Umsteigemöglichkeiten vom und in den Stadtosten Erlangens ergeben. Gemeinsam mit den Erlanger Stadtwerken soll auch der Einsatz von Elektro-Kleinbussen geprüft werden. Um die positiven verkehrlichen Effekte der City-Linie kurzfristig zu erreichen, soll als Zwischenlösung daher auch der Einsatz von Erdgas- oder Dieselbussen geprüft werden. Das Förderungsverfahren und anschließend die Lieferung von Elektrokleinbussen inklusive der Ladeinfrastruktur kann nach derzeitigem Stand nämlich bis zu vier Jahre in Anspruch nehmen. Parallel wird die Umbenennung der Bushaltestelle „Maximiliansplatz“ in „Universitätsklinikum“ angestrebt, um diese zentrale Einrichtung in der Innenstadt besser auffindbar zu machen.

Verbesserung der Parkplatzsituation

Im Rahmen des Verkehrsentwicklungsplans strebt die Stadt weiterhin an, den Parkverkehr in der Innenstadt besser zu regeln. Insbesondere das sogenannte Aufparken auf Gehsteigen, das Straßenzüge für Fußgänger unattraktiv macht, soll schrittweise reduziert werden. Für Stellplätze, die auf diese Weise entfallen, soll Ersatz geschaffen werden. Innerstädtische Stellplätze sollen stärker gebündelt werden. Insbesondere am Großparkplatz könnte die Kapazität durch Parkhäuser deutlich erhöht werden.

Besonderes Augenmerk erhält die Parkplatzsituation am Universitätsklinikum. Denn sowohl für Patienten und Besucher als auch für Mitarbeiter stehen nach den vorliegenden Untersuchungen Pkw-Stellplätze nicht ausreichend zur Verfügung. Das Klinikum strebt deshalb den Bau von weiteren Stellplatzanlagen an. Der UVPA hat am 22. Januar 2019 die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Areal nordwestlich des Lorlebergplatzes (Bebauungsplan 475) zwischen Bismarckstraße, Universitätsstraße, Östlicher Stadtmauerstraße und Hindenburgstraße beschlossen. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wird unter anderem die Errichtung eines Parkhauses in der Nähe des Chirurgischen Zentrums in der Hindenburgstraße geprüft. Ferner wird die Verwaltung gemeinsam mit dem Universitätsklinikum die nächsten Schritte zu einem weiteren Parkhaus („Palmsanlage 2“) prüfen. Dadurch könnte die Kapazität des südlich des Aromagartens bestehenden Parkplatzes erhöht werden.

Kontakt: Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung/Abteilung Verkehrsplanung, Herr Dr. Korda, Tel: 86 13 27

 

 

 

22.10.2020
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