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Häufig gestellte Fragen zur Landesgartenschau

3. Eine neue Grünfläche auf der Wöhrmühlinsel

3.1 Was plant die Stadt im Bereich der Wöhrmühlinsel und der Fläche zwischen der Insel und der Autobahn?

Zum einen sollen ökologisch wertvolle Bereiche auf der Wöhrmühlinsel und auf der Fläche zwischen der Insel und der Autobahn durch ökologische Maßnahmen erhalten und vor „wilder“ Freizeitnutzung besser geschützt werden. Bereits durch den Menschen beeinträchtigte Bereiche sollen durch ökologische Maßnahmen punktuell aufgewertet werden. Durch umweltpädagogische Maßnahmen sollen Natur und Umwelt am Fluss behutsam beobachtbar und erlebbar gemacht werden, um das Bewusstsein der Erlangerinnen und Erlanger für die Natur in ihrer Stadt zu stärken.

Zum anderen sollen geeignete, ökologisch weniger sensible Teilbereiche – insbesondere auf der Wöhrmühlinsel – behutsam und dauerhaft für die Freizeitnutzung geöffnet werden. Im Norden der Insel soll auf dem ehemaligen Campingplatzgelände ein Kulturbiergarten eingerichtet werden. Erste Maßnahmen dazu sind bereits im Jahr 2017 vorgesehen und werden so geplant, dass sie auch später für die Landesgartenschau und darüber hinaus nutzbar sind. Die Südspitze der Wöhrmühlinsel wird derzeit landwirtschaftlich als Grünland genutzt und ist nicht zugänglich. Der Südteil der Insel soll erschlossen und zu einem Raum entwickelt werden, in dem Kultur, Sport und Spiel Platz haben. Die gesamte Insel soll sich so zu einem Ort entwickeln, an dem sich alle Bürgerinnen und Bürger treffen können, ohne die Natur zu schädigen.

Im Rahmen einer ökologischen Bestandserhebung über das Gebiet werden die bestehenden Informationen aktualisiert. Auf dieser Grundlage erfolgt in einem nächsten Schritt die Planung von Maßnahmen (siehe auch Frage 3.3).

Erlangen wird sich während der Landesgartenschau als eine Stadt am Wasser präsentieren und die Regnitz an ausgewählten Orten erlebbar machen. Nach der Ausstellung werden die neuen Freizeiteinrichtungen in die öffentliche Nutzung übergehen.

3.2 Was hat es mit der geplanten Brücke über die Autobahn auf sich?

Viele Erlangerinnen und Erlanger durchqueren den Regnitzgrund Tag für Tag und erleben ihn in erster Linie als Transitraum. Dabei müssen auch Autobahn und Bahnlinie überwunden werden. Von der Innenstadt aus gesehen bilden diese beiden Verkehrstrassen schwer zu überwindende Barrieren in den Regnitzgrund – sie trennen den Regnitzgrund von der Innenstadt. Die bestehenden Wegeverbindungen sind insbesondere rund um den Großparkplatz wenig attraktiv.

Die Idee ist, im Zuge der Landesgartenschau die Innenstadt und den Stadtwesten über die neue „Regnitzstadt“ mit einer neuen Fuß- und Radverkehrsbrücke über die Autobahn komfortabel und direkt miteinander zu verbinden. Auch bestehende Verbindungen können im Zuge der Landesgartenschau ebenfalls erneuert und verbessert werden. Auf diese Weise werden Innenstadt und Stadtwesten besser miteinander verbunden und auch der nach der Landesgartenschau entstehende neue Stadtteil und die Wöhrmühlinsel können gut aneinander angebunden werden.

Die Brücke ist ein Bauwerk, das in seiner Dimension und Ausführung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht konkretisiert ist. Erste planerische Auseinandersetzungen (bspw. zum genauen Verlauf, Höhenentwicklung, Art der Konstruktion, etc.) wird es mit dem geplanten Wettbewerb geben. Sind hier erste Aussagen getätigt, können auch Kostenschätzungen erfolgen.

3.3 Ist eine Landesgartenschau im Regnitzgrund im Landschaftsschutzgebiet überhaupt vertretbar?

Ein wesentlicher Teil der Landesgartenschau findet auf dem Gelände des heutigen Großparkplatzes statt, also einer Fläche, die nicht Teil des Landschaftsschutzgebiets ist und in hohem Maße versiegelt ist. Aus dem Parkplatz soll ein neuer Stadtteil werden, die Regnitzstadt. Sie soll dabei hohen ökologischen Anforderungen in Bezug auf Grün- und Freiflächengestaltung in der Stadt gerecht werden.

Anders verhält es sich mit der Wöhrmühlinsel und der Fläche zwischen Insel und Autobahn. Die Fläche umfasst ca. 2 % des Landschaftsschutzgebiets und es gibt neben weniger sensiblen Bereichen auch Bereiche von hoher ökologischer Bedeutung. Die Zahl der Eingriffe soll daher auf das unbedingt notwendige Maß reduziert werden. Alle Eingriffe im Landschaftsschutzgebiet, auch solche, die die Stadtverwaltung plant, sind von der Unteren Naturschutzbehörde zu genehmigen. In Erlangen bildet das Amt für Umweltschutz und Energiefragen die Untere Naturschutzbehörde.

Die Stadtverwaltung, insbesondere das Amt für Umweltschutz und Energiefragen, verfügt über Informationen über die Ökologie der betroffenen Flächen. Zudem gibt es im ehrenamtlichen Bereich Wissen bei den Naturschutzverbänden. Damit die Landesgartenschau den hohen ökologischen Anforderungen gerecht wird, wird die Stadtverwaltung unter Einbindung der Naturschutzverbände die vorliegenden ökologischen Informationen mit wissenschaftlicher Unterstützung aktualisieren (siehe auch Frage 3.1). Dabei sollen auch die ökologischen Anforderungen exakt definiert und gebündelt werden. Die erarbeiteten ökologischen Rahmenbedingungen und Anforderungen fließen dann in den weiteren Planungsprozess ein. Zeitnah soll geklärt werden, wie dieser Prozess genau organisiert werden muss.

Der Naturschutzbeirat der Stadt Erlangen ist laufend in das Projekt eingebunden.

3.4 Sollte die Stadt nicht lieber bestehende Grünflächen erhalten und aufwerten, anstatt das Geld für eine Landesgartenschau auszugeben und andernorts immer mehr Grünflächen zu bebauen (Stichwort: Nachverdichtung)?

Immer mehr Menschen wollen in Erlangen leben. Die Stadtverwaltung ist daher bestrebt, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Dies geschieht durch viele Maßnahmen, unter anderem die Ausweisung neuer Baugebiete (insbesondere im Westen der Stadt) und durch Bauen im Bestand.

Umso wichtiger ist es daher, dass auch neue Grün- und Freiflächenflächen geschaffen oder bestehende Bereiche besser erschlossen werden. Deshalb investiert die Stadt im ganzen Stadtgebiet Jahr für Jahr in die Pflege, den Erhalt und den Schutz bestehender Grün- und Freiflächen, zuletzt beispielsweise am Ohmplatz mit der Sanierung des Ohmbrunnens.

Die Landesgartenschau bietet die Möglichkeit, die Wöhrmühlinsel als Grün- und Freifläche auszubauen. Ökologisch sensible und wertvolle Flächen können vor „wilder“ Freizeitnutzung geschützt werden, während andere Bereiche punktuell aufgewertet und wieder andere Areale für die Freizeitnutzung erschlossen werden können.

Erlangen ist eine grüne Stadt. Diesen Ruf verdankt Erlangen insbesondere den „Grün in Erlangen“-Ausstellungen der 1980er Jahre. Damals haben die Erlangerinnen und Erlanger gemeinsame Schritte unternommen, in allen Gebieten der Stadt Freiräume anzulegen, Landschaftsräume besser zu erschließen und zu schützen und den Wert von Grün- und Freiflächen in der Stadt ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Die Landesgartenschau bietet die Chance, erneut Grünflächen in der ganzen Stadt, zum Beispiel entlang von Straßen, in Gartenanlagen oder Friedhöfen, in den Blick zu nehmen und langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Mit dem Grünkonzept, das derzeit vom städtischen Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung erarbeitet wird, unternimmt die Stadtverwaltung bereits erste Schritte in diese Richtung.

3.5 Ist der Ausstellungsbereich aufgrund der Belastung durch Autobahnlärm und Bahnlärm für eine Landesgartenschau überhaupt geeignet?

Aufgrund der hohen Verkehrsbelastung ist Lärm in Erlangen ein großes Thema. Autobahn und Bahnlinie tragen dazu erheblich bei. Im Zuge der laufenden Bahnbauarbeiten wird der Lärmschutz in der ganzen Stadt bereits jetzt ausgebaut – die Lärmschutzwände sind das sichtbare Zeichen.

Vor der Landesgartenschau sollen auf dem heutigen Großparkplatzgelände Parkhäuser entlang der Autobahn errichtet werden. Als sog. „passiver Lärmschutz“ werden sie dazu beitragen, die Lärmbelastung der Innenstadt durch die Autobahn zu verringern. Weil die Parkhäuser bereits vor der Landesgartenschau errichtet werden sollen, gilt dies sowohl für die eigentliche Ausstellung als auch für die neue „Regnitzstadt“.

Im Regnitzgrund ist der Verkehrslärm umso hörbarer, je näher man sich an der Autobahn befindet. Nach Westen in Richtung Wöhrmühlinsel lässt der Schallpegel Meter um Meter nach. Der Verkehrslärm lässt sich jedoch nicht komplett ausblenden. Landesgartenschauen finden in aller Regel aber auch nicht an Orten statt, an denen schon alles perfekt ist. Landesgartenschauen bieten vielmehr die Möglichkeit, an schwierigen Orten einen Mehrwert für Stadtentwicklung und Ökologie zu schaffen.

Erlangen ist dementsprechend nicht die erste Landesgartenschau, die sich mit dem Thema Lärm auseinandersetzen muss oder an teilweise unattraktiven Orten stattfindet. Bereits Bamberg (Gartenschau auf einem ehemaligen Industriegelände), Deggendorf (Gartenschau an der A92) oder auch Bayreuth (Gartenschau an der A9) haben sich diesem Thema angenommen und Lösungen gefunden. Auch Erlangen wird sich dieser Aufgabe stellen und Lösungen finden, und Erlangen macht das nicht alleine. Es gibt entsprechende Büros, die im Rahmen des städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerbs eingeladen werden, sich genau mit diesen Fragestellungen zu beschäftigen (siehe auch Frage 2.5).

3.6 Ist eine Landesgartenschau im Hochwasserbereich der Regnitz überhaupt möglich?

Nicht das ganze Ausstellungsgelände liegt im Hochwasserbereich. Insbesondere der Großparkplatz ist nicht Teil des Gebiets, in dem Hochwasser möglich ist. Das bedeutet: Auf dem Teil der Fläche, auf dem für die Ausstellung die größten Baumaßnahmen vorgesehen sind und wo insbesondere die gärtnerischen Ausstellungsteile zu sehen sein werden, wird es in keinem Fall ein Hochwasser geben.

Anders verhält es sich mit den Flächen, die auf der Wöhrmühlinsel bzw. im Regnitzgrund liegen. Diese Flächen befinden sich im Überschwemmungsgebiet. Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg, das die Pegelstände der Flüsse überwacht, unterhält eine Messstelle an der Regnitz im Stadtgebiet Erlangen (sog. Pegel Hüttendorf/Regnitz), so dass sich die Frage, welche Auswirkungen ein Hochwasser tatsächlich genau auf den im Regnitzgrund liegenden Teil des Landesgartenschau-Geländes hat, gut kalkulieren lässt.

Das Wasserwirtschaftsamt unterscheidet mit Blick auf Hochwassersituationen insgesamt vier Meldestufen (1-4).

Hochwasser der Meldestufen 3 und 4 hat es in den vergangenen zehn Jahren (seit 2006) an der Erlanger Regnitz nicht gegeben. Hochwasser der Meldestufen 1 und 2 kamen – wenn auch nicht jährlich – vor, sie beschränken sich jedoch vor allem auf übliche Winterhochwassersituationen von kurzer Dauer, deren Auswirkungen bekannt sind und die im Zuge der Gartenschau-Planungen gut berücksichtigt werden können. Auch unter dem Jahr gab es kurze Hochwasserereignisse im Regnitzgrund, diese bilden allerdings die Ausnahme, z.B. im Juni 2013. Im Falle eines Hochwassers an der Regnitz lassen sich durch den langsam und flächig steigenden Pegel Prognosen durch Früherkennung treffen. Eine Vorwarnzeit von mehreren Tagen ist gegeben, in der entsprechende Maßnahmen und Vorbereitungen getroffen werden können.

Viele Landesgartenschauen haben bereits an Fließgewässern und damit in Bereichen stattgefunden, in denen Hochwasser auftreten kann, so zum Beispiel in Rosenheim (an Inn und Mangfall), in Deggendorf (an der Donau), in Bamberg (an der Regnitz) und in Bayreuth (am Roten Main). Wie beim Thema Lärm handelt es sich also auch beim Thema Hochwasser nicht um eine ungewöhnliche Voraussetzung. Wichtig ist, sich in der weiteren Planung mit der Thematik auseinanderzusetzen und hierauf bauliche und planerische Antworten zu finden. Dies gilt im Besonderen für den kommenden städtebaulichen und landschaftsplanerischen Wettbewerb für das Ausstellungsgelände.

Vor Abgabe der Bewerbung hat die Stadtverwaltung das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg um eine Einschätzung darüber gebeten, ob eine Landesgartenschau in diesem Gebiet trotz der Hochwassersituation möglich ist. Das Wasserwirtschaftsamt hat dies bejaht. Die Stadtverwaltung steht seitdem und im gesamten weiteren Planungsprozess im engen Austausch mit dem Wasserwirtschaftsamt.

3.7 Was passiert mit der Firma Möbius & Ruppert?

Auf der Wöhrmühlinsel gibt es bereits seit Jahrzehnten auch eine gewerbliche Nutzung. Seit Frühjahr 2016 sind Stadt und Firma in regem Austausch über die Landesgartenschau. Alle Beteiligten sind sich einig, dass die Firma während der Landesgartenschau erreichbar bleiben muss und der Betrieb nicht eingeschränkt werden darf. Die gewerbliche Nutzung wird auch in Zukunft an diesem Ort bestehen bleiben. Die Firma wird in die weiteren Planungen der Landesgartenschau eingebunden.

3.8 Was passiert mit dem Selbstverwalteten Jugendhaus Erlangen?

Mit dem Selbstverwalteten Jugendhaus Erlangen steht die Stadtverwaltung seit Frühjahr 2016 in Kontakt über die Landesgartenschau. Das Jugendhaus bleibt, sofern es vom Jugendhaus gewünscht ist, auch in Zukunft auf der Wöhrmühlinsel bestehen. Das Jugendhaus hat Interesse bekundet, in die Planungen der Landesgartenschau einbezogen zu werden.

3.9 Was passiert mit dem Haus der Naturfreunde Erlangen?

Die Stadt Erlangen hat das ehemalige Campingplatzgelände im nördlichen Teil der Insel 2014 von den Naturfreunden Erlangen erworben. Seitdem stehen Stadt und Verein in engem Austausch sowohl über die kurzfristige Umgestaltung des Nordteils der Insel (Stichwort „Kulturbiergarten“) als auch über die Landesgartenschau. Der Verein wird seinen Sitz auch in Zukunft auf der Wöhrmühlinsel haben. Der Verein wird in die weiteren Planungen der Landesgartenschau eingebunden.

3.10 Bleibt die Wöhrmühlinsel zu jedem Zeitpunkt für Radfahrer passierbar?

Ja. Die Wöhrmühlinsel ist Teil einer der wichtigsten Ost-West-Radachsen der Stadt und wird täglich von mehreren Tausend Radfahrerinnen und Radfahrern überquert. Während der Ausstellung wird die Radachse fortbestehen, zum Beispiel mit Hilfe einer Begrenzung des Ausstellungsgeländes durch Zäune. Einzig während der Baumaßnahmen sind kurze, zeitlich begrenzte Einschränkungen nicht auszuschließen. Es handelt sich dabei aber um eine Frage, die in der konkreten Planung der Bauausführung beantwortet und gelöst werden wird.

25.11.2016
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