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Aktuelles

"In den Rollstuhl geschlagen - mit Blindheit gefesselt"

Eröffnung am 13. Januar 2017, 18.30 Uhr, Stadtbibliothek Erlangen, Marktplatz 1

Was soll das denn heißen, werden sich viele nun fragen. Gegenfrage: Wie klingt das für Sie? Ungewohnt? Nicht richtig? Irgendwie unpassend? Das ist kein Wunder! Doch auch wenn man die im Titel verdrehten Phrasen wieder richtig herum ordnet, ändert sich für Menschen mit Behinderung dieser verkehrte Eindruck nicht.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Erlanger Pa­ritäter entstand die Idee, in Kooperation mit dem Projekt „Inklusion erlangen - in Stadt und Land", dem Büro für Chancengleichheit und Vielfalt der Stadt Erlangen und der Stadtbibliothek Erlangen eine Ausstel­lung zu organisieren, die das Thema Behinde­rung von einer ganz neuen und vielleicht noch unbekannten Seite beleuchten soll.

Menschen mit Behinderung werden in Literatur und Film oft unangemessen dargestellt. Besonders auffällig ist, dass entweder bemitleidenswerte Kreaturen oder Helden im Mittelpunkt stehen, die entweder an ihrer Behinderung zerbrechen oder trotz, vielleicht auch wegen ihrer Behinde­rung Außergewöhnliches leisten. Dies soll anhand von Film-, Text- und Comic-Bei­spielen demonstriert werden. Hierbei soll aber das Augenmerk auch auf schon gelungene Darstellungen gerichtet werden. So, wie die Behinderung auch in der Realität nicht im Vor­dergrund stehen soll, ist sie auch in den vorge­stellten Geschichten lediglich eine Eigenschaft von vielen.

Die Vernissage findet am Freitag, 13.01.2016 um 18.30 Uhr im Innenhof der Stadtbibliothek statt und wird von einem Gebärdensprachdolmetscher begleitet. Eine Induktionsanlage ist vorhanden.

Nach einer Begrüßung durch Bürgermeisterin Frau Dr. Preuß stellen die Kooperationspartner sich und die Idee kurz vor. Als Gastredner ist Raul Krauthausen eingeladen, Gründer der Leidmedien und der Sozialhelden. Er wird ausführlich zum Thema Darstellung behinderter Menschen in den Medien berichten. Als besonderes Highlight werden die prominenten Gäste im Anschluss die ausgestellten Comics bewerten. Mit einem Buffet wird für das leibliche Wohl gesorgt.

Wer nicht zur Vernissage kommen kann, hat noch bis zum 07.02.2017 die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen. Ein Aufzug ist vorhanden. Die Ausstellung wurde so inklusiv wie möglich gestaltet. Die Exponate befinden sich auch für Rollstuhlfahrer und kleinwüchsige Menschen auf angemessener Höhe. Für blinde und sehbehinderte Menschen steht ein Audioguide zur Verfügung, der an der Information im 1. Obergeschoss zusammen mit den Münzen zur Bewertung der Comics abgeholt werden kann. In Kombination mit dem vorhandenen Bodenleitsystem können Menschen mit Seheinschränkung die Ausstellung somit selbständig besuchen.

Geöffnet ist die Ausstellung Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18.30 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 14 Uhr. Der Eintritt ist frei.

12.01.2017
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