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Häufig gestellte Fragen zur Landesgartenschau

1. Allgemeines

1.1 Warum will Erlangen eine Landesgartenschau durchführen und warum ist das für Erlangen und seine Innenstadt so wichtig?

Die Stadt Erlangen hat sich aus zwei Gründen um die Ausrichtung der Landesgartenschau beworben:

  • Erlangen wird sich in den kommenden Jahren stark verändern. Siemens verlagert seinen Standort Mitte entlang der Werner-von-Siemens-Straße auf den Siemens Campus im Süden der Stadt. Die frei werdenden Gebäude sollen danach größtenteils als Gewerbeimmobilien weitergenutzt werden. Im Himbeerpalast wird nach aktuellem Planungsstand künftig statt Siemens die Philosophische Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität ihren Hauptstandort haben. Der bisherige Standort der Philosophischen Fakultät auf dem Areal zwischen Bismarck- und Kochstraße kann dann neu gestaltet werden.

    Die Stadt Erlangen erwartet, dass sich durch diese Entwicklungen der Schwerpunkt der Stadt weiter nach Süden verlagern wird. Schon einmal hat Erlangen eine solche Verlagerung gemeinsam bewältigt. In den 1960er und 1970er Jahren reagierte die Stadt mit der Sanierung der Altstadt und der Einrichtung der Fußgängerzone auf die Ansiedelung von Siemens am Standort Mitte – damals weit ab von der Innenstadt.

    Heute möchte die Stadt mit der Bebauung des Großparkplatzes einen Impuls im Norden der Stadt setzen. Die Alt- und Innenstadt soll als lebenswerter Wohnort, als attraktives Arbeitsumfeld sowie als Standort für Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie erhalten und gestärkt werden. Um das zu erreichen, soll der Großparkplatz städtebaulich entwickelt werden. Ein neues Stadtviertel, die sogenannte „Regnitzstadt“, soll entstehen. Gleichzeitig soll die Funktion des Großparkplatzes als Parkplatz der Innenstadt erhalten bleiben und die Zahl der Parkplätze erhöht werden, indem die Parkplätze nicht mehr ebenerdig nebeneinander, sondern in Parkhäusern angeordnet werden.
     
  • Mit dem Regnitzgrund verfügt Erlangen über einen großen zentralen Grünzug. Dort gibt es ökologisch sehr wertvolle, aber auch weniger wertvolle Teilbereiche. Obwohl bekannt ist, dass es sich um ein Landschaftsschutzgebiet handelt, ist nur wenigen bewusst, wie wertvoll der Grünzug teilweise ist. Auch ist kaum bekannt, wie nah der Fluss tatsächlich an der Innenstadt liegt. Viele Erlangerinnen und Erlanger beobachten, dass der Druck auf die Grün- und Freiflächen in der Stadt stetig zunimmt. Kein Wunder: Immer mehr Menschen wollen in Erlangen leben und gerade in den Sommermonaten ihre Freizeit im Grünen verbringen. Insbesondere auf der der Innenstadt zugewandten Seite des Wiesengrunds kommt es immer häufiger zu Konflikten zwischen Natur- und Umweltschutz, Landwirtschaft und „wilder“ Freizeitnutzung. Pflanzen und Tiere leiden darunter. Andernorts in der Innenstadt ist es der Lärm der Menschen, die sich abends lange im Freien aufhalten, der zunehmend zu Beschwerden von Anwohnern führt. Die Stadt Erlangen erwartet, dass diese Schwierigkeiten angesichts der steigenden Einwohnerzahlen zunehmen werden.

    Mit der Landesgartenschau möchte die Stadt Erlangen, ein Stück stadtnaher Natur und deren ökologischen Wert ins Bewusstsein der Menschen zu rücken. Ökologisch wertvolle Bereiche sollen besser geschützt werden. In geeigneten Bereichen soll die Natur durch gezielte Maßnahmen des Umweltschutzes aufgewertet werden, so dass sich Tiere und Pflanzen vom Einfluss des Menschen erholen können. Ausgewählte, geeignete Teile der Wöhrmühlinsel sollen dauerhaft und behutsam als stadtnahe Grün- und Freizeitfläche am Wasser zur Verfügung gestellt werden. So soll der Freizeitdruck auf andere sensiblen Bereiche im Regnitzgrund und auf wohnortnahe Bereiche in der Innenstadt verringert werden. Auf der westlichen Seite des Wiesengrunds funktioniert dieses Prinzip, Freizeitflächen anzubieten und so andere Bereiche zu schonen, seit Jahren.

    In den 1980er Jahren gab es in Erlangen die bundesweit beachteten und sehr erfolgreichen „Grün in Erlangen“-Ausstellungen. Die Landesgartenschau 2024 birgt die Chance, an „Grün in Erlangen“ anzuknüpfen und in Zeiten von Veränderungen in der Stadt sowohl eine wichtige städtebauliche Entwicklung für Erlangen anzustoßen als auch den Wert von stadtnaher Natur und von Grün- und Freiflächen in der Stadt wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken

1.2 Was ist eine Landesgartenschau?

Eine Landesgartenschau ist eine Ausstellung, in der gärtnerische, umweltpädagogische und ökologische Inhalte einem breiten Publikum vermittelt werden. Die Besucherinnen und Besucher haben die Gelegenheit, sich über aktuelle Trends zum Beispiel aus dem Bereich des Garten-und Landschaftsbaus zu informieren.

Landesgartenschauen werden heute aber vor allem als Instrument der Stadtentwicklung verstanden und sind mehr als reine „Blümchenschauen“. Oft werden neue Stadtteile entwickelt und neue Grün- und Freiflächen einer Stadt hergestellt oder bestehende verbessert (siehe auch Frage 1.4). Auf diese Weise kann eine Vielzahl von Projekten gebündelt und in kurzer Zeit umgesetzt werden, die eine nachhaltige Wirkung weit über das Ereignis und das eigentliche Ausstellungsgelände hinaus entfalten können.

Landesgartenschauen sind auch ein Instrument des Stadtmarketings und der Tourismusförderung. So werden im Ausstellungsjahr mehrere hunderttausend Besucherinnen und Besucher erwartet. Da die Innenstadt Erlangens und damit Einzelhandel, Dienstleistungen und Gastronomie vom Ausstellungsort bestens erreichbar sind, profitieren sie auch von den Besucherinnen und Besuchern der Landesgartenschau.

Mit einer Landesgartenschau sind Fördermittel des Freistaats verbunden, die der Kommune bei der Finanzierung dauerhafter Stadtentwicklungsmaßnahmen zu Gute kommen. Ohne die Landesgartenschau wären diese Mittel nicht erreichbar (siehe auch Frage 4.1).

1.3 Wann wird die Landesgartenschau in Erlangen stattfinden?

Im Februar 2016 hat Erlangen die Bewerbung für die Landesgartenschau 2024 bei der Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschauen mit Sitz in München eingereicht. Im Mai 2016 hat Erlangen den Zuschlag erhalten. Die eigentliche Ausstellung findet etwa von April bis Oktober 2024 statt. Ausrichter der Landesgartenschau sind die Stadt Erlangen und die Gesellschaft zur Förderung der Bayerischen Landesgartenschauen.

1.4 Wo soll die Landesgartenschau stattfinden und warum soll die Landesgartenschau ausgerechnet dort stattfinden?

Die Landesgartenschau soll auf einem Gelände stattfinden, das den heutigen Großparkplatz (inkl. Busbahnhof und Kurzparken direkt hinter dem Bahnhof), die Wöhrmühlinsel und den dazwischenliegenden Bereich des Regnitzgrunds umfasst. Die Ausstellung ist derzeit auf einer Fläche von rund 24 Hektar geplant. Davon entfallen ca. 6 Hektar auf den Großparkplatz und ca. 5 Hektar auf die Wöhrmühlinsel, ca. 9 Hektar auf den dazwischenliegenden Teil des Regnitzgrunds und ca. 4 Hektar Flussraum. Zum Vergleich, der gesamte Regnitzgrund erstreckt sich auf einer Fläche von etwa 770 Hektar im Stadtgebiet. Das bedeutet, rund 2 % der Gesamtfläche des Regnitzgrunds werden während der Landesgartenschau einbezogen.

Landesgartenschauen bestehen aus gärtnerischen Ausstellungsbereichen und aus Bereichen, die es ermöglichen, den Natur- und Landschaftsraum zu beobachten. Die intensiven gärtnerischen Teile der Ausstellung sollen auf dem Großparkplatzgelände stattfinden. Die Wöhrmühlinsel und der Bereich zwischen Großparkplatz und Insel bilden den Teil der Ausstellung, der vor allem den Natur- und Landschaftsraum in den Blick nimmt. Das Hauptaugenmerk wird dabei auf der Wöhrmühlinsel liegen.

Bevor sich die Stadt Erlangen um die Ausrichtung der Landesgartenschau beworben hat, wurde eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Studie wurde von einem Landschaftsplanungsbüro durchgeführt, das bereits Erfahrung mit Landesgartenschauen hat. Das Büro hat verschiedene denkbare Flächen für eine Landesgartenschau in Erlangen untersucht und diese nach unterschiedlichen Kriterien eingeschätzt. Diese lauteten unter anderem:

  • Freiraumvernetzung
  • Städtebauliche Potentiale
  • Verbindung zur Innenstadt
  • Nachhaltigkeit der Daueranlagen
  • Erlebnisvielfalt
  • Flächenzuschnitt
  • Funktionalität der Fläche
  • Erschließung/Anbindung
  • Grundstücksverfügbarkeit

Das vorgesehene Gelände wurde als diejenige Fläche in Erlangen identifiziert, die sich für eine Landesgartenschau am besten eignet. Die Stärkung der Alt- und Innenstadt, die Anbindung von Grünflächen an die Innenstadt und die Schaffung von mehr erlebbaren Grün- und Freiflächen in der Stadt können hier am besten erreicht werden.

1.5 Welchen Stellenwert hat die Bewerbungsbroschüre?

Die Bewerbungsbroschüre der Stadt Erlangen für die Landesgartenschau 2024 ist als eine Ideensammlung für die künftige Entwicklung des Großparkplatzes und die weitere Entwicklung der Wöhrmühlinsel zu einem dauerhaften Kultur- und Freizeitort zu verstehen. Die Bewerbungsbroschüre vermittelt Bilder und Ideen, sie stellt aber keine Planung und auch kein fertiges Konzept dar. Konkret heißt das am Beispiel der eingezeichneten Wege: Wege und Brücken sind vorgesehen und auch an bestimmten Stellen in der Broschüre eingezeichnet. Wo sie aber am Ende tatsächlich verlaufen, ist noch nicht festgelegt. Im weiteren Planungsprozess können und sollen die Erlangerinnen und Erlanger auch ihre Ideen einbringen (siehe auch Frage 5.2).

22.11.2016
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