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„Rathausplatz 1“ – Stadtzeitung

Rathausplatz1 03/2016Rathausplatz 1 – das ist die Adresse des Rathauses. Vielen Menschen ist das als die Adresse von Behördengängen bekannt.

Doch: Was hat die Stadtverwaltung mit Klimaschutz zu tun? Wer sind eigentlich die Menschen, die Festivals wie das Poetenfest organisieren? Und welche Termine und Veranstaltungen finden in den nächsten Wochen in Erlangen statt?

Dies sind nur einige der Fragen, die auf acht Seiten in der monatlich erscheinenden Stadtzeitung „Rathausplatz 1“ behandelt werden: In ausführlichen Reportagen werden Menschen und Themen der Verwaltung vorgestellt. Für das umfassende Kultur- und Freizeitangebot, das die Stadt organisiert, ist eine Seite reserviert. Außerdem finden sich in der Zeitung wichtige Neuigkeiten aus Politik und Verwaltung.

Der „Rathausplatz 1“ ist im Rathaus, in vielen städtischen Einrichtungen, in der Tourist-Information (Goethestraße 21a) sowie in Kindertageseinrichtungen, Seniorenheimen und Seniorenanlaufstellen kostenlos erhältlich und kann für 18 Euro/Jahr (Zustellgebühr) abonniert werden (Telefon 09131/86-2696 bzw. -2515 oder per E-Mail an presse@stadt.erlangen.de).
 

WerbemöglichkeitenRHP1, Anzeige für Newsletter

Für Werbetreibende gibt es die Möglichkeiten Anzeigen in der Stadtzeitung zu schalten.
Der „Rathausplatz 1“ erscheint monatlich in einer Auflage von 5.000 Exemplaren und wird im Rathaus und an vielen weiteren städtischen Einrichtungen kostenlos an Bürger und Gäste der Stadt verteilt. Darüber hinaus wird die Stadtzeitung vielen ansässigen Unternehmen und Einrichtungen zur Weitergabe an Kunden und Geschäftspartner zur Verfügung gestellt.

Die Anzeigenkonditionen finden Sie hier: Anzeigenbestellformular / Erscheinungstage.


Themen der aktuellen Ausgabe

  • KuBiC: Frankenhof-Rohbauarbeiten beginnen

  • Überlegungen zu Euthanasie-Gedenkort werden konkreter

  • Einsatz für die Zukunft der Straßen

  • Fotoausstellung "Frauen.Bilder.Weiterdenken"

sowie viele interessante Termine und Veranstaltungen.

Gemeinsam Wohnideenverwirklichen:
Baugemeinschaften sind eine Alternative für Bauwillige

Interview RHP1Eine Baugemeinschaft ist ein Zusammenschluss von mehreren privaten Bauherren. Vorteile liegen unter anderem in der großen Planungsfreiheit und in einer möglichen Kostenersparnis gegenüber vergleichbaren Immobilienangeboten. Im Baugebiet 411 wurden zwei Bauplätze speziell für Baugemeinschaften vorgesehen, auch im künftigen Baugebiet 412 sollen sie wieder zum Zuge kommen. Ende März wird eine Informationsveranstaltung der Stadt stattfinden. Der Termin wird auf der Homepage der Stadt Erlangen bekanntgegeben.

Rathausplatz 1 sprach mit der Baugemeinschaft „Unser Haus in Büchenbach“, die im Baugebiet 411 gemeinsam geplant und gebaut haben.

Wie findet man eigentlich Mitstreiterinnen und Mitstreiter für eine Baugemeinschaft?

Patrick Simon: Es braucht einen harten Kern am Anfang, der das Projekt mit Herzblut und der nötigen Weitsicht vorantreibt. Den findet man am besten auf den Infoveranstaltungen der Stadt - also unser Tipp an alle Baugemeinschafts-Interessierten: Auf die Veranstaltungen gehen und viele, viele Kontaktdaten sammeln.

Wie schnell sollte man denn die Baugemeinschaft beisammenhaben?

Viktor Warkentin: In der frühen Phase ist es gut, noch nicht vollzählig zu sein, da damit Entscheidungswege deutlich kürzer sind. Am Anfang geht es ja noch nicht darum, wie man seinen individuellen Wohnraum gestaltet, sondern vornehmlich um das Projekt als Ganzes. Es stehen also die Klärungen mit der Stadt im Vordergrund sowie die Suche nach einer Projektsteuerung und einem Architekten. Aber auch die Ausgestaltung des Vertrages einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts muss in dieser Phase angegangen werden.

Und woher kamen dann die weiteren Interessierten?

Ulf Thauwald: Wir haben uns über die einschlägigen Immobilienportale gefunden. Als das Projekt soweit gediehen war, dass der nächste Schritt darin bestand, die Gruppe „voll“ zu machen und damit in die Baueingabeplanung gehen zu können, wurden mögliche Grundrisse einfach im Internet veröffentlicht und mit den Interessenten Gespräche geführt. In den Gesprächen haben wir das Projekt zunächst einmal vorgestellt, denn noch nicht jeder weiß was eine Baugemeinschaft ist und was ihn dort erwartet. Wir konnten uns gegenseitig kennenlernen, aber auch Vorstellungen vom Projekt und den eigenen Wohnungen gegenseitig abklopfen. Allen die mitmachen wollen, muss aber klar sein. Eine Baugemeinschaft ist kein Bauträger. Deswegen geht es darum, echte Mitstreiterinnen und Mitstreiter zu gewinnen, die Aufgaben übernehmen können und wollen – auch wenn es mal nicht konkret um ihre eigene Wohnung geht.

Worauf ist bei der Auswahl des Projektsteurers denn besonders zu achten?

Viktor Warkentin: Ein Projektsteuerer sollte immer aus dem Bau-Umfeld kommen, langjährige Erfahrung in der technischen Abwicklung von Bauprojekten haben, idealerweise also ein Architekt oder Bauingenieur. Ein Fachfremder kann die Baugemeinschaft kaum fundiert vertreten und Aussagen bzw. Planungen Dritter kritisch hinterfragen.

Wie geht man am besten mit unterschiedlichen Vorstellungen und Konflikten um?

Patrick Simon: Es gab und gibt selten richtige Konflikte – schließlich will jeder, dass das Projekt vorankommt und er oder sie in seine Wohnung endlich einziehen kann. Viele Dinge lassen sich vermeiden durch eine gute Vorplanung. Damit entstehen erst gar keine Diskussionen mehr, wenn der jeweilige Punkt bereits beim Einstieg in die Baugemeinschaft feststand.

Ulf Thauwald: Ein kompetenter Projektsteuerer kann auch helfen Konflikte zu meiden oder zu beenden. Er kann durch seine Fachexpertise neue Argumente einbringen und damit die Diskussion in die eine oder andere Richtung leiten. Er kann auch Leitplanken für die Diskussionen setzen und klärende Gespräche in kleinerem Kreis mit den Konfliktparteien führen.

Viktor Warkentin: Und wenn man dann sieht, wie das Projekt wächst und der Einzugstermin in die Nähe rückt, dann geraten viele der Punkte, über die länger diskutiert wurde, in den Hintergrund. Von uns hat keiner den Schritt bereut, den wir gegangen sind.

 

Welche Tipps können Sie denjenigen geben, die sich auch auf das „Abenteuer Baugemeinschaft“ einlassen möchten?

Ulf Thauwald: Da gibt es so einiges! Man sollte möglichst viele Themen festklopfen, bevor man die Gruppe wirklich vollmacht. Beispielsweise sollte man klären, ob man Aufzüge und eine Tiefgarage haben will. Man sollte die Entscheidung treffen, welches Heizungssystem zum Einsatz kommen soll und die Gestaltung der Außenfassade was Farbe, Fensterausrichtung, Fensterhöhen und –größen angeht festlegen. Wichtig ist es aber auch, sich über die Lage von Wasser und Abwasserschächten Gedanken zu machen und das statische System auszuarbeiten, denn damit wird auch die Lage von Räumen klar, die zwingend übereinanderliegen sollten.

Patrick Simon: Aber auch „Kleinkram“ vorher festlegen kann Diskussionen ersparen: Dabei geht es zum Beispiel um Fragen wie: Ist die Installation von Elektroautoladesäulen erlaubt? Soll ein Glasfaseranschluss für das Haus vorgesehen werden? Und wird eine Satellitenschüssel auf dem Dach vorgesehen?
Generell gilt: Der Kostenverteilungsschlüssel für möglichst viele Kostenarten sollte von vornherein festlegt werden. Es sollte aber auch klar sein, wie das Abstimmungsprozedere aussehen soll, auch für den Fall das es keine Mehrheit gibt oder Patt-Situationen entstehen. Wichtig ist es, sich Mitstreiter zu suchen, die wirklich mit anpacken und mitarbeiten wollen und kompromissfähig sind.

Das klingt aber doch aufwändig…

Ulf Thauwald: Man muss sich bewusst sein, dass man sehr viel mehr Zeit investieren muss und sollte als wenn man eine Wohnung oder ein Haus vom Bauträger kauft. Es gibt deutlich mehr Themen zu klären als die Auswahl von Fliesen etc. Man muss bereit sein, von seinen eigenen Vorstellungen Abstriche zu machen. Es geht um Kompromisse und manchmal passiert auch das Gegenteil von dem, was man sich ursprünglich vorgestellt hatte. Aber dafür gestaltet man von Anfang an nicht nur Wände, sondern auch das Zusammenleben in einer lebendigen Nachbarschaft. Bei einem Bier in Erlangen stehen wir gern mit Rat und unserer Erfahrung für Interessierte zur Verfügung!

Wir danken für das Interview.

Kontakt: Baugemeinschaft Unser Haus Büchenbach, E-Mail: Baugruppe.mfh@gmail.com

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