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Die Arbeit des AIB

Was haben wir geschafft?

Der Ausländer- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen ist einer der ältesten in Bayern: Seit 1974 setzt der Beirat sich für die Interessen und Wünsche von Migrant*innen in Erlangen ein:

  • für die Verbesserung der Lebensverhältnisse von Migrant*innen
  • für die Vermittlung zwischen kulturell, sozial und religiös vielfältigen Gruppen
  • für ein gutes Zusammenleben von Einheimischen und Migrant*innen.

Verbesserung der Lebensbedingungen von Migrant*innen

Es gibt viele Beispiele für die erfolgreiche Arbeit des Beirats. Im Bereich der Sprachvermittlung hat der Beirat die Schaffung der Stelle „interkulturelle Elternarbeit“ beantragt. Diese Mitarbeiterin betreut Eltern bei Gesprächen mit der Schule und organisiert Übersetzungen für die Eltern. So können sie sich zum Beispiel besser mit den Lehrkräften austauschen.

Der Beirat hat die Gründung für das Sprach-Programm W.i.l.D. der Stadt Erlangen unterstützt. Studierende des Faches Didaktik des Deutschen als Zweitsprache kommen in die Schule und unterstützen Schüler*innen in der deutschen Sprache und besuchen mit ihnen kulturelle Orte in Erlangen. Damit wird die Integration der Schüler*innen gefördert.

Damit alle Migrant*innen die deutsche Sprache lernen können, hat der Beirat das Programm „Deutsch-Offensive“ gegründet. Das sind günstige Deutschkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Die Kurse finden in der Nähe des Wohnorts der Menschen statt. Damit auch Mütter Deutsch lernen können, werden ihre Kinder bei den Kursen betreut.

Die Briefe der Stadt sind manchmal schwer zu verstehen. Deshalb haben wir einen Antrag an das Jobcenter gestellt. Damit die Briefe von der Stadt in Zukunft einfacher geschrieben werden.

Zur Verbesserung der Situation von Migrant*innen unterstützt der Beirat die Flüchtlings- und Integrationsberatung. Die Flüchtlings- und Integrationsberatung organisiert regelmäßig Veranstaltungen. Dabei bekommen Migrant*innen Informationen zu verschiedenen Problemen im Alltag.

Darüber hinaus war der Beirat an einem Programm zur interkulturellen Öffnung der Kommunen beteiligt. Dabei hat der Beirat daran mitgewirkt, dass die Mitarbeiter*innen der Ausländer-behörde genauso freundlich zu den Kunden sind, wie die Mitarbeiter*innen im Bürgeramt. Der Empfang der Behörde wurde umgebaut, damit sich die Besucher dort willkommen fühlen. Die Mitarbeiter*innen der Ausländerbehörde bekommen interkulturelle Schulungen, damit sie die Kunden besser verstehen.

Zudem hat der Ausländer- und Integrationsbeirat seit 2014 das Ankommen und die Integration von Geflüchteten maßgeblich begleitet. Der Beirat hat gesagt, dass einfache kleine Häuser besser sind als Container. Der Beirat hat die Stadt aufgefordert, dass alle Stellen zusammen gute Lösungen finden. 2015 hat der AIB mit anderen Vereinen[1] zusammen das Café Asyl gegründet. Unter dem Namen Cafe Asyl kommen zweimal in der Woche Flüchtlinge und Deutsche zusammen. Sie unterhalten sich und lernen nebenbei die deutsche Sprache.

Vermittlung zwischen kulturell, sozial und religiös vielfältigen Gruppen

Die Pflege der Muttersprache ist uns sehr wichtig. Der Beirat sieht die verschiedenen Muttersprachen als wertvollen Schatz. Daher organisiert der Beirat jedes Jahr etwas Besonderes zum Tag der Muttersprache am 20. Februar:  zum Beispiel Ausstellungen zur Muttersprache, ein Sprachentag mit den Vereinen, Lesungen in Schulen und Kindergärten, einer Sammlung von Lieblingsworten.

Damit zeigt der Beirat jedes Jahr, wie wertvoll die Vielfalt der Sprachen ist. Der Beirat unterstützt die Migranten- und Kulturvereine, die den Kindern ihre Muttersprache und ihre Kultur beibringen wollen.

Wir sehen die Zusammenarbeit von Menschen als sehr wichtig an, die an verschiedene Religionen glauben. Dafür nimmt der Beirat an verschiedenen religiösen Dialogen teil. Wir machen uns stark für einen respektvollen Umgang mit den Religionen. Wir bringen Vertreter zusammen, um gemeinsam Projekte umzusetzen.

Wir zeigen Solidarität, wenn eine Gemeinschaft unsere Unterstützung braucht. So haben wir uns dafür eingesetzt, dass der „Islamunterricht“ an Schulen dauerhaft angeboten wird. Seit 2009 gibt es in Bayern „Islamunterricht“ für muslimische Kinder an Schulen. Der Unterricht wurde in Erlangen als erstes eingeführt.

Zum anderen macht sich der Beirat für die kulturelle Vielfalt in Erlangen stark. Damit zeigt der Beirat, dass Migrant*innen geschätzt werden und zur Gesellschaft in Erlangen dazugehören. Seit 1974 feiert Erlangen regelmäßig ein großes interkulturelles Fest. Es hieß früher „Miteinander leben in Erlangen“. Seit 2016 heißt es „Fest der Kulturen“. In Zukunft findet das Fest alle zwei Jahre statt. Hier können Migrant*innen ihre Kultur vorstellen: Tänze, Essen, Kunst, Musik und Theater haben die Menschen begeistert.

Beim Fest der Kulturen vergibt der Beirat den Diogo-Pereira-Preis für Menschen, die anderen Migrant*innen in Erlangen ehrenamtlich helfen.

Gutes Zusammenleben von Einheimischen und Migrant*innen

2018 hat der Beirat alle Migrant*innen zum Fotowettbewerb Blick & Klick eingeladen. 90 Menschen aus anderen Ländern zeigten, warum Erlangen sie an ihre Heimat erinnert. Damit machte der Beirat darauf aufmerksam, dass Erlangen für Menschen aus 154 Ländern Heimat bedeutet.

Die Beiräte organisieren Veranstaltungen für Toleranz und Vielfalt. Zum Beispiel mit einer Feier, bei der Leute aus verschiedenen Ländern Musik machen, Theater spielen oder Tänze aufführen, so wie beim Fest „Musik verbindet – Kultur kennt keine Grenzen“.

Darüber hinaus fördert der Beirat Kontakte und Begegnungen in Erlangen: beim Angerfest, beim internationalen Gartenfest im E-Werk, bei einem Grillfest oder beim Internationalen Spieleabend. Dort treffen sich Menschen aus verschiedenen Ländern.

Damit möchte der Beirat auch Vorurteile in der Gesellschaft abbauen. Auch mit Postkarten und Bierdeckeln bemüht sich der Beirat um die Aufklärung von Vorurteilen. Auf Postkarten und Bierdeckeln zeigt der AIB, warum Menschen aus vielen Ländern eine Bereicherung sind.

Der Beirat setzt sich vor allem gegen Diskriminierung und Rassismus ein. Wir haben die Pflicht, uns für ein respektvolles Miteinander einzusetzen. Wir engagieren uns für ein rassismus- und diskriminierungsfreies Zusammenleben aller Menschen, egal von wo sie kommen. Wir setzen uns dafür ein, die Würde des Menschen zu schützen und dem Rassismus die Stirn zu bieten.

Damit Menschen bei Diskriminierungen geschützt werden, gibt es einen Ansprechpartner im Rathaus. Dieser Berater hilft, wenn man sich wegen seiner Sprache, Herkunft, Religion oder anderen Dingen schlecht behandelt fühlt. Man bekommt bei dem Berater Rat, was man tun kann. Er erklärt, welche Rechte man hat.

Auch die Mitglieder des Beirats demonstrieren jedes Jahr für mehr Toleranz und Respekt. Es gibt in Erlangen viele Veranstaltungen in den Wochen gegen Rassismus (im März), vor allem mit den Schulen ohne Rassismus. Als Mitveranstalter macht der Beirat aus Sicht von Migrant*innen auf das Thema aufmerksam. Bei der Kundgebung hält der Beirat eine Rede.

Der Ausländer- und Integrationsbeirat bemüht sich auch darum, dass mehr Mitarbeiter*innen mit Migrationshintergrund bei der Stadt arbeiten. Die interkulturelle Öffnung der Stadtverwaltung ist uns sehr wichtig. Dazu führt der Vorstand regelmäßig Gespräche mit der Personalabteilung. Bei Stellenausschreibungen der Stadt steht nun zum Beispiel, dass auch eine gleichwertige Ausbildung aus dem Ausland akzeptiert wird. Der Beirat macht auch Werbung für die Ausbildung bei der Stadt. Wenn mehr Mitarbeiter aus anderen Ländern bei der Stadt arbeiten, haben alle Migrant*innen das Gefühl, dass sie zur Stadt dazugehören.

Der Beirat hat an der Ausarbeitung des Leitbilds Integration mitgearbeitet. Darin steht, wie die Stadt Erlangen zu Integration steht und wie die Stadt Erlangen die Integration von Migrant*innen fördern möchte.

 

Warum brauchen wir einen Beirat?

Viele Menschen in Erlangen haben einen Migrationshintergrund. Sie sollen sich als Teil unserer Gesellschaft fühlen. Es ist wichtig, dass sie mitbestimmen dürfen.

Durch die Mitarbeit im Beirat können sich Migrant*innen politisch beteiligen. Nur bei der Kommunalwahl dürfen Bürger*innen aus EU-Ländern wählen. Bis jetzt haben Migrant*innen keine andere Möglichkeit, wählen zu gehen und mitzuentscheiden. Deswegen möchten wir als Ausländer- und Integrationsbeirat (AIB), dass alle wählen dürfen.

Der AIB ist eine Brücke zwischen der Gesellschaft und Migrant*innen sowie der Politik. Der Beirat organisiert zum Beispiel Diskussionen mit Menschen aus der Politik und der Gesellschaft. Dabei werden Fragen zur Verbesserung der Situation von Migrant*innen gestellt. So erfahren alle, die wählen dürfen, wie die Parteien über Themen der Integration denken.

Der Beirat ist umso wichtiger, wenn in der Gesellschaft und in der Politik nicht demokratische Parteien und Sprüche Zulauf finden.

Als Vertretung für alle Migrant*innen in Erlangen macht sich der Beirat stark gegen Rassismus, zum Beispiel mit Demonstrationen, Aktionen, einem offenen Brief oder einem Artikel in der Zeitung. Der Beirat unterstützt die Demokratie, in dem der Beirat alle Menschen zum Wählen aufruft. Der Beirat zeigt damit, dass alle Menschen gleiche Rechte haben und zur Gesellschaft dazu gehören.

 

Wie arbeitet der Beirat?

Die Mitglieder im Beirat sind Ansprechpartner für Migrant*innen. Der Beirat bringt die Probleme und Erfahrungen von Migrant*innen in die Politik und in die Verwaltung ein. Dazu führen wir Gespräche mit den Parteien, mit Mitarbeiter*innen der Ämter, mit der Koordinationsstelle Integration, dem Flüchtlings-koordinator, den Bildungsträgern oder in wichtigen Fällen mit den Bürgermeister*innen.

Um unsere Funktion als Vertreter von Migrant*innen gut auszuüben, befassen wir uns mit aktuellen Themen. Zum Beispiel mit Ereignissen, die in der Zeitung behandelt werden. Oder mit Themen, die wir aus persönlichen Gesprächen erfahren. Wenn es ein sehr wichtiges Thema gibt, nehmen wir auch in der Zeitung zu bestimmten Themen Stellung. Zum Beispiel schreibt der/ die Vorsitzende einen offenen Brief.

Der Beirat hat die Aufgabe, den Stadtrat zu beraten, wenn es um Migrant*innen geht. Der Beirat macht dem Stadtrat und der Verwaltung Vorschläge, wie die Interessen von Migrant*innen besser berücksichtigt werden können. Zum Beispiel stellt der Beirat an die Verwaltung oder den Stadtrat einen Antrag, bestimmte Dinge zu ändern. Über den Antrag stimmen die Mitglieder in der Vollversammlung ab. Um sich zu informieren, stellt der Beirat schriftliche Anfragen an die Stadtverwaltung.

Es gibt jedoch auch Anliegen, die von der Bayerischen Regierung entschieden werden. Bei wichtigen Themen schreibt der Beirat offizielle Briefe an die Staatsregierung. Der Beirat hat auch den Verband AGABY[2] darum gebeten, sich bei der Bayerischen Regierung für unsere Anliegen einzusetzen.

2019 hat der Beirat die Satzung (Grundsätze des Beirats) geändert. Nun können alle Migrant*innen in Erlangen den Ausländer- und Integrationsbeirat wählen und gewählt werden, wenn sie zwei Jahre lang in Erlangen leben. Geflüchtete Personen haben neu drei Sitze im Beirat bekommen.

 

Haben auch Sie Interesse an einer Mitarbeit im Beirat? Melden Sie sich in der Geschäftsstelle unter 09131/ 86-1409 oder unter auslaenderbeirat@stadt.erlangen.de. Wir beraten Sie gerne. Wir freuen uns über Ihr Interesse!

 

 

[1] Ehrenamtliche Flüchtlingsbetreuung in Erlangen e.V. (EFIE), Erba Villa und Bildung Evangelisch

[2] Arbeitsgemeinschaft der Ausländer-, Migranten- und Integrationsbeirate Bayerns

18.06.2020
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