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Aktuelles

ISEK Büchenbach-Nord 2030: Werkstattbericht im digitalen Stadtteilforum

Am 12. November 2020 stellte das Planungsteam für das ISEK den aktuellen Arbeitsstand zum Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) vor. Das Forum musste wegen des Teil-Lockdowns kurzfristig in das Internet verlegt werden. Die Pandemie verhinderte, dass das Stadtteilforum öffentlich in der Aula von Mönauschule und Hermann-Hedenus-Mittelschule durchgeführt werden konnte. Es waren am Ende 18 Teilnehmer*innen, die sich dem digitalen Stadtteilforum zugeschaltet haben. Nach der Begrüßung durch den Baureferenten Josef Weber berichtete das Planungsteam über den Fortgang der Arbeit am ISEK. Die Planerinnen Birgit Schmidt und Regina Sonnabend erläuterten anhand einer digitalen Präsentation den Teilnehmenden zentrale Ziele mit Schlüsselprojekten, die das Planungsteam für die integrierte Entwicklung des Stadtteils Büchenbach-Nord zur Umsetzung bis 2030/2035 empfiehlt. Die umfassenden Ergebnisse können auf der Internetseite www.erlangen.de/büchenbach-nord nachgelesen werden.

In Kürze zusammengefasst lauten diese Empfehlungen:

Entwicklung Schulstandort Büchenbach-Nord als „Stadtteil-Schule“:
Für die Entwicklung des Schulstandorts Büchenbach-Nord soll geprüft werden, wie künftig nicht nur dringend benötigter neuer Schulraum für den Ganztagsbetrieb der Mönauschule und der Hermann-Hedenus-Schule entstehen kann. Auch die Freiräume der Schulen könnten ein völlig neues Gesicht bekommen und es könnten Wege entstehen, die einzelne Bereiche des Stadtteils besser miteinander verknüpfen. Neue Spiel- und Bewegungsflächen sollen auch weiterhin außerhalb der Schulzeiten von Kindern und Jugendlichen im Stadtteil genutzt werden können. Ein Novum wäre, Bedarfe für Angebote an die Nachbarschaften zu überprüfen und ggf. zu integrieren.             

Neugestaltung Zentrum Büchenbach-Nord:
Eine vordringliche Aufgabe ist die Neugestaltung des Zentrums von Büchenbach-Nord zwischen Odenwaldallee und Büchenbacher Anlage sowie zwischen Schulstandort und Holzweg. Bereits im Jahr 2021 sind erste Planungsschritte vorgesehen. Im Rahmen der „Planungswerkstatt Freiraum Neue Mitte“ können Anlieger und interessierte Bürger*innen Gestaltungsideen für die neuen Freiraumbereiche mit entwickeln: Was ist schon da? Was wird gebraucht, braucht mehr oder neuen Platz und wo? Was soll neu entstehen? Als Besonderheit ist angedacht, dass mehrere Freiraum-Planungsteams, zeitweise vor Ort – und im direkten Austausch mit der Öffentlichkeit arbeiten – gemäß einer Planung “zum Anfassen”. Ein Gremium würde den gesamten Prozess begleiten und Empfehlungen für die weitere Bearbeitung aussprechen.

Neue Impulse für ein gutes und nachbarschaftliches Zusammenleben:
In Quartieren mit dichtem Geschosswohnungsbau sind attraktiv gestaltete Grün- und Freiräume Orte der Begegnung und des nachbarschaftlichen Aufenthalts. Die bestehenden Flächen bieten somit Potenzial, zur Lebensqualität der Bewohnenden beizutragen. Im Wohngebiet Odenwaldallee/ Bamberger Straße der GEWOBAU könnten beispielweise kleinteilige Maßnahmen im Freiraum unter Beteiligung der Mieterschaft initiiert werden. Dazu gehören z. B. schöner gestaltete Eingangsbereiche mit ebenerdig sicheren Abstellmöglichkeiten für Räder und Kinderwagen, neu gestaltete Spiel- und Aufenthaltsflächen. Auch Mieter- oder Nachbarschaftsgärten könnten als wohnungsnahe Treffpunkte angelegt werden. Für alle Bewohnenden von Büchenbach-Nord soll der geplante Nachbarschaftstreff im Neubau-Vorhaben der GEWOBAU an der Odenwaldallee offenstehen. Hier sind zukünftig auch unterschiedliche Beratungsangebote vorgesehen.

Entwicklung „Stadtband am Europakanal“:
Mittel- bis langfristig kann die Umgestaltung der vierspurigen Autostraße Am Europakanal zu einer 2-streifigen Stadtstraße die Lebensqualität im Stadtteil deutlich verbessern. Dies kann im Laufe der Jahre Schritt für Schritt mit einer Reihe von Einzelmaßnahmen erreicht werden. Die „frei werdenden“ Fahrbahnen können beispielsweise für Rad- und Busverkehr genutzt werden. Weitere Beispiele für einzelne Maßnahmenschritte wären: bessere Querungsmöglichkeiten an der Straße Am Europakanal, z.B. auf Höhe des neuen DISKA-Marktes und der ARAL-Tankstelle, breitere Fuß- und Radwege, attraktivere Aufenthaltsbereiche bei den Nahversorgungszentren Am Europakanal und an der Dorfstraße/Ecke Goldwitzerstraße, mehr Platz für neue Straßenbäume und bessere Wasserrückhaltung.

Vernetzung von Wohnquartieren und Landschaft:
Die Pandemie 2020 hat deutlich gezeigt, wie wichtig attraktive Freiräume für Stadtteile mit dichtem Geschosswohnungsbau sind. Die Bewohner*innen verfügen dort seltener über eigene Gärten. Viele Wohnungen haben weder Balkon noch Terrasse. Haushalte mit kleinem Einkommen haben weniger Gelegenheit für Urlaubsreisen, sie sind stärker auf Erholungs- und Freizeitangebote in der Umgebung ihrer Wohngebiete angewiesen. Spiel-, Sport- und Bewegungsflächen für ältere Kinder und Jugendliche sind auch im weiteren Umfeld der Wohnung wichtig. Gut erreichbare, attraktive Aufenthalts- und Freizeitangebote für Senior*innen und Familien haben großen „Wohnwert“. Solche Angebote könnten entlang beider Ufer des Europakanals, z.B. auf Höhe des Wohngebiets Frauenauracher Straße, auf Höhe des Diakonischen Zentrums oder beim Ruderverein Erlangen von 1911 entstehen. Das Schützenhaus mit Bolzplatz kann südlich vom Heckenweg über die Bimbach besser an die Wohngebiete angebunden werden. Am Schulweg entlang des Steinforstgrabens, auf dem viele Schüler*innen täglich vom Würzburgerring zum Schulstandort West fahren, bieten sich z.B. nahe dem Kosbacher Damm Flächen des TV 1848 an für vereinsunabhängige Spiel- und Sportangebote, wie sie heute schon in Büchenbach-West an der Donato-Polli-Straße zu finden sind.

Büchenbachs Landschaft als Imagefaktor:
Die vielfältige Landschaft im Umfeld von Büchenbach-Nord und Büchenbach-Dorf ist ein großes ökologisches Potenzial. Die Landschaftsräume bietet zudem Chancen für die bessere Verknüpfung z.B. mit Büchenbach-West und Alt-Erlangen, wenn dort attraktive Angebote gemacht werden: permanent für Erholung und Freizeit, temporär für besondere Angebote, die Büchenbach stadtweit positive Aufmerksamkeit verschaffen. Dazu gehören sportliche Ereignisse wie Triathlons, der Mönaulauf oder die Knaxiade.

Stadtteil-Werkstatt 56nord als Quartiersmanagement weiterentwickeln:
Die Stadtteil-Werkstatt 56nord sollte als reguläres Quartiersmanagement weiterentwickelt werden, wenn das ISEK Büchenbach-Nord 2030 durch den Stadtrat im Mai nächsten Jahres beschlossen worden ist. Zu den Aufgaben des Quartiersmanagements gehören vor allem die Unterstützung der weiteren Bürger*innen-Beteiligung bei der Planung und Umsetzung von Maßnahmen sowie die Öffentlichkeitsarbeit für die Stadtteilentwicklung im Rahmen des städtebaulichen Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“ (ehem. Soziale Stadt).

 

Weitere Informationen

Carsten Heuer (Abteilungsleiter Stadtplanung) informierte über den Stand von zwei zentralen Bauvorhaben:

Bauvorhaben der GEWOBAU in der Odenwaldallee: Der UVPA hat am 17.04.2018 den Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplan Odenwaldallee (B-Plan Nr. 199) gefasst. Inzwischen liegt die Baueingabe vor. Sobald ein zwischen Stadt und GEWOBAU abgestimmter Vorentwurf vorliegt, soll es eine frühzeitige Beteiligung der Bürger geben.

Bauvorhaben Wohn- und Geschäftshaus Büchenbacher Anlage: Der Stadtrat hat am 25.06.2020 den Aufstellungsbeschluss für die Änderung des Bebauungsplans Nahversorgungszentrum Odenwaldallee (B-Plan Nr. 402) gefasst. Die vorliegende Planung des Investors wird aktuell überarbeitet und zwischen Stadt und Investor abgestimmt. Sobald ein abgestimmter Vorentwurf vorliegt, wird es eine frühzeitige Bürgerbeteiligung geben.

Sowohl in der frühzeitigen Bürgerbeteiligung der Öffentlichkeit als auch bei der öffentlichen Auslegung nach §3 BauGB können Bürger*innen des Stadtteils Hinweise und Anregungen einbringen.

Beide Bebauungspläne sind Änderungsverfahren zu bestehenden Bebauungsplänen.

Das ISEK Büchenbach-Nord 2030 ist eine informelle Planung und von den formellen Bebauungsplan-Verfahren Odenwaldallee und Büchenbacher Anlage unabhängig.

Die Präsentation für das Stadtteilforum mit dem aktuellen Arbeitsstand zum ISEK Büchenbach-Nord 2030 kann in Kürze auf der Seite der Stadt Erlangen aufgerufen werden (www.erlangen.de/büchenbach-nord).

In der Stadtteilwerkstatt 56nord im AWO-Sozialzentrum (Büchenbacher Anlage 27a) steht Hauke Hoppe-Seyler als Ansprechpartner und für Nachfragen immer dienstags von 15 bis 17 Uhr zur Verfügung (oder Telefon: 0157 34882139 oder E-Mail: stadtteilwerkstatt@56nord.info).

Für das Frühjahr 2021 sind nach Möglichkeit Corona-konforme weitere öffentliche Informationsangebote als Stadtteilspaziergänge zu Orten der ISEK-Schlüsselmaßnahmen vorgesehen.

Das ISEK Büchenbach-Nord 2030 soll im Mai 2021 vom Stadtrat beschlossen werden.

Hintergrundinformation:

Auftraggeberin für das ISEK Büchenbach-Nord und die Stadtteil-Werkstatt 56nord ist die Stadt Erlangen (Ansprechpartnerin: Yvonne Slanz, Amt für Stadtentwicklung und Stadtplanung). Mit der Erarbeitung des ISEK Büchenbach-Nord 2030 sowie dem Mitwirkungs- und Beteiligungsprozess ist die Arbeitsgemeinschaft Regina Sonnabend, kooperativ-planen und Prof. Dr. Holger Schmidt, Büro für Siedlungserneuerung aus Dessau-Roßlau beauftragt (Kontakt: info@koopertiv-planen.de).

Die Erstellung des ISEK Büchenbach-Nord 2030 und Stadtteil-Werkstatt 56nord werden durch das städtebauliche Förderprogramm “Sozialer Zusammenhalt – Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten“ gefördert. www.bmi.bund.de/DE/themen/bauen-wohnen/stadt-wohnen/staedtebau/soziale-stadt/. Zur neuen Programmstruktur siehe Pressemitteilung unter: LINK

14.12.2020
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