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Erlanger Bergkirchweih

Erlanger Bergkirchweih ist im Jahr 2020 abgesagt

Absage der Erlanger Bergkirchweih 2020

Die Stadt Erlangen hat die Bergkirchweih 2020 abgesagt. Sie folgt damit den Festlegungen der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer und den von der Bayerischen Staatsregierung am Donnerstag verkündeten Regelungen, nach denen Großveranstaltungen mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt bleiben.

Die traditionelle Bergkirchweih hätte im 265. Jahr ihres Bestehens vom 28. Mai bis 8. Juni stattgefunden. Bis zu einer Million Besucherinnen und Besucher waren im letzten Jahr zu Gast. 17 Festwirte, rund 100 Fahr- und Vergnügungsgeschäfte sowie Imbiss- und Süßwarenstände waren auf dem Festgelände zwischen Bergstraße, Schützenweg und An den Kellern zu finden.

Seit 1755 musste die Bergkirchweih insgesamt 16 Mal ausfallen, ein Mal wurde sie verschoben (1778, verheerender Hagelschlag). Nicht stattgefunden hatte das traditionelle Fest am Burgberg 1771/1772 wegen Hungersnot, wegen des Tods von König Ludwig II. im Jahr 1886 (Abbruch) und nach Beginn des Ersten Weltkriegs (1915 bis 1918). Es schlossen sich 1919 und 1920 Absagen wegen der schwierigen Wirtschaftslage an. Auch in den Jahren des Zweiten Weltkriegs (1940 bis 1945) wurde nicht gefeiert.In Erlangen werden alljährlich die „Bergtraditionen“ gehegt und gepflegt.

Seit mehreren Jahrzehnten auch die des „Bieranstiches“. Eröffnet wird die Bergkirchweih jedes Jahr durch den Oberbürgermeister. Am ersten Festtag, ein Donnerstag, gibt es pünktlich um 17 Uhr das Anstechen des ersten Fasses durch das Stadtoberhaupt. Diese Tradition ist der Startschuss zu einem der ältesten und schönsten Volksfeste Deutschlands.

 

Wissenswertes über die Erlanger Bergkirchweih

Was mit einem Vogelschießen und einem Pfingstmarkt im Jahr 1755 begann, ist heute ein Fest mit einer mittlerweile über 250-jährigen Tradition, dessen Ruf weit über die Stadtgrenzen Erlangens hinaus bekannt ist.

Die Reiseroute von über 100 Schaustellerbetrieben, führt in den Tagen vor Pfingsten alljährlich nach Erlangen. Zusammen mit den Bierkellern bilden sie für zwölf Tage die perfekte Verbindung, um das besondere Flair der Erlanger Bergkirchweih zu bilden.

Nach zwölf Tagen heißt es dann wieder „Ade“ sagen, zum  Abenteuer und zum Berg mit seinem speziellen Flair. Dann verabschieden sich die Besucher in traditioneller Weise  in Mitten eines Meeres von weißen Taschentüchern und unter den Klängen von „Lili Marleen“ bis zum nächsten Jahr. 

Die eigene Webseite zur Erlanger Bergkirchweih 2020 gibt es unter: www.erlanger-bergkirchweih.de (früher: www.berch.info)

 

Keller-Sanierungen voll im Plan

Das Bergkirchweihgelände wird in den kommenden Jahren (weiter) umfassend saniert, da der bauliche Zustand größtenteils marode und zum Teil sogar baufällig ist. Die Bautafel am Henninger Keller weist auf die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Bereich des Hofbräu- und Henninger Kellers hin, die bis zum Festbetrieb Ende Mai abgeschlossen sein müssen.


Foto: Stadt Erlangen Pressestelle/UK

Auch diese Umbauten verfolgen primär das Ziel, aus Sicherheitsgründen auf dem gesamten Bergkirchweihgelände schrittweise neue, höhere Geländer anzubringen, die eine Mindesthöhe von 1,10 Meter besitzen und einer Horizontallast von 2,0 kN/m standhalten. Dazu müssen auch Stützmauern und Wege erneuert werden. Die Betonwände werden wie in den vorangegangenen Abschnitten mit Sandstein verkleidet und fügen sich so gut in das Gelände ein. Das Erscheinungsbild wurde eng mit der Denkmalpflege abgestimmt. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro ist dieser Sanierungsabschnitt der bislang größte am Bergkirchweih-Gelände.


Foto: Stadt Erlangen Pressestelle/UK

 


Foto: Stadt Erlangen Pressestelle/UK

 

Hofbräu Keller:
Sämtliche Stützmauern werden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten von 2 kN/m ertüchtigt. Das historische Bestandsgeländer bleibt aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Eine angepasste Sonderbauweise beim Einbau der Geländerfundamentierung zur Schonung der Wurzelbereiche wird, analog zu bereits bisher angewendeten Verfahren, vorgesehen.

Henninger Keller
Sämtliche Stützmauern werden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten von 2 kN/m ertüchtigt oder vollständig erneuert. Die Bodenplatte über der Ge-wölbedecke des Henninger Keller wurde abgebrochen und erneuert. Die vorhandene Stahlkonstruktion, die während der Bergkirchweih als Überdachung genutzt wird, musste vollständig abgebaut und erneuert werden. Das dreischiffige Hauptdach des Henninger Kellers soll in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in vergleichbarer Art und Größe wie das bestehende Dach als filigrane, demontierbare Stahlkonstruktion neu errichtet werden. Das hintere angehängte Zusatzdach wurde abgebaut. Wie bei den vorherigen Maßnahmen wird großer Wert auf den Erhalt des Baumbestandes gelegt. Allerdings konnten zwei Bäume wegen ihrer unmittelbaren Nähe zu vorhandenen und zu erneuernden Stützwänden nicht erhalten werden. Für diese zwei Bäume werden fünf Ersatzpflanzungen in dem Bereich vorgenommen.

 

FAQ´s Sanierung Bergkirchweihgelände

Auf die wichtigsten Fragen gibt es Antworten:

1. Was ist unter dem Gesamtkonzept für das Bergkirchweihgelände zu verstehen?

Für das Bergkirchweihgelände sind viele unterschiedliche Behörden zuständig. Das Gesamtkonzept soll die gesamte Infrastruktur wie Straßenführung, Wege, Treppenanlagen, Parkplätze, Beleuchtung, Mauern, Zäune, Geländer, Gebäude, Bierkellerbereiche, Toilettenanlagen und den zwingend erforderlichen Platzbedarf für Baumnachpflanzungen berücksichtigen. Die aus Sicht der einzelnen Behörden notwendigen Maßnahmen sollen zusammengeführt werden.

2. Was tut die Stadt, um so viele Bäume wie möglich auf dem Bergkirchweihgelände zu erhalten?

Bereits im Februar 2008 wurden bei Baumkontrollen im Altbaumbestand erhebliche Standortbelastungen durch Bodenverdichtung, Überfüllung, Anfahrschäden, Abgrabungen, Erosion, Einbringen von Fetten und Ölen etc. festgestellt. Sie sind neben den Auswirkungen der Klimaveränderungen ursächlich für den überwiegend schlechten Zustand der Bäume. Seit 2009 lässt die Stadtverwaltung regelmäßig Gutachten zum Zustand der Bäume auf dem Bergkirchweihgelände durchführen. Ziel der Gutachten ist es, Schäden an Bäumen frühzeitig zu erkennen, diese durch die Baumpflege und eine Verbesserung der Baumstandorte zu verringern oder zu beheben aber auch die Verkehrssicherheit des Geländes zu prüfen.

Aus Sicherheitsgründen mussten kurz vor der Bergkirchweih 2019 leider kurzfristig 25 Bäume im Bereich des Entla‘s Keller sowie an der Berg- und der Rathsberger Straße, am Erichkeller und am Schützenweg gefällt werden. Hierfür wurden im Herbst vergangenen Jahres 29 Bäume als Ersatz gepflanzt. Weitere fünf Bäume, so das Ziel, sollen bis Ostern gepflanzt werden. Dies ist jedoch abhängig von den vorausgehenden Baumaßnahmen. Spätestens jedoch zur Kirchweih im Mai sollen diese Bäume gepflanzt sein.

Im Bereich des Erich-Kellers wurde bereits ein Großbaum nachgepflanzt. Weitere Nachpflanzungen folgen.

 

Neue Bäume für das Bergkirchweihgelände

 

Bäume gelten als das „grüne Gold“ in der Natur – am „Berg“-Gelände sowieso. Aber auch sie unterliegen einem natürlichen Lebenszyklus, zudem setzen ihnen Klimawandel und Trockenheit besonders zu. Wenn aufwändige Pflegemaßnahmen und Rückschnitte nicht mehr greifen, werden – insbesondere auch aus Gründen der Sicherheit – auch immer wieder schmerzhafte Ein-griffe in den Baumbestand unausweichlich. Um sicherzustellen, dass der „Berg“ auch in Zukunft ein grünes Blätterdach hat, führt der kommunale Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung in den kommenden Monaten umfassende Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen durch, um den Baumbestand für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen. Zusammen mit Verbesserungen von Baumstandorten bei Baumaßnahmen soll so erreicht werden, dass Bäume so gut wie möglich erhalten werden und der Bestand gleichzeitig nachhaltig verjüngt werden kann.

Auf dem Bergkirchweihgelände wurden im Herbst vergangenen Jahres 29 neue Bäume gepflanzt. Weitere fünf Bäume, so das Ziel, sollen bis Ostern gepflanzt werden. Dies ist jedoch abhängig von den vorausgehenden Baumaßnahmen. Spätestens jedoch zur Kirchweih im Mai sollen diese Bäume gepflanzt sein. Hierbei handelt es sich zum einen um Ersatzpflanzungen für die im Frühjahr aus Sicherheitsgründen gefällten Bäume und zum anderen um Neupflanzungen, die das Gelände zusätzlich aufwerten sollen. Für eine nachhaltige, zukunftsfähige Pflanzung werden umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen getroffen. Der erste Schritt der Pflanzmaßnahme ist die Vorbereitung des Untergrunds. Dort, wo Baumtorsi stehen, werden diese entfernt. Anschließend werden pro Baum etwa 12 Kubikmeter bestehender Boden gegen FLL-Substrat (Baumsubstrat) getauscht. Das ist eine speziell für Baumpflanzungen entwickelte, mineralische Substratmischung, die in erster Linie aus Löss, La-va, Bims und Sand besteht. Diese Zusammensetzung fördert den Luft- und Wasserhaushalt des Baumstandortes und verbessert somit den Anwuchserfolg sowie die langfristige Entwicklung des Baumes.

Foto: Stadt Erlangen/H. Moritz

Im Bereich von Bäumen, deren Wurzelraum durch Autos und Lkw überfahren wird, werden anstelle eines klassischen Fahrbahnbelags (aus Pflaster oder Asphalt) Wurzelbrücken eingebaut. Diese verhindern eine Verdichtung des Wurzelraums durch Befahren, die unweigerlich zum Absterben des betroffenen Baumes führen würde. Die Wurzelbrücken sind überfahrbar und hoch belastbar, der empfindliche Wurzelraum der Bäume wird zuverlässig geschützt. Bei der Auswahl der Baumarten wird großes Augenmerk auf Standortbedingungen und Klimaresistenz gelegt. Bei den Pflanzgrößen handelt es sich um Hochstämme mit einem Stammumfang von 16 bis 18 cm und mit einem Stammumfang von 30 bis 35 cm. Diese werden in einem Meter Höhe gemessen. An exponierten Standorten wird auf die größeren Exemplare zurückgegriffen.

Daten & Fakten

Stammumfang 16-18 cm: Buche, Spitzahorn, Schwarznuss, Walnuss, Rosskastanie, Scharlach-Rosskastanie, Edelkastanie, Winter-Linde, Silber-Linde, Trauben-Eiche, Ungarische-Eiche, Zerr-Eiche, Stiel-Eiche

Stammumfang 30-35 cm: Kaiser-Linde, Zerr-Eiche, Trauben-Eiche, Sumpf-Eiche, Rosskastanie.

 

Informationen gibt es auch in der Vorhabenliste.

 

 

16.04.2020
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