Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

Umweltschutz aktuell

Bäume brauchen Wasser

Die Hitze setzt den Bäumen in der Stadt enorm zu. Die Abteilung Stadtgrün wässert viele der Bäume im Stadtgebiet regelmäßig. Doch angesichts der anhaltenden Trockenheit reicht das nicht immer aus. Dabei kann jeder leicht mithelfen, wenn er Bäume im öffentlichen Raum regelmäßig gießt.

Was Bürgerinnen und Bürger tun können, um Bäumen bei Trockenheit zu helfen:

  • Der optimale Wässerzeitpunkt ist bei der geringsten Verdunstung, also abends und morgens.
  • Bäume sind für jede Wassergabe dankbar, weil sie die Verdunstung von Wasser reduziert.
  • Eine Richtgröße sind ca. 200 Liter Wasser pro Woche. Die städtischen Baumgießer schauen sich die Jungbäume an, gerne werden Meldungen über Gießhelfer entgegengenommen.
  • Schon ein Eimer Wasser täglich unter den Baum zu gießen, hilft, weil die Verdunstung am Baumstandort durch geringe Wassergaben reduziert wird und auch der Wurzelteppich in den oberen Bodenschichten schnell Wasser aufnehmen kann.
  • Wenn es möglich ist, über den Schlauch zu gießen, ist es hilfreich, ihn für einen längeren Zeitraum leicht aufgedreht laufen zu lassen, so sickert das Wasser bis in die tieferen Bodenschichten, und die Wurzeln werden dazu angeregt, in diese vorzudringen. Gleiches gilt für eine seltenere, aber dafür intensivere Bewässerung.
  • Aber auch eine geringe Menge wird helfen, die Hitze und die Trockenheit zu überwinden.
  • Sehr sinnvoll und begrüßenswert sind Baumpatenschaften, die jeder übernehmen kann. So kann der Baum gezielt und nachhaltig Unterstützung beim Wässern erhalten, wir nehmen diese Unterstützung auch in unsere Gießpläne mit auf.
  • Interessierte dürfen sich bei Matthias Maaß, Abteilung Stadtgrün, melden (Telefon 0913186-2057, E-Mail matthias.maass.@stadt.erlangen.de).

Alle können sich für unsere Bäume einsetzen, denn nur so bleiben sie auch über den heißen und trockenen Sommer erhalten und erfreuen uns auch in der Hitze mit Schatten, Frische und Grün, gerade wenn wir das selbst dringend benötigen. Sobald sich ein Baum nach ca. fünf Jahren etabliert hat, schafft er es auch schon, das Mikroklima in seiner direkten Umgebung positiv zu beeinflussen. Die Luft wird verbessert und durch Verdunstung an den Blättern auch gekühlt.

Bäume brauchen Wasser 1

MyuMyun Bilgin von der Abteilung Stadtgrün im Einsatz für die Stadtbäume. Foto: Stadt/stn

Hintergrund: Wie arbeitet die Abteilung Stadtgrün?

1.600 Jungbäume werden von der Abteilung Stadtgrün gegossen. Die Grünplanung lässt weiterhin durch Firmen etwa 350 Jungbäume im Rahmen der Fertigstellungs- und Entwicklungspflege mit Wasser versorgen, diese Bäume werden nach fünf Jahren durch die Stadt geprüft und abgenommen. Anschließend gießt der Grünflächenunterhalt noch maximal fünf weitere Jahre. Rund 200 Liter Wasser werden pro Baum und Gießgang ausgebracht, frisch gepflanzte Jungbäume werden alle zehn Tage angefahren, nach zwei bis drei Jahren werden die Zyklen erhöht, um den Baum zur Eigenversorgung hinzuführen. Im Normalfall bewässert die Stadt einen Baum fünf bis zehn Jahre. Dabei findet hinsichtlich des Wasser- und Nährstoffbedarfs eine genaue Beobachtung statt, außerdem die Baumscheibe (der Boden um das untere Ende eines Baumstamms) gehackt und von Unkraut befreit. Durch das Hacken wird die Verdunstung verringert, weil kleinste Kanäle aus den unteren Bodenschichten unterbrochen werden. Ein Merksatz der Gärtner ist „Einmal Hacke erspart zweimal Wässern“. Das gilt aber nur als Faustformel.

Bei der Artenauswahl werden hitze-, salz- und trockenheitstolerante Bäume bevorzugt, hier orientiert sich die Abteilung Stadtgrün an der Veitshöchheimer Baumartenliste „Stadtbäume 2021“. Beispielsweise die Stieleiche wird eher seltener nachgepflanzt, weil der Eichenprozessionsspinner hier zu Problemen führen kann. Regelmäßig entfernen die Mitarbeiter die Stammaustriebe, damit die Bäume einen hohen Kronenansatz bekommen und die Energie dorthin fließen soll.

Die Bäume werden momentan mit Wasserfass und Schlepper (siehe Bild) bewässert, in naher Zukunft soll das Wasser mit einem Gießarm ausgebracht werden, was eher für die Kübelpflanzen in der Innenstadt gedacht ist. Die gleiche Technik soll auch auf den Gießtraktoren verwendet werden.

Natürlich gibt es auch Bäume, die länger als zehn Jahre gegossen werden müssen, z. B. die Platanen in der Allee am Röthelheimpark, dies ist aber sehr selten. In diesen Fällen vergibt die Stadt das Gießen an Fachfirmen. Bei einer Allee sind große Maschinen und Wassertanks nötig.

Bäume brauchen Wasser 2

Grüne Daumen der Abteilung Stadtgrün: Christoph Kintopp, MyuMyunn Bilgin und Leon Prell. Foto: Stadt/stn

Fragen und Antworten:

Wie viel Wasser werden pro Tag für das Baum-Gießen verwendet?

Zwei Traktoren mit Wasserfass sind unterwegs und je nach Lage der Bäume werden durchschnittlich 25.000 Liter pro Tag benötigt.

Wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich im Einsatz?

Von Mitte April bis Ende September sind zwei Kollegen jeden Tag für die Bewässerung und die Pflege der Jungbaumstandorte im Einsatz.

Wie viele Bäume wurden in diesem Jahr bereits wegen der Trockenheit verloren?

Zwei Amberbäume am Bohlenplatz haben vor kurzem ihre Blätter abgeworfen, könnten aber den Trockenstress kompensieren. Das wird sich im nächsten Jahr zeigen. So einfach ist diese Frage nicht zu beantworten, weil sich Trockenschäden nur teilweise am Laub zeigen.

Werden wegen der Trockenheit in diesem Jahr Bäume gefällt?

Ja. Jedoch kaum Jungbäume, die durch die Bewässerung vital gehalten werden können. Großbäume zu gießen, ist kaum möglich, weil der Wasserbedarf sehr hoch ist. Dies hat sich z. B. an den vielen abgängigen Birken am Dechsendorfer Weiher gezeigt, aber auch im gesamten Stadtgebiet sind viele Birken abgestorben. Zudem können Großbäume Veränderungen im Grundwassergefüge schwer kompensieren. Ein belastender Faktor ist außerdem Streusalz im Winter. Es schädigt die Feinwurzeln.

Wo ist es am schlimmsten? In der Innenstadt? Am Straßenrand?

Am schlimmsten ist es am Straßenrand, in verdichteten Bereichen, wo der Wurzelraum sehr knapp, und die Speicherung und Abstrahlung von Wärme durch Gebäude und Straßen hoch ist.

Wie lange braucht ein Fahrzeug, um einen einzigen Baum zu gießen?

Das hängt von der Jahreszeit und dem Standort ab. Im Frühjahr wird der Boden um den Baumstamm gehackt und der Gießring verstärkt, pro Standort sind dann etwa 30 Minuten nötig. Im Sommer wird nur bei jedem zweiten Gießgang gehackt, weil weniger Wildkraut aufgeht und die Wassergaben wichtiger sind, hier sind dann etwa 10-20 Minuten pro Baum nötig. Der limitierende Faktor ist die Anfahrtszeit.

Was wird angesichts der kommenden Trockenheit zukünftig nachgepflanzt?

Es gibt viele Arten, die mit der Trockenheit gut zurechtkommen. Zum Beispiel Baumarten aus dem (süd-)osteuropäischen, aber auch nordamerikanischen und asiatischen Raum. Natürlich verwenden wir auch heimische Arten, die an guten Standorten mit ausreichend Wurzelraum auch gute Aussichten auf ein langes Leben haben und hitzetolerant sind.

Kontakt:        Abteilung Stadtgrün, Christoph Kintopp, Stintzingstraße 46 a, Telefon 09131 86-2067.

Bäume brauchen Wasser 3

Schlaucheinsatz für Straßenbäume. Foto: Stadt/stn

01.08.2018
» zurück zur Übersicht

Weiterführende Informationen

Parken im Grün – (K)Ein Kavaliersdelikt?

Stadtbäume Donato Polli Str. Wendeh klein

Bäume in der Stadt haben es schwer. Die Standorte werden immer beengter, Hitze und Trockenheit setzen dem Baum zu, ebenso wie die Streusalzbelastung im Winter, Aufgrabungen im Wurzelbereich schädigen den Baum zusätzlich.

» mehr lesen

Kontakt