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Aktuelles

Steigende Baukosten machen Stadt zu schaffen

Notwendige Neuausschreibung und die angespannte Baukonjunktur sorgen dafür, dass die Generalsanierung und Erweiterung des Kultur- und Bildungscampus Frankenhof (KuBiC) länger dauern wird, als ursprünglich geplant. Auch bei den Baukosten deuten sich Steigerungen an. In der jüngsten Sitzung des Bau- und Werkausschusses informierte das zuständige Amt für Gebäudemanagement (GME) die Stadträte.

Grundlage für alle weiteren Arbeiten an den bestehenden Gebäuden sind Spezialtiefbauarbeiten, mit denen die Fundamente unter anderem für die vorgesehene Aufstockung ertüchtigt werden. Wie geplant wurde mit diesen Arbeiten am 1. April begonnen, jedoch nicht wie vertraglich vereinbart ausgeführt. „Vergabe- und förderrechtlich waren wir in dieser Situation zu einer europaweiten Neuausschreibung gezwungen. Dies behindert aktuell den Bauablauf, vor allem im Bestand, erheblich“, erklärt Josef Weber, Referent für Planen und Bauen. „Wir haben die Arbeiten schnellstmöglich neu vergeben. Insgesamt rechnen wir allein hierfür mit einer Bauzeitverzögerung von bis zu acht Monaten. Die Fertigstellung des KuBiC Frankenhof verschiebt sich daher in die zweite Jahreshälfte 2022“, so Florian Engel, Leiter des zuständigen Amtes für Gebäudemanagement. Die Stadtverwaltung prüfe derzeit Schadensersatzforderungen. Um Fördermittel für die im Osten des Geländes vorgesehene Kindertagesstätte nicht zu gefährden, wird für diesen Teilbereich eine zum 30. Juni 2022 angestrebt. Das Kellergeschoss der neuen Kindertagesstätte ist bereits im Rohbau fertiggestellt, das Erdgeschoss der neuen Kita wird aktuell errichtet. Ebenfalls im Bau befindet sich bereits der neue große Saal, der künftig den westlichen Abschluss des Innenhofs bildet.

Schwierigkeiten bereitet der Stadt aber auch die aktuelle Baukonjunktur. „Als wir Anfang 2017 die Kostenberechnung erstellt haben, war kaum absehbar, dass die Ausschreibungsphase für das Projekt in eine derartige Hochkonjunkturphase der Baubranche fällt“, erläutert Engel. Wie Planungs- und Baureferent Josef Weber ausführt, ist der KuBiC Frankenhof dabei keineswegs ein Einzelfall: „Bereits im letzten Jahr mussten wir über einen durchschnittlichen Preisanstieg von Einzelgewerke im Bauwesen von bis zu zehn Prozent berichten. Wie bei anderen städtischen Bauprojekten auch, war und ist es aufgrund dieser Entwicklung schwierig, überhaupt Angebote zu erhalten. Auch bei anderen Projekten kommt es gerade zur Überschreitungen der Budgetansätze von bis zu 50 Prozent.“ Die Kostenentwicklung beim KuBiC wird zudem dadurch belastet, dass sich die Bauzeit ohne Verschulden der Stadt deutlich verlängert. Neben der Verzögerung infolge der Kündigung der Spezialtiefbauarbeiten, war der geplante Baubeginn im April 2018 auch deshalb nicht möglich, da für die Rohbauarbeiten keine wirtschaftlichen Angebote vorlagen, dies zu einer vergaberechtlichen Überprüfung bei der Vergabekammer führte und schlussendlich auch diese Leistungen erneut europaweit ausgeschrieben werden mussten. Dies hatte insgesamt eine 14-monatige Verschiebung des Beginns der Rohbauarbeiten auf Juni 2019 zur Folge.

Aus diesen Erfahrungen heraus hat die Stadtverwaltung einen Korridor der erwarteten Gesamtkosten ermittelt. Dieser liegt zwischen einer Steigerungsrate von 24 bis 41 Prozent – bei dem optimalsten Bauablauf bis hin zu Firmeninsolvenzen oder unerwarteten Problemen am Gebäude. Die prognostizierten Projektgesamtkosten liegen damit bei einem Betrag zwischen 43,8 Millionen und 50 Millionen Euro – bezogen auf die Kostenberechnung in Höhe von 35,3 Millionen Euro von 2017.

24.10.2019
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