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Geschlechtergerechtigkeit

Die Stadt Erlangen setzt sich ein für die Umsetzung von Geschlechtergerechtigkeit in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. "Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin." (Grundgesetz Art.3 Abs.2). Seit 1986 zunächst als Gleichstellungsstelle für Frauenfragen inzwischen als Gleichstellungsbeauftragte im Büro für Chancengleichheit und Vielfalt unterstützt die Gleichstellungsbeauftragte auf kommunaler Ebene die Verwirklichung dieses Verfassungsgebots.
Alle Bürgerinnen und Bürger und Beschäftigte der Stadt können sich mit Anliegen rund um das Thema Gleichberechtigung von Frauen und Männern an sie wenden.

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2019

Die Stadt Erlangen machte zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November 2019 öffentlich auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam. Die Gleichstellungsstelle organisiert gemeinsam mit Erlanger Gruppen verschiedene Veranstaltungen, die über die vielen Gesichter von Gewalt gegen Mädchen und Frauen informieren und Handlungsmöglichkeiten dagegen aufzeigen.

Gewalt gegen Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung, die tagtäglich passiert. Jede dritte Frau in Deutschland hat Gewalt erfahren. Jede vierte Frau in Deutschland hat in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Partnerschaftsgewalt erlebt. Überwiegend Frauen sind von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz betroffen. Die Dunkelziffern sind hoch. Manche Gruppen von Frauen erfahren besonders häufig Gewalt. Frauen und Mädchen mit Behinderungen sind öfter als nichtbehinderte Frauen von Gewalt betroffen, zu Hause, in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder bei der Pflege. Lesbische, bisexuelle Frauen und Trans*-Personen werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität in der Öffentlichkeit beleidigt, körperlich angegriffen oder vom Umfeld zwangsgeoutet.

Von frauenfeindlichen Witzen über Stalking und Verleumdung in den Sozialen Medien oder im Internet bis hin zu Vergewaltigung und Mord: Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter. Sie findet in der Öffentlichkeit und vor allem im sozialen Nahraum statt, quer durch alle Schichten und unabhängig von Herkunft. In der Öffentlichkeit wird Gewalt gegen Frauen jedoch oft verharmlost oder ignoriert. Diese Tabuisierung führt häufig dazu, dass Betroffene sich aus Scham und Angst nicht trauen, über das Erlebte zu sprechen und Beratung und Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Erlanger Fraueneinrichtungen spielen hier eine wichtige Rolle. Sie bieten niedrigschwellig und vertraulich Unterstützung für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen an. Der Frauennotruf berät telefonisch und online, kostenfrei und auf Wunsch anonym. Im Autonomen Frauenhaus erhalten Frauen, die von ihrem Partner bedroht werden, und deren Kinder anonym Schutz, Zuflucht, Beratung und umfassende Begleitung. Die Bedeutung dieser lokalen Hilfestrukturen unterstreicht Oberbürgermeister Florian Janik: „Gewalt gegen Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung! Als Stadt haben wir die Verantwortung, dazu beizutragen, dass gewaltbetroffene Frauen und Mädchen Hilfe erhalten.“

Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Katharina Pöllmann-Heller, verweist darauf, dass trotz der bestehenden Angebote noch Bedarfe im Gewaltschutz existieren: Das öffentliche und politische Bewusstsein für Gewalt gegen Frauen, die Ausstattung der Unterstützungsstrukturen und die Umsetzung von Gesetzen müssen sich deutlich verbessern. Die mediale Berichterstattung über Fälle von Gewalt gegen Frauen ist häufig verharmlosend. Femizide, die vorsätzliche Tötung von Frauen, weil sie eine Frau sind, werden als Trennungs- oder Beziehungstaten anstatt als Morde benannt. Bestehende Schutz- und Unterstützungsstrukturen sollten ausgebaut werden, zum Beispiel um barrierefreie Angebote für Frauen mit Behinderung zu ermöglichen. Nicht zuletzt ist die konsequente Umsetzung der Istanbul-Konvention auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene wichtig. Das Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt ist seit Februar 2018 geltendes Recht. Der Staat ist verpflichtet gegen jegliche Form von Gewalt an Frauen vorzugehen und diese vor Gewalt zu schützen. Ein umfassender Schutz kann nur erreicht werden, wenn alle Instanzen es sich zur durchgängigen Aufgabe machen, entschlossen gegen Gewalt an Frauen vorzugehen.

Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen organisiert die Gleichstellungsstelle der Stadt Erlangen drei Aktionen. Das gesamte Programm vom 18. November bis 6. Dezember 2019 gibt es hier.

Der Film #Female Pleasure läuft am 30. November 2019 um 19:00 Uhr im E-Werk Kino. Fünf mutige Frauen aus unterschiedlichen Ländern setzen sich für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung aller Frauen ein. Im Anschluss findet ein Gespräch mit dem Frauennotruf Erlangen statt. Der Film wird am 6. Dezember 2019 um 20:15 Uhr nochmals gezeigt.

 

28.11.2019
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Weiterführende Informationen

Gleichstellungsbeauftragte

Wir Gleichstellungsbeauftragte sind Anlaufstelle für alle gleichstellungspolitischen Anliegen Erlanger Bürgerinnen und Bürger und für alle Beschäftigten der Stadtverwaltung Erlangen.

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