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Erlanger Bergkirchweih

Die nächste Erlanger Bergkirchweih findet vom 20. bis 31. Mai 2021 statt

Wissenswertes über die Erlanger Bergkirchweih

Was mit einem Vogelschießen und einem Pfingstmarkt im Jahr 1755 begann, ist heute ein Fest mit einer mittlerweile über 250-jährigen Tradition, dessen Ruf weit über die Stadtgrenzen Erlangens hinaus bekannt ist.

Die Reiseroute von über 100 Schaustellerbetrieben, führt in den Tagen vor Pfingsten alljährlich nach Erlangen. Zusammen mit den Bierkellern bilden sie für zwölf Tage die perfekte Verbindung, um das besondere Flair der Erlanger Bergkirchweih zu bilden.

Nach zwölf Tagen heißt es dann wieder „Ade“ sagen, zum  Abenteuer und zum Berg mit seinem speziellen Flair. Dann verabschieden sich die Besucher in traditioneller Weise  in Mitten eines Meeres von weißen Taschentüchern und unter den Klängen von „Lili Marleen“ bis zum nächsten Jahr. 

Die eigene Webseite zur Erlanger Bergkirchweih gibt es unter: www.erlanger-bergkirchweih.de (früher: www.berch.info)

 

Sanierung des Kirchweih-Geländes

Das Bergkirchweihgelände wird derzeit umfassend saniert, da der bauliche Zustand größtenteils marode und zum Teil sogar baufällig ist. Abgeschlossen wurden im Frühjahr 2020 die Sanierungen des Henninger- und Hofbräukellers.  


Foto: Stadt Erlangen Pressestelle/UK

Diese Umbauten hatten das Ziel, aus Sicherheitsgründen auf dem gesamten Bergkirchweihgelände schrittweise neue, höhere Geländer anzubringen, die eine Mindesthöhe von 1,10 Meter besitzen und einer Horizontallast von 2,0 kN/m standhalten. Dazu mussten auch Stützmauern und Wege erneuert werden. Die Betonwände wurden mit Sandstein verkleidet und fügen sich so gut in das Gelände ein. Das Erscheinungsbild wurde eng mit der Denkmalpflege abgestimmt. Mit einem Investitionsvolumen von knapp 1,5 Millionen Euro war dieser Sanierungsabschnitt der bislang größte am Bergkirchweih-Gelände.


Foto: Stadt Erlangen Pressestelle/UK

 


Foto: Stadt Erlangen Pressestelle/UK

 

Hofbräu Keller:
Sämtliche Stützmauern wurden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten von 2 kN/m ertüchtigt. Das historische Bestandsgeländer blieb aus Gründen des Denkmalschutzes erhalten. Zudem gab es eine angepasste Sonderbauweise beim Einbau der Geländerfundamentierung zur Schonung der Wurzelbereiche.

Henninger Keller
Sämtliche Stützmauern wurden saniert und zur Aufnahme der neuen Geländer mit erhöhten Geländerlasten von 2 kN/m ertüchtigt oder vollständig erneuert. Die Bodenplatte über der Gewölbedecke des Henninger Keller wurde abgebrochen und erneuert. Die vorhandene Stahlkonstruktion, die während der Bergkirchweih als Überdachung genutzt wird, musste vollständig abgebaut und erneuert werden. Das dreischiffige Hauptdach des Henninger Kellers wurde in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde in vergleichbarer Art und Größe wie das bestehende Dach als filigrane, demontierbare Stahlkonstruktion neu errichtet.


Foto: Stadt Erlangen/Tiefbauamt

Das hintere angehängte Zusatzdach wurde abgebaut. Wie bei den vorherigen Maßnahmen stand der Erhalt des Baumbestandes im Vordergrund. Allerdings konnten zwei Bäume wegen ihrer unmittelbaren Nähe zu vorhandenen und zu erneuernden Stützwänden nicht erhalten werden. Für diese zwei Bäume gab es fünf Ersatzpflanzungen.

Als nächster Bauabschnitt steht die Sanierung des Steinbachbräu-Kellers an. Derzeit laufen die Vorplanungen. Der Baubeginn ist für das zweite Halbjahr 2021 vorgesehen.

 

FAQ´s Sanierung Bergkirchweihgelände

Auf die wichtigsten Fragen gibt es Antworten:

1. Was ist unter dem Gesamtkonzept für das Bergkirchweihgelände zu verstehen?

Für das Bergkirchweihgelände sind viele unterschiedliche Behörden zuständig. Das Gesamtkonzept soll die gesamte Infrastruktur wie Straßenführung, Wege, Treppenanlagen, Parkplätze, Beleuchtung, Mauern, Zäune, Geländer, Gebäude, Bierkellerbereiche, Toilettenanlagen und den zwingend erforderlichen Platzbedarf für Baumnachpflanzungen berücksichtigen. Die aus Sicht der einzelnen Behörden notwendigen Maßnahmen sollen zusammengeführt werden.

2. Was tut die Stadt, um so viele Bäume wie möglich auf dem Bergkirchweihgelände zu erhalten?

Bereits im Februar 2008 wurden bei Baumkontrollen im Altbaumbestand erhebliche Standortbelastungen durch Bodenverdichtung, Überfüllung, Anfahrschäden, Abgrabungen, Erosion, Einbringen von Fetten und Ölen etc. festgestellt. Sie sind neben den Auswirkungen der Klimaveränderungen ursächlich für den überwiegend schlechten Zustand der Bäume. Seit 2009 lässt die Stadtverwaltung regelmäßig Gutachten zum Zustand der Bäume auf dem Bergkirchweihgelände durchführen. Ziel der Gutachten ist es, Schäden an Bäumen frühzeitig zu erkennen, diese durch die Baumpflege und eine Verbesserung der Baumstandorte zu verringern oder zu beheben aber auch die Verkehrssicherheit des Geländes zu prüfen.

Aus Sicherheitsgründen mussten kurz vor der Bergkirchweih 2019 leider kurzfristig 25 Bäume im Bereich des Entla‘s Keller sowie an der Berg- und der Rathsberger Straße, am Erichkeller und am Schützenweg gefällt werden. Hierfür wurden im Herbst 2019 als Ersatz 29 Bäume gepflanzt. Weitere fünf Bäume folgten. Im Bereich des Erich-Kellers wurde ein Großbaum nachgepflanzt.

3. Wie laufen Pflanzmaßnahmen ab, um eine Nachhaltigkeit zu errreichen?

Bäume gelten als das „grüne Gold“ in der Natur – am „Berg“-Gelände sowieso. Aber auch sie unterliegen einem natürlichen Lebenszyklus, zudem setzen ihnen Klimawandel und Trockenheit besonders zu. Wenn aufwändige Pflegemaßnahmen und Rückschnitte nicht mehr greifen, werden – insbesondere auch aus Gründen der Sicherheit – auch immer wieder schmerzhafte Eingriffe in den Baumbestand unausweichlich. Um sicherzustellen, dass der „Berg“ auch in Zukunft ein grünes Blätterdach hat, führte der kommunale Betrieb für Stadtgrün, Abfallwirtschaft und Straßenreinigung diese umfassenden Pflegemaßnahmen und Nachpflanzungen durch, um den Baumbestand für die kommenden Jahrzehnte fit zu machen. Zusammen mit Verbesserungen von Baumstandorten bei Baumaßnahmen soll so erreicht werden, dass Bäume so gut wie möglich erhalten werden und der Bestand gleichzeitig nachhaltig verjüngt werden kann.

Für eine nachhaltige, zukunftsfähige Pflanzung gab es umfangreiche Vorbereitungsmaßnahmen. Der erste Schritt der Pflanzmaßnahme war die Vorbereitung des Untergrunds. Dort, wo Baumtorsi stehen, wurden diese entfernt. Anschließend wurden pro Baum etwa 12 Kubikmeter bestehender Boden gegen FLL-Substrat (Baumsubstrat) getauscht. Das ist eine speziell für Baumpflanzungen entwickelte, mineralische Substratmischung, die in erster Linie aus Löss, Lava, Bims und Sand besteht. Diese Zusammensetzung fördert den Luft- und Wasserhaushalt des Baumstandortes und verbessert somit den Anwuchserfolg sowie die langfristige Entwicklung des Baumes.

Foto: Stadt Erlangen/H. Moritz

Im Bereich von Bäumen, deren Wurzelraum durch Autos und Lkw überfahren wird, werden anstelle eines klassischen Fahrbahnbelags (aus Pflaster oder Asphalt) Wurzelbrücken eingebaut. Diese verhindern eine Verdichtung des Wurzelraums durch Befahren, die unweigerlich zum Absterben des betroffenen Baumes führen würde. Die Wurzelbrücken sind überfahrbar und hoch belastbar, der empfindliche Wurzelraum der Bäume wird zuverlässig geschützt. Bei der Auswahl der Baumarten wird großes Augenmerk auf Standortbedingungen und Klimaresistenz gelegt. Bei den Pflanzgrößen handelt es sich um Hochstämme mit einem Stammumfang von 16 bis 18 cm und mit einem Stammumfang von 30 bis 35 cm. Diese werden in einem Meter Höhe gemessen. An exponierten Standorten wird auf die größeren Exemplare zurückgegriffen.

Daten & Fakten

Stammumfang 16-18 cm: Buche, Spitzahorn, Schwarznuss, Walnuss, Rosskastanie, Scharlach-Rosskastanie, Edelkastanie, Winter-Linde, Silber-Linde, Trauben-Eiche, Ungarische-Eiche, Zerr-Eiche, Stiel-Eiche

Stammumfang 30-35 cm: Kaiser-Linde, Zerr-Eiche, Trauben-Eiche, Sumpf-Eiche, Rosskastanie.

 

Informationen gibt es auch in der Vorhabenliste.

 

 

19.08.2020
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