Sie haben Javascript deaktiviert und können somit nicht alle Funktionen dieser Website benutzen. Um Ihnen ein bestmögliches Surferlebnis zu ermöglichen, sollten Sie Javascript in Ihrem Browser aktivieren.

Erlanger Bergkirchweih

Bergkirchweih 2021 abgesagt

Keine Bergkirchweih in diesem Jahr -
Eine Veranstaltung in dieser Größenordnung ist auch Ende Mai auf Grund der Infektionsgefahr nicht verantwortbar

Die Stadt Erlangen hat die traditionelle Bergkirchweih an Pfingsten wegen der Corona-Pandemie auch für dieses Jahr abgesagt. Das Fest sollte vom 20. bis 31. Mai stattfinden.

Großveranstaltungen seien derzeit nach wie vor bundesweit verboten, eine Veranstaltung in dieser Größenordnung auch Ende Mai auf Grund der Infektionsgefahr nicht verantwortbar, begründet die Stadt die Absage. „Trotz des Beginns der Impfungen ist es nicht vorstellbar, dass dieses Jahr ein ‚Berg“ wie wir ihn kennen, stattfinden kann,“ sagte Oberbürgermeister Florian Janik am Dienstagmittag bei einer Pressekonferenz. Der Mindestabstand oder die Maskenpflicht zwischen Bierkeller und Gastrobuden sei bei bis zu einer Million Besucherinnen und Besuchern, die das Fest im Durchschnitt bis 2019 anzog, nicht umsetzbar. 17 Festwirte, rund 100 Fahr- und Vergnügungsgeschäfte sowie Imbiss- und Süßwarenstände waren auf dem Festgelände zwischen Bergstraße, Schützenweg und An den Kellern zu finden. Diese Entscheidung macht natürlich keine Freude. „Für viele Erlangerinnen und Erlanger und auch für mich als großen ‚Berg-Fan‘ ist das eine ganz bittere Entscheidung. Ich hoffe, dass wir 2022 wieder zusammen den ‚Berg‘ feiern“, so das Stadtoberhaupt.

Man wolle bei allen Beteiligten jetzt für Planungssicherheit sorgen, erklärte der für die Großveranstaltung zuständige Wirtschafts- und Finanzreferent Konrad Beugel. „Wir stehen im engen Austausch mit Festwirten und Schaustellerverband und wir wissen, dass die Entscheidung ein herber Schlag für alle ist“, so Beugel. Weil man nun aber mit den konkreten Planungen beginnen und erste Verträge abschließen müsse, sei jetzt der richtige Zeitpunkt für eine Entscheidung. Wie im vergangenen Jahr wolle man von Seiten der Stadt auch in diesem Jahr die Schausteller unterstützen, etwa mit dezentralen Möglichkeiten, ihre Geschäfte aufzustellen. „Die Wahrheit ist aber auch: Für konkrete Pläne ist das aktuelle Pandemiegeschehen noch viel zu unsicher. Ich will aber auch in aller Deutlichkeit sagen, dass es keinen wie auch immer gearteten ‚Ersatz-Berg‘ geben wird“, so Beugel weiter.

Seit 1755 - und bis 2019 - musste die Bergkirchweih mindestens 16 Mal ausfallen oder sie wurde verschoben. Nicht stattgefunden hatte das traditionelle Fest am Burgberg 1771/1772 wegen Hungersnot, 1778 wurde sie wegen eines heftigen Unwettters verschoben, wegen des Tods von König Ludwig II. im Jahr 1886 abgebrochen. Während des ersten Weltkrieges und den Notzeiten dannach fiel das Fest 1915, 1916, 1917, 1918, 1919 und 1920 aus. Von 1940 bis 1945 wurde die Kirchweih wegen des ersten Weltkrieges nicht gefeiert.

Wegen der Corona-Pandemie fiel "der Berg" im vergangenen Jahr aus, in diesem Jahr wird das Fest aus dem gleichen Grund nicht stattfinden. 

 

Wissenswertes über die Erlanger Bergkirchweih

Was mit einem Vogelschießen und einem Pfingstmarkt im Jahr 1755 begann, ist heute ein Fest mit einer mittlerweile über 250-jährigen Tradition, dessen Ruf weit über die Stadtgrenzen Erlangens hinaus bekannt ist.

Die Reiseroute von über 100 Schaustellerbetrieben, führt in den Tagen vor Pfingsten alljährlich nach Erlangen. Zusammen mit den Bierkellern bilden sie für zwölf Tage die perfekte Verbindung, um das besondere Flair der Erlanger Bergkirchweih zu bilden.

Nach zwölf Tagen heißt es dann wieder „Ade“ sagen, zum  Abenteuer und zum Berg mit seinem speziellen Flair. Dann verabschieden sich die Besucher in traditioneller Weise  in Mitten eines Meeres von weißen Taschentüchern und unter den Klängen von „Lili Marleen“ bis zum nächsten Jahr.

Mehr gibt es es online unter www.erlanger-bergkirchweih.de.

 

Sanierung des Kirchweih-Geländes

Die Corona-Pandemie hat der Bergkirchweih 2020 einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht, nicht aber den geplanten  Sanierungsmaßnahmen am Bergkirchweihgelände. Die Maßnahmen für die Bauperiode 2019/2020 konnten planmäßig abgeschlossen werden. Auch diese Umbauten verfolgten primär das Ziel, aus Sicherheitsgründen auf dem gesamten Bergkirchweihgelände schrittweise neue, höhere Geländer anzubringen, die eine Mindesthöhe von 1,10 Meter besitzen und einer Horizontallast von 2,0 kN/m standhalten. Dazu mussten auch Stützmauern und Wege erneuert werden. Die Betonwände wurden wie in den vorangegangenen Abschnitten mit Sandstein verkleidet und fügen sich so gut in das Gelände ein. Das Erscheinungsbild wurde eng mit der Denkmalpflege abgestimmt. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro war dieser Sanierungsabschnitt der bislang größte am Bergkirchweih-Gelände.

Im Einzelnen:

Hofbräu Keller

Sämtliche Stützmauern wurden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten von 2 kN/m ertüchtigt. Das historische Bestandsgeländer blieb aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Die Bäume konnten unter Beachtung der bisher praktizierten Vorsorgemaßnahmen erhalten werden. Der Einbau der Geländerfundamentierung zur Schonung der Wurzelbereiche erfolgte in angepasster Sonderbauweise.

 

Henninger Keller

Sämtliche Stützmauern wurden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten von 2 kN/m ertüchtigt oder vollständig erneuert. Die Bodenplatte über der Gewölbedecke des Henninger Keller wurde abgebrochen und erneuert. Die vorhandene Stahlkonstruktion, die während der Bergkirchweih als Überdachung genutzt wird, musste vollständig abgebaut und erneuert werden. Das dreischiffige Hauptdach des Henninger Kellers wurde in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in vergleichbarer Art und Größe wie das bis dahin bestehende Dach als filigrane, demontierbare Stahlkonstruktion neu errichtet. Das hintere angehängte Zusatzdach wurde abgebaut.


Neue Stahlkonstruktion am Henninger-Keller (Foto: Pressestelle/Thronberens)

Wie bei den vorherigen Maßnahmen wurde großer Wert auf den Erhalt des Baumbestandes gelegt. Allerdings konnten zwei Bäume wegen ihrer unmittelbaren Nähe zu vorhandenen und zu erneuernden Stützwänden nicht erhalten werden. Für diese zwei Bäume wurden fünf Ersatzpflanzungen in dem Bereich vorgenommen.

 

Sanierungsprogramm 2020/2021

Derzeit wird die Beleuchtungsanlage auf dem Bergkirchweihgelände verbessert und teilweise neu konzeptioniert. Dazu werden vorhandene Freileitungen und die Licht- und Abspannmaste vollständig abgebrochen und durch eine neue Beleuchtungsanlage mit optimierten Maststandorten ersetzt. Grundsätzlich ist der Einsatz von energieeffizienten LED-Leuchten mit warmweißem Licht vorgesehen. Die Montage der Leuchten erfolgt an Stahlmasten mit einer Lichtpunkthöhe von 7 m.

Insgesamt sind in diesem Bereich elf Leuchtstellen neu zu errichten. Gleichzeitig werden auch die vorhandenen Freileitungen durch Erdverkabelung ersetzt und die bestehenden Stromkreise optimiert. Insgesamt sind ca. 480 m Straßenbeleuchtungskabel in diesem Bereich neu zu verlegen. Die Standorte der Maste und der Verlauf der Gräben wurde unter Beachtung des Baumschutzes optimiert. Die tangierten Bäume können unter Beachtung der auch bisher im Bereich der Kellersanierung praktizierten Vorsorgemaßnahmen erhalten werden. Sonderbauweisen bei Grabearbeiten zur Schonung der Wurzelbereiche werden, analog zu bereits bisher angewendeten Verfahren, vorgesehen. Die geschätzten Investitionskosten für die geplante Baumaßnahme belaufen sich auf ca. 180.000 Euro.

 

Was läuft noch im Frühjahr 2021?

An sieben verschiedenen Stellen soll eine Erneuerung der Geländer stattfinden. Die Objektplanung hierzu läuft bereits. Die geschätzten Investitionskosten für die geplante Baumaßnahme belaufen sich auf ca. 200.000 Euro. Zudem erfolgt die Sanierung des Steinbach-Bräu-Kellers.

 

Baumbestand hat höchste Priorität

Um sicherzustellen, dass der „Berg“ auch in Zukunft ein grünes Blätterdach hat, führte der kommunale Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung im Frühjahr 2020 umfassende Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen durch, um den Baumbestand für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen. Zusammen mit Verbesserungen von Baumstandorten bei Baumaßnahmen soll so erreicht werden, dass Bäume so gut wie möglich erhalten werden und der Bestand gleichzeitig nachhaltig verjüngt werden kann. Insgesamt wurden 34 neue Bäume gepflanzt. Hierbei handelt es sich zum einen um Ersatzpflanzungen für aus Sicherheitsgründen gefällte Bäume und zum anderen um Neupflanzungen, die das Gelände zusätzlich aufwerten sollen.

Für eine nachhaltige, zukunftsfähige Pflanzung werden umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen getroffen. Der erste Schritt der Pflanzmaßnahme ist die Vorbereitung des Untergrunds. Dort, wo Baumtorsi standen, wurden diese entfernt. Anschließend wurden pro Baum etwa 12 Kubikmeter bestehender Boden gegen FLL-Substrat (Baumsubstrat) getauscht. Das ist eine speziell für Baumpflanzungen entwickelte, mineralische Substratmischung, die in erster Linie aus Löss, Lava, Bims und Sand besteht. Diese Zusammensetzung fördert den Luft- und Wasserhaushalt des Baumstandortes und verbessert somit den Anwuchserfolg sowie die langfristige Entwicklung des Baumes.


Für künftige Kirchweihen gibt es neuen Baumbestand (Foto: Pressestelle/Thronberens)

Im Bereich von Bäumen, deren Wurzelraum durch Autos und Lkw überfahren wird, wurden anstelle eines klassischen Fahrbahnbelags (aus Pflaster oder Asphalt) Wurzelbrücken eingebaut. Diese verhindern eine Verdichtung des Wurzelraums durch Befahren, die unweigerlich zum Absterben des betroffenen Baumes führen würde. Die Wurzelbrücken sind überfahrbar und hoch belastbar, der empfindliche Wurzelraum der Bäume wird zuverlässig geschützt. Das Investitionsvolumen für die Bodenverbesserungen betrugen 40.000 Euro.

Bei der Auswahl der Baumarten wurde großes Augenmerk auf Standortbedingungen und Klimaresistenz gelegt. Bei den Pflanzgrößen handelte es sich um Hochstämme mit einem Stammumfang von 16 bis 18 cm und mit einem Stammumfang von 30 bis 35 cm. An exponierten Standorten wird auf die größeren Exemplare zurückgegriffen.

 

FAQ´s Sanierung Bergkirchweihgelände

 

Auf die wichtigsten Fragen gibt es Antworten:

1. Was ist unter dem Gesamtkonzept für das Bergkirchweihgelände zu verstehen?

Für das Bergkirchweihgelände sind viele unterschiedliche Behörden zuständig. Das Gesamtkonzept soll die gesamte Infrastruktur wie Straßenführung, Wege, Treppenanlagen, Parkplätze, Beleuchtung, Mauern, Zäune, Geländer, Gebäude, Bierkellerbereiche, Toilettenanlagen und den zwingend erforderlichen Platzbedarf für Baumnachpflanzungen berücksichtigen. Die aus Sicht der einzelnen Behörden notwendigen Maßnahmen sollen zusammengeführt werden.

2. Was tut die Stadt, um so viele Bäume wie möglich auf dem Bergkirchweihgelände zu erhalten?

Bereits im Februar 2008 wurden bei Baumkontrollen im Altbaumbestand erhebliche Standortbelastungen durch Bodenverdichtung, Überfüllung, Anfahrschäden, Abgrabungen, Erosion, Einbringen von Fetten und Ölen etc. festgestellt. Sie sind neben den Auswirkungen der Klimaveränderungen ursächlich für den überwiegend schlechten Zustand der Bäume. Seit 2009 lässt die Stadtverwaltung regelmäßig Gutachten zum Zustand der Bäume auf dem Bergkirchweihgelände durchführen. Ziel der Gutachten ist es, Schäden an Bäumen frühzeitig zu erkennen, diese durch die Baumpflege und eine Verbesserung der Baumstandorte zu verringern oder zu beheben aber auch die Verkehrssicherheit des Geländes zu prüfen.

Aus Sicherheitsgründen mussten kurz vor der Bergkirchweih 2019 leider kurzfristig 25 Bäume im Bereich des Entla‘s Keller sowie an der Berg- und der Rathsberger Straße, am Erichkeller und am Schützenweg gefällt werden. Hierfür wurden im Herbst 2019 als Ersatz 29 Bäume gepflanzt. Weitere fünf Bäume folgten. Im Bereich des Erich-Kellers wurde ein Großbaum nachgepflanzt.

3. Wie laufen Pflanzmaßnahmen ab, um eine Nachhaltigkeit zu errreichen?

Bäume gelten als das „grüne Gold“ in der Natur – am „Berg“-Gelände sowieso. Aber auch sie unterliegen einem natürlichen Lebenszyklus, zudem setzen ihnen Klimawandel und Trockenheit besonders zu. Wenn aufwändige Pflegemaßnahmen und Rückschnitte nicht mehr greifen, werden – insbesondere auch aus Gründen der Sicherheit – auch immer wieder schmerzhafte Eingriffe in den Baumbestand unausweichlich. Um sicherzustellen, dass der „Berg“ auch in Zukunft ein grünes Blätterdach hat, führte der kommunale Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung diese umfassenden Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen durch, um den Baumbestand für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen. Zusammen mit Verbesserungen von Baumstandorten bei Baumaßnahmen soll so erreicht werden, dass Bäume so gut wie möglich erhalten werden und der Bestand gleichzeitig nachhaltig verjüngt werden kann.

Für eine nachhaltige, zukunftsfähige Pflanzung gab es umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen. Der erste Schritt der Pflanzmaßnahme war die Vorbereitung des Untergrunds. Dort, wo Baumtorsi stehen, wurden diese entfernt. Anschließend wurden pro Baum etwa 12 Kubikmeter bestehender Boden gegen FLL-Substrat (Baumsubstrat) getauscht. Das ist eine speziell für Baumpflanzungen entwickelte, mineralische Substratmischung, die in erster Linie aus Löss, Lava, Bims und Sand besteht. Diese Zusammensetzung fördert den Luft- und Wasserhaushalt des Baumstandortes und verbessert somit den Anwuchserfolg sowie die langfristige Entwicklung des Baumes.

Foto: Stadt Erlangen/H. Moritz

Im Bereich von Bäumen, deren Wurzelraum durch Autos und Lkw überfahren wird, werden anstelle eines klassischen Fahrbahnbelags (aus Pflaster oder Asphalt) Wurzelbrücken eingebaut. Diese verhindern eine Verdichtung des Wurzelraums durch Befahren, die unweigerlich zum Absterben des betroffenen Baumes führen würde. Die Wurzelbrücken sind überfahrbar und hoch belastbar, der empfindliche Wurzelraum der Bäume wird zuverlässig geschützt. Bei der Auswahl der Baumarten wird großes Augenmerk auf Standortbedingungen und Klimaresistenz gelegt. Bei den Pflanzgrößen handelt es sich um Hochstämme mit einem Stammumfang von 16 bis 18 cm und mit einem Stammumfang von 30 bis 35 cm. Diese werden in einem Meter Höhe gemessen. An exponierten Standorten wird auf die größeren Exemplare zurückgegriffen.

Daten & Fakten

Stammumfang 16-18 cm: Buche, Spitzahorn, Schwarznuss, Walnuss, Rosskastanie, Scharlach-Rosskastanie, Edelkastanie, Winter-Linde, Silber-Linde, Trauben-Eiche, Ungarische-Eiche, Zerr-Eiche, Stiel-Eiche

Stammumfang 30-35 cm: Kaiser-Linde, Zerr-Eiche, Trauben-Eiche, Sumpf-Eiche, Rosskastanie.

 

Informationen gibt es auch in der Vorhabenliste.

 

 

26.02.2021
» zurück zur Übersicht

Kontakt