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Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2017 in Erlangen

Die Internationalen Wochen gegen Rassismus 2017 in Erlangen

Vom 13. bis 26. März veranstaltet die Stadt Erlangen gemeinsam mit dem Ausländer- und Integrationsbeirat (AIB) zum mittlerweile 9. Mal die Internationalen Wochen gegen Rassismus. Wie dringlich diese Veranstaltungsreihe ist, dokumentiert die Entwicklung in Deutschland im vergangenen Jahr. Die ermittelten Straftaten, erhoben durch das Bundeskriminalamt (BKA), sprechen eine erschreckend deutliche Sprache. Bundesweit 921 Attacken auf Asylunterkünfte, 212 Angriffe auf Amts- und Mandatsträger und 144 Straftaten gegen ehrenamtliche Helfer oder Organisationen, die sich für Flüchtlinge einsetzen, sind polizeilich festgestellt worden. Schlimmer noch: Wegen der "hohen Straftatendichte in einzelnen Regionen" geht das BKA inzwischen davon aus, dass "nicht nur schwerste Gewaltstraftaten durch Einzeltäter oder Kleinstgruppen, sondern auch die Bildung terroristischer Gruppen innerhalb des rechten Spektrums in Betracht gezogen werden muss“.

Internationalen Wochen gegen Rassismus 2017Doch woher kommt all der Hass? Vieles davon spielt sich in den sogenannten sozialen Medien ab. Deshalb starten die Wochen am 13. März in der Stadtbibliothek mit einem Vortrag über „Filterblasen, Feindbildern und Fake News – Rechtspopulismus im Social Web“. Für den Referenten Christian Buggisch kam der Wahlsieg Trumps in den USA wie für viele Analysten und Experten sehr überraschend. Ein Grund dafür: Wir nehmen die Wirklichkeit immer mehr in Filterblasen wahr, in denen bestimmte Sichtweisen dominieren. Algorithmen auf Facebook und anderen sozialen Netzwerken helfen, die eigene Meinung zu bestärken und abweichende Gedanken auszublenden. In einem Selbstversuch will er erforschen, wie die rechtspopulistische Filterblase tickt.

Viele der mittlerweile elf SOR-Schulen (Schulen ohne Rassismus) beteiligen sich mit eigenen Veranstaltungen am Programm. Das Albert-Schweitzer-Gymnasium lädt am 17. März zum Besuch einer Lesung und eines Konzertes der Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano ein. Als Gefangene im Konzentrationslager Ausschwitz hat sie die unfassbare Grausamkeit des Nazi-Regimes am eigenen Leib erlebt und sieht es auch mit 92 Jahren als ihren Auftrag an, weiter darüber zu berichten. Gäste sind willkommen, Voranmeldung über das ASG-Sekretariat: Tel.: 5332440.

Eine besondere Kooperation sind die Berufsschule Erlangen und die Franconian International School (FIS) eingegangen und präsentieren am 17. März im Theater der FIS eine Aufführung des Wiener Forumtheaters. Das zeitlose Stück „Andorra“ von Max Frisch zeigt den erschreckenden Wandel einer scheinbar liberalen Gesellschaft zu einer von Vorurteilen geprägten, rechtspopulistischen Meute.

Wer immer noch glaubt, das alles wäre ganz weit weg von uns, tut gut daran, am 22. März dem Vortrag von Jonas Miller in der städtischen Wirtschaftsschule zu lauschen. Sein Spezialgebiet sind rechte und rechtsextreme Gruppen, Organisationen, Parteien und Bewegungen in Süddeutschland. Der Journalist wird die bestehenden Strukturen, das Gedankengut und die Inszenierungen rechter Gruppen, insbesondere auch in Franken, analysieren.

Zum Abschluss der Wochen laden der Ausländer- und Integrationsbeirat, das Jugendparlament und die Erlanger Stadt-SMV am 24. März alle Erlangerinnen und Erlanger herzlich ein, auf einer Kundgebung durch die Stadt unter dem Motto „Bunt gegen Rassismus“ deutlich Flagge zu zeigen gegen Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung. Beginn der Kundgebung ist um 17:30 Uhr am Rathausplatz.

Hier können Sie den Flyer downloaden.

07.03.2017
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